Fünf schräge Vögel bieten einen genauso schräger Abend

„Wassd Scho? Bassd Scho!“ rockt den Kulturraum

Roman Sörgel alias „Bembers“ ist der Frontmann von WSBS, wie die Band abgekürzt genannt wird. Sein Markenzeichen ist der riesige Cowboyhut. | Foto: Clemens Fischer2019/07/wassdschobassdscho-1-fi.jpg

LAUF — „Wassd scho? Bassd scho!“ nennt sich die kultige Band aus Nürnberg, die statt im Garten des Industriemuseums witterungsbedingt im PZ-Kulturraum auftrat. Der Name der Band ist Programm und bestens als Überschrift für den Abend geeignet.

Seit 20 Jahren spielen die Musiker zusammen, haben in diesem, ihrem Jubiläumsjahr, jedoch gerade einmal zwei Auftritte. Umso mehr freute sich Organisator Rainer Turba, dass es ihm gelungen war – „Alter, is des geil!“ –, die Truppe nach Lauf zu holen. Die fünf schrägen Vögel in farbenfroher Freizeitkleidung versetzten ihr Publikum vom ersten Ton an in ausgelassene Partylaune.

Überdimensionierter Cowboyhut

Frontmann und Sänger Roman Sörgel alias „Bembers“, ausgestattet mit überdimensioniertem Cowboyhut, hatte dabei stets das Publikum und seine Bandkollegen im sicheren Griff. Die Aufforderung zum „Miedgladschn“ und -singen war gar nicht nötig, die Stimmung bestens.

Da der Kulturraum nur spärlich bestuhlt war, standen die meisten Zuschauer, was natürlich eine Einladung zum Mittanzen und -wippen war, sogar eine Polonaise zog durchs Gewühl. Musikalisch brachte es die Band stets auf den Punkt. Für den Rhythmus sorgte dabei Schlagzeuger Marcus Deuerling, den Bass steuerte Michael Schuler bei, die flippige Rockgitarre spielte Benno Baum und das Ganze wurde unterlegt mit Keyboardklängen von Pino Barone.

Stilistisch reicht die Bandbreite von rockigen Balladen über Hardrock und Reggae bis zu Country und Western. Markenzeichen der Band sind die knackigen fränkischen Texte, die hervorragend an die Melodien (und den englischen Originaltext) angepasst sind.
Nicht nur wegen der Wärme im Kulturraum, auch weil es bei Auftritten von WSBS (so die praktische Abkürzung) einfach dazugehört, floss das Bier in Strömen.

Songs wie „Lebkoungcity Bou“, „Wall widdä Summä is“, „Es is nie verkehrd“ oder „Dou die Bizza her“ wurden textsicher mitgesungen, beim „Kuschelbär“ lagen sich einige in den Armen. Die Musik machte gute Laune, und die war ansteckend.

Lockere Plaudereien

Zwischen die Songs streute Roman Sörgel lockere Plaudereien. Er berichtete, wie es zum Titel „Ka Woschd“ kam, oder kommentierte Fotos von früheren Auftritten, die während des ganzen Abends an die Leinwand gegenüber der Bühne projiziert wurden.

Und auch wer die Band noch nicht gehört hatte, kannte die meisten der Hits, die auf keiner Ü-40-Party fehlen dürfen. Wer gerne feiert und dazu auch noch vorzugsweise ein Glas Bier in Händen hält, war an dem Abend mit WSBS am richtigen Platz.

Die Lautstärke war allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig und wäre auch fürs Freiluft-Event ausreichend gewesen. Nach zwei Zugaben und drei Stunden ging das vergnügliche Konzert zu Ende.

N-Land Anne Stegmeier
Anne Stegmeier