Altdorfer Grundschule kann wieder testen

Homepooling statt -schooling

Gurgeln, spucken, lernen: Bald finden an der Grundschule Altdorf wieder Corona-Pool-Tests für alle Schüler statt. | Foto: Archiv/ Alex Blinten2021/03/Testkit.jpg

ALTDORF. Nachdem sie erst ordentlich ausgebremst worden ist, kann die Altdorfer Grundschule ihre Schüler nun bald wieder zweimal wöchentlich auf Covid-19 testen – ganz bequem per Gurgel-Pool-Test von zu Hause aus.

Sie ist als eine der Ersten deutschlandweit in den Startlöchern gewesen, dann wurde ihr der Wind aus den Segeln genommen: Bereits Ende Februar hatte die Altdorfer Grundschule zusammen mit Apotheker Matthias Kreuzeder ein Konzept entwickelt, um ihre Schüler zweimal wöchentlich auf Covid-19 zu untersuchen.

Die Idee beim sogenannten Pooling: Die Familien testen zu Hause per Spucktest. Die Probe wird dabei mit einer kleinen Vakuumpumpe in ein Röhrchen befördert. Sämtliche Röhrchen einer Klasse werden in einem Pool gesammelt und diese Sammlung dann auf Spuren von Corona untersucht. Bei einem positiven Befund kann die Klasse in Quarantäne geschickt werden. Die Verteilung der dazu nötigen Testkits hatten Schulleiterin Carola Stöhr und Bürgermeister Martin Tabor organisiert. Die Tests liefen an, das Konzept war erfolgreich. Schüler, Lehrer, Eltern, alle waren angetan und einverstanden (wir berichteten).

Nach diesem vielversprechenden Start stellte sich der Schule Anfang des Monats jedoch ein unerwartetes Hindernis in den Weg: Nach nur einer Woche Testzeit kündigte das Weidener Labor Synlab der Schule plötzlich die Zusammenarbeit auf. Aus organisatorischen Gründen, wie der Pressesprecher des Labors erläuterte. Damit steckte das Projekt, das mit so viel frischem Wind losgesegelt war, plötzlich in der Flaute.

„Zahlen nur das Benzingeld“

Statt sich lange zu ärgern, entschieden sich die Altdorfer dafür, ihre Energie produktiv einzusetzen und neue Ideen zu entwickeln, wie sie es dennoch retten könnten. Wenn es schon nicht in Eigenregie geht, hilft vielleicht ein größerer Partner? In Absprache mit Bürgermeister Martin Tabor wandte sich Schulleiterin Carola Stöhr an den Leiter der WICOVIR-Studie, Michael Kabesch. Mit Erfolg. Ihre Schule ist nun als einzige außerhalb der Oberpfalz befindliche in die Studie aufgenommen. „Das war wirklich ein absoluter Glücksfall“, sagt Stöhr. WICOVIR, kurz für „Wo ist das Corona-Virus?“, wird zusammen vom Wissenschafts- und Entwicklungscampus Regensburg und der Klinik Sankt Hedwig organisiert und vom Gesundheitsministerium mitfinanziert.

Der Stadt entstehen keine extra Kosten durch die Teilnahme an der Studie. „Wir kümmern uns darum, dass die Proben ins Labor kommen. Also eigentlich zahlen wir nur Benzingeld“, erklärt Tabor. So lange sich die Schüler im Wechselunterricht befinden, müssen die Tests viermal die Woche nach Regensburg gefahren werden.

Start am Montag?

Wenn alles glatt geht, könnte bereits Anfang nächster Woche wieder gegurgelt werden: „Die Formalitäten sind erledigt. Die Organisatoren hoffen, bereits am Montag mit den neuen Test starten zu können. Sollte das zeitlich doch nicht klappen, werden wir nach den Ferien mit dem Testen beginnen“, erklärt Stöhr. Für die Schüler hat am Prozedere indes nichts geändert. Für sie heißt es weiterhin, erst spucken, dann lernen.

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