Stadtrat wehrt sich gegen Verpackungsmüll

Pfand auf Kaffeebecher

Neben Kaffeebechern hat das Münchner Unternehmen Recup auch Mehrweggeschirr im Portfolio. | Foto: Recup2021/04/Feucht-Pfandsystem-Recup-online-scaled.jpg

ALTDORF – Anfängliche Skepsis und Ablehnung weicht im Stadtrat der Überzeugung, dass örtliche Geschäfte bei der Einführung eines Pfandsystems für Kaffee-Becher Unterstützung brauchen. Die Stadt zahlt einen Anschub in Höhe von 4000 Euro.

Die Stadt Altdorf wird die Einführung eines Pfandsystems für Kaffee-Becher mit 4000 Euro unterstützen. Mit diesem Beschluss folgt der Stadtrat einem Antrag der FDP, der darauf abzielt, teilnehmenden Unternehmen für ein Jahr den monatlichen Beitrag für das System zu zahlen. Wer die Diskussion um die Einführung des Recup-Systems im Stadtrat verfolgt hat, staunt über das Ergebnis, überwogen doch zunächst die skeptischen und ablehnenden Stimmen.

Citymanager Stefan Gubitz hat das Thema für die Mitglieder des Stadtrats aufbereitet. Grundsätzlich gibt es in Altdorf große Bereitschaft für die Einführung eines Pfandsystems, betont Gubitz. Und funktionieren kann es relativ problemlos. Der Bahnpendler beispielsweise kann sich morgens in Altdorf beim Bäcker einen Kaffee zum Mitnehmen kaufen, ihn in der S-Bahn trinken und am Bahnhof in Nürnberg den leeren Becher abgeben.

Becher in lokalem Design möglich

Anbieter Recup kann auch verschiedene Designs auf die Becher drucken, etwa ein Altdorf- oder ein Landkreissystem. Was man will, wieviel man will und wann es losgehen könnte, sollte in einem Runden Tisch mit Altdorfer Geschäften geklärt werden, schlägt Gubitz vor. „Dann können wir gemeinsame Ziele formulieren.“

Das Gespräch mit den Altdorfer Betrieben sei wichtig, knüpft hier Bernd Eckstein (CSU) an. Allerdings stellt er in Frage, ob es Aufgabe der Stadt sein kann, ein Pfandsystem für die Privatwirtschaft zu finanzieren. Ähnlich sehen das zunächst auch Peter Wack und Thomas Dietz (beide FW/UNA). Wobei Dietz zudem darauf hinweist, dass es neben Recup ja noch andere Anbieter gibt und es möglicherweise ein unzulässiger Markteingriff ist, wenn man jetzt Recup unterstützt. Und Werner Merkel (CSU) mahnt, dass man für das Pfandsystem keine Steuergelder ausgeben sollte: „Der Markt soll das regeln.“ Dazu will sein Fraktionskollege Eckstein auch das Gespräch mit den örtlichen Geschäftsleuten abwarten.

„Enorme Ressourcen-Verschwendung“

Bürgermeister Martin Tabor dagegen betont, dass die Gastronomie in der Corona-Pandemie hart getroffen ist. Unterstützung sei da durchaus angemessen. Dem schließt sich in der Diskussion auch Anni Blüml (Grüne) an. Christian Lamprecht erläutert noch einmal den Hintergrund seines Antrags für das Pfandsystem. Schon am Vormittag würden die Abfalleimer am Markt überquellen mit Wegwerfbechern, „eine enorme Verschwendung von Ressourcen“. Und er verweist auf den Beschluss des Feuchter Umweltbeirats, der dem Marktgemeinderat empfiehlt, das Recup System einzuführen. Allerdings soll in Feucht die Verwaltung zuvor prüfen, wie sich das ganze realisieren lässt (wir berichteten).

Am Ende gibt es im Altdorfer Stadtrat eine große Mehrheit für die Einführung des Recup-Systems und die Anschub-Unterstützung in Höhe von 4000 Euro für ein Jahr. Lediglich Werner Merkel stimmt dagegen.

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