CSU-Kandidat wieder im Landtag

Dünkel landet bei 37,2 Prozent

Bei der CSU gab es zwar Beifall, aber so richtig zum Feiern war das Wahlergebnis nicht. | Foto: Fischer2018/10/landtagswahl-csu-dunkel-fischer-eckstein-trinkl-1.jpg

NÜRNBERGER LAND (fi/gs/as/mz/ab/cg) — Norbert Dünkel zieht ein zweites Mal in den Landtag ein. Der Direktkandidat der CSU im Stimmkreis Nürnberger Land kommt auf rund 37,2 Prozent der Stimmen.

„Natürlich freue ich mich sehr, das Nürnberger Land auch in den nächsten fünf Jahren im Landtag vertreten zu dürfen“, sagte ein zwar trauriger, aber längst nicht schockierter Norbert Dünkel im Wollnersaal in Heuchling, wo sich die CSU traf. Er persönlich hoffte noch früh am Wahlabend, dass sein Ergebnis weniger einknicken würde als das der CSU insgesamt. Er blieb mehr als vier Prozentpunkte unter seinem Erststimmenresultat von 2013. Das schlechte Abschneiden der CSU, hier ist sich Dünkel mit „großen“ wie „kleinen“ CSUlern einig, führt er eher auf ein kritisches Allgemeinempfinden als auf verfehlte bayerische Politik zurück. Der 57-Jährige zur Pegnitz-Zeitung: „75 Prozent bestätigen uns ja grundsätzlich gute Arbeit“. Hier hätten sich Themen, die nichts mit Bayern, sondern viel mehr mit Berlin oder Brüssel zu tun hätten, ausgewirkt. Dünkels Wunsch wäre nun eine Koalition nur mit den Freien Wählern.

Jubel bei den Grünen

Jubelstimmung bei Bündnis 90/Die Grünen: Die Prognose mit knapp 19 Prozent wurde kurz nach 18 Uhr mit Begeisterung aufgenommen. Eine kleine Wahlparty gab es in den Räumlichkeiten des Feuchter Unternehmens der Landtags-Direktkandidatin Gabriele Drechsler.  Sie fühle sich einfach nur „super“, bekannte Drechsler und musste sich immer wieder die Freudentränen aus den Augen wischen. Das „historisch beste Ergebnis“ führte sie darauf zurück, dass es den Grünen gelungen sei, ihre Standpunkte klar zu vertreten. Sie persönlich landete  bei 16 Prozent der Erststimmen.

Gabriele Drechsler (Grüne) musste sich Freudentränen aus den Augen wischen.
Gabriele Drechsler (Grüne) musste sich Freudentränen aus den Augen wischen. | Foto: Spandler2018/10/NL-wahl-gruene-drechsler-und-heckel2.jpg

Lange Gesichter bei der SPD

Als die Prognose über die Leinwand in der „Glückserei“ in Lauf lief, ahnten die Sozialdemokraten schon, was ihnen blühte – und es kam wie befürchtet. „Desaströs“ sei das Ergebnis, kommentierte Theaterleiterin Andrea Lipka, die Direktkandidatin der SPD im Nürnberger Land. „Wir müssen jetzt über alles neu nachdenken, auch über die Große Koalition“, sagt sie. Das passt zur Wahlanalyse, die auch die Vorsitzende der SPD im Landkreis, Martina Baumann, vornimmt. Vor allem Bundesthemen hätten den Wahlkampf geprägt, „als einzelner Kandidat kann man nicht viel gegen den Trend ausrichten“. Lipka erzielte 14 Prozent der Erstimmen. Damit liegt sie weit hinter dem Ergebnis, dass der Altdorfer Ernst Bergmann vor vier Jahren erzielt hat (25,9 Prozent).

„Wir müssen jetzt über alles neu nachdenken, auch über die Große Koalition“: Andrea Lipka (SPD) am Wahlabend.
„Wir müssen jetzt über alles neu nachdenken, auch über die Große Koalition“: Andrea Lipka (SPD) am Wahlabend. | Foto: Sichelstiel2018/10/landtagswahl-spd-lipka-lauf-gluckserei-ansprache.jpg

Freie Wähler in Feierlaune

Auf Angelika Feisthammel (FW) entfielen 10,1 Prozent der Stimmen. Ihr war schon nach den ersten Hochrechnungen nach Feiern zumute. „Kann ich einen Aperol Spritz haben?“, war ihre erste Frage, als sie mit ihrem Rollstuhl in den Saal des „Grünen Baum“ in Kühnhofen rollte, wo sich die Freien Wähler trafen. „10 plus“ sei das Ziel gewesen und über elf Prozent sei da schon ein Grund zur Freude. Das würde  für eine Koalition mit der CSU reichen.

Angelika Feisthammel (FW) war in Feierlaune.
Angelika Feisthammel (FW) war in Feierlaune und spekulierte schon über eine Koalition mit der CSU. | Foto: Scholz2018/10/DSC_9875.jpg

AfD: „Ein starkes Ergebnis“

„Ein starkes Ergebnis“, kommentierte der Altdorfer Ralph Müller die erste Prognose . Da kam die AfD auf 11,5 Prozent. Die
Partei hätte damit 24 Sitze – und Müller kann sich gute Chancen ausrechnen, in den Landtag einzuziehen. Eine klare konservative Stimme, das sei es was Bayern brauche. „Und das sind wir, nicht die CSU“, so der Kandidat der AfD. Er prophezeite den Christsozialen einen weiteren Niedergang. Müllers Erststimmenergebnis: 10,3 Prozent.

FDP in Regierung oder in der Opposition?

Die FDP lag in den Hochrechnungen lange bei fünf Prozent. Sollte es dabei bleiben, sieht das Luca Scharf aus Lauf als gute Basis, um darauf aufzubauen. Gespräche über eine Regierungskoalition sollten geführt werden, „wir haben aber auch die Möglichkeit, eine gute Oppositionsarbeit zu leisten“.

Linke: „Nicht das Ergebnis, das wir erträumt haben“

„Das ist natürlich nicht das Ergebnis, was wir uns erträumt haben“, sagte René Wiedemann, Kandidat der Linken im Nürnberger Land, „ich bin aber von vorneherein nie so euphorisch gewesen, als es hieß, die Linke hätte eine Chance auf fünf Prozent“.

 

N-Land N-Land Redaktion
N-Land Redaktion