Domspatzen in Feucht

Von Barock bis Sacro-Pop

Der weltberühmte Chor der Regensburger Domspatzen unter Leitung von Max Rädlinger begeisterte in der Feuchter Herz Jesu-Kirche mit einem Ausschnitt seines Repertoires | Foto: Dorothée Krätzer2019/10/Feucht-Domspatzen_Herz-Jesu_10-2019_16.jpg

FEUCHT – In der katholischen Herz Jesu-Kirche hat der weltweit bekannte Chor der Regensburger Domspatzen den Gottesdienst begleitet und im Anschluss ein Benefizkonzert gegeben. Der schöne Anlass: Der Abschluss der Orgelrenovierung.

„Wir wollen unsere Vielseitigkeit zeigen“, stellte Domspatzen-Chorleiter Max Rädlinger das Programm vor. Mitgebracht hatte er dafür Werke der traditionellen und zeitgenössischen Kirchenmusik von Barock bis Sacro-Pop sowie eine eigene Komposition.

Die über 60 jungen Sänger zu hören, war einfach eine Erfahrung. Der vor rund 1000 Jahren gegründete Knabenchor zählt heute zu den berühmtesten und renommiertesten (und ältesten) Chören der Welt. In der Domschule erhalten die Schüler ein Schul- und musikalische Ausbildung inklusive Instrumentalunterricht – in Feucht mit unterschiedlicher Instrumentierung gleich zu hören.

Hoher Grad an Professionalität

Zur Beschreibung bleiben nur Superlative. Was und wie sie sangen – perfekt. Das beginnt bei den Jüngsten mit ihren hohen klaren Stimmen, für die Höhe kein Thema zu sein scheint, und reicht zu den geschulten Stimmen von Tenor bis Bass der „Großen“.

Ausdruck, Dynamik, Artikulation, Präzision, Ausgewogenheit – da stimmte einfach alles und bei der hohen Professionalität blieben keine Wünsche offen.

Wunderbare Dynamik

Begleitet vom Bläserquartett aus den eigenen Reihen – später von Klavier und weiteren Instrumenten oder a capella gesungen – begann das Konzert mit „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ (Carl Thiel, 1862 – 1939). Sehr andächtige, mit ruhiger Tonführung komponierte Passagen wechseln sich hier mit Stellen ab, die wie Befehle wirken, beispielsweise das „Komm vor sein Angesicht“.

Bereits dieser Auftakt war ein Hochgenuss und machte gespannt auf die weiteren Stücke. Wunderbar die Dynamik dieses Chores zu erleben, das An- und Abschwellen, das die Musik noch intensiver fühlen ließ, oder wie sich die unterschiedlichen Stimmen in der Melodieführung abwechselten.

Gelungene Auswahl

Mit den unterschiedlichen Stimmungen und Stilen setzte die Chorstücke immer andere Akzente: Das polyphone Stundengebet „Domine labia mea aperies“ (Orlando di Lasso) wirkte romantisch-verklärt, besonders die hervorgehobenen Stellen „Maria“ und „gloriosa dicta sunt“.

Beim schwungvoll beginnenden „Gloria“ aus der „Missa in honorem Sanctae Caeciliae“ (Rädlinger) wechselten beständig Stimmungen und Tempi, während die Kompositionen den Briten John Rutter mit ihren eingängigen Melodien begeisterten.

Die Regensburger Domspatzen – ein berührendes Konzert, für das sie stehend Applaus erhielten, anspruchsvoll, mit Tiefgang und virtuosem Können.

N-Land Dorothée Krätzer
Dorothée Krätzer