Konzert des Musikvereins Lauf

Marsch, Volkslied und Filmmusik

Ottensooser Mehrzweckhalle statt Laufer Bertleinaula – aber trotzdem ein umjubeltes Konzert: Der Musikverein Lauf bei seinem großen Auftritt. | Foto: Jahn2020/01/musikverein-lauf-neujahrskonzert.jpg

OTTENSOOS. Ein Traumstart für den Musikverein Lauf in das Jahr 2020 und volles Haus in der Ottensooser Mehrzweckhalle: Erstmals haben dort das Symphonische Blasorchester und das Nachwuchsorchester ihr abwechslungsreiches Neujahrskonzert unter dem Motto „Klassiker“ gegeben.

Wegen Umbaumaßnahmen in der Laufer Bertleinschule – dem bisherigen Veranstaltungsort – hatte der Musikverein sein Konzert nach Ottensoos verlegt, was dort zu einem Besucheransturm führte. Denn wie man weiß, ist das Neujahrskonzert des Musikvereins Lauf (MVL) der alljährliche Höhepunkt im Vereinsleben des populären Orchesters, das auf eine 50-jährige Geschichte zurückblicken kann und aus dem Kulturleben nicht wegzudenken ist.

Im Foyer herzlichst von der Vereinsvorsitzenden Sabine Schultheiß begrüßt, durften sich die Konzertbesucher auf ein bunt gemischtes Programm mit Klassikern der Film-, Pop- und Blasmusik freuen.
Mit von Andrea Kürten ausgewählten Stücken, die dieses Orchester bereits seit zwanzig Jahren erfolgreich leitet, präsentierte der Musikverein eine Vielzahl der beliebtesten und bekanntesten Blasorchesterkompositionen der Musikgeschichte.

Mit Sicherheit war so mancher persönliche Favorit dabei, was zwischen den Klassikern der Applaus der Besucher und Ehrengäste bewies, darunter Laufs Bürgermeister Benedikt Bisping, Landrat Armin Kroder, Politiker der umliegenden Gemeinden und, als „Hausherr“, Bürgermeister Klaus Falk.

Informativ führte Moderatorin Silvia Heid durch das zweistündige Konzert, das zu Beginn mit der „Appalachian Overture“ von James Barnes in die malerische Weite der Rocky Mountains entführte. Der amerikanische Komponist James Barnes schuf ein ebenso meisterhaftes Arrangement für Blasorchester aus der Filmmusik von „The Wizard of Oz“. Mitreißend und schwungvoll versetzte der Musikverein die Zuhörer in das Hollywood-Märchen von 1939, wo die junge Dorothy, (unvergessen Judy Garland) mit ihrem Hund Toto und ihren drei Weggefährten Blechmann, Löwe und Vogelscheuche fantastische Abenteuer erlebt.

Einer der Höhepunkte des Abends war das von den Musikern neu einstudierte Japanese-Folk-Song-Arrangement von Naohiro Iwai: „Yagi-Bushi“, ein traditionelles japanisches Volkslied aus der Präfektur Gunma.
Wunderbare Bläserklänge kamen mit der „Polka Italienne“ voll zur Geltung. Basierend auf einer Melodie, die Rachmaninow Anfang der 1900er Jahre in Italien von einem Leierkastenmann hörte und für Klavier niederschrieb. Neu verfasst wurde es vom Komponisten Stefan Schwalgin. Für alle Nena-Fans verarbeitete Peter Kleine Schaars ihre größten Hits zu einem Medley für Blasorchester, womit auch der MVL sein Publikum verzauberte.

Den musikalischen Nachwuchs zu fördern, ist seit jeher ein besonderes Ziel des MVL. Traditionell hatte daher auch das Nachwuchsorchester unter der Leitung von Marie Bayerer einen glänzenden Auftritt und zeigte einmal mehr, wie reichhaltig und inspirierend Blasmusik sein kann.
Mit „Music for the Royal Fireworks“ begeisterten die Nachwuchsmusiker genauso wie mit einem der bekanntesten Stücke Beethovens, dem „Allegretto – Symphony No. 7“.

Folkloristisch ging es mit dem Hauptorchester auf die „Grüne Insel“: Mit „Kilkenny Rhapsody“ von Kees Vlak waren melancholische irische Weisen zu hören. Das beliebte Bänkellied „Mack The Knife“, getextet von Bertolt Brecht und vertont von Kurt Weill, erinnerte als Arrangement von Jos Pijnappel an die „Drei­groschenoper“.

Der Abend endete mit einem brillanten Marsch-Konfetti von nahezu 30 verschiedenen Märschen, darunter Radetzkymarsch und Deutsch­meister-Regimentsmarsch, die Xaver Lecheler in einem Medley zusammengestellt hatte, was ebenfalls Beifallsstürme auslöste.

N-Land G. Jahn
G. Jahn