Konzert in Geru-Halle

Symphoniker bezaubern in Hersbruck

In der Geru-Halle entstand schnell eine intime Atmosphäre zwischen den Symphonikern und dem Publikum. | Foto: S. Baderschneider2019/07/GqCIKRdE.jpeg

HERSBRUCK – Dirigentin Ljubka Biagioni zu Guttenberg entzündete mit den Nürnberger Symphonikern in der Geru-Halle ein Feuerwerk mit Musik aus drei Jahrhunderten. Höhepunkt war Mozarts Klarinettenkonzert mit der Solistin Annelien Van Wauwe.

Sichtlich stolz begrüßte Bürgermeister Robert Ilg gemeinsam mit dem Intendanten der Nürnberger Symphoniker, Lucius Hemmer, die Gäste. Aufgrund des unsicheren Wetters wurde das Konzert, das eigentlich als Open Air im Schlosshof geplant war, kurzerhand in die Geru-Halle verlegt. Das versprach eine intime Atmosphäre, denn neben dem Publikum musste in der Halle natürlich auch das Orchester untergebracht werden. Dem Musikgenuss hat das nicht geschadet.

Das Orchester eröffnete mit dem fulminanten „Einzug der Gäste” aus Tannhäuser, um dann zum leicht verträumten Walzer aus Tschajkovskijs „Schwanensee” überzugehen.

Gern nah am Publikum

„Die Akustik in der Halle”, so beschied Dirigentin Ljubka Biagioni zu Guttenberg gleich zu Beginn, „ist ausgezeichnet.” Außerdem sei sie gerne so nah am Publikum – was sich bei symphonischen Konzerten nicht oft realisieren lasse. Das Hersbrucker Publikum wusste das zu schätzen und honorierte die Künstler mit reichlich Applaus – vor lauter Begeisterung gelegentlich auch an Stellen, die dafür gar nicht vorgesehen waren.

Biagioni zu Guttenbergs Hingabe an ihre Arbeit störte das nicht – im Gegenteil. Gut gelaunt, präzise und mit Elan führte sie das gleichermaßen gut aufgelegte Orchester durch den Abend. Vor der Pause spielte die junge Belgierin Annelien Van Wauwe das Klarinettenkonzert in A-Dur aus Mozarts Spätwerk. Eindringlich verspielt und gleichzeitig frisch und entschlossen gestaltete sie das Stück, begleitet vom Orchester.

British Empire erwachte zum Leben

In der zweiten Hälfte des Abends durfte das Britische Empire noch einmal mit Eric Coates „London Suite” und Edward Elgars „Pomp & Circumstance” auferstehen. Letzteres ist ein Werk, das, in seine Einzelteile zerlegt, bei vielen Gelegenheiten verwendet wird. Am bekanntesten wurde der Marsch „Land of Hope and Glory”, der als inoffizielle Hymne der Briten gilt. Zwischendurch fühlte man sich in die Vorweihnachtszeit versetzt, denn Elgars „See, the conqu’ring Hero comes” hat hierzulande unter dem Titel „Tochter Zion” Karriere gemacht.

Als Zugabe gab es nach verdienten Standing Ovations den schmissigen „Colonel Bogey Marsch” zum Mitklatschen und -pfeifen. Das Stück wurde in den 50er Jahren von Malcolm Arnold für den Film „Die Brücke am Kwai” geschrieben.

Übrigens – auch, wenn die Veranstalter sich den Regen nach der Verlegung noch so sehr gewünscht hatten – gewittert hat es dann doch erst nach dem Konzert.

N-Land Susanne Baderschneider
Susanne Baderschneider