Buchvorstellungen

Lesetipps von Sabine Hollermeier

Im Ohrensessel im Rosengarten las Sabine Hollermeier aus witzigen, aber auch teilweise erschütternden Krimis. | Foto: M. Ermer2020/09/IMG-0945.jpg

HERSBRUCK – Mal sind sie ernst, mal lustig, mal für Leute mit schwarzem Humor geeignet und einige sind definitiv nichts für Zartbesaitete – Krimis. Buchhändlerin Sabine Hollermeier scheint sie alle zu kennen. Einige ihrer liebsten Krimis stellte sie nun einem lesebegeisterten Publikum im Hersbrucker Rosengarten vor.

Seit sie zwölf Jahre alt ist, liest sie Krimis, erzählte Sabine „Bine“ Hollermeier denn auch gleich zu Beginn des Abends, der von Angelika Pflaum und „Die Spielkiste“ organisiert wurde. Dazu wollte sie schon seit der Kindheit Buchhändlerin werden und spätestens, als die Mutter nicht mehr verhindern konnte, dass sie Liebesromane bald langweilig fand und stattdessen zu Kriminalgeschichten griff, war der Weg hin zum Krimifan vermutlich geebnet. Beste Voraussetzungen also für Hollermeier, um aus den bekannten Liedzeilen mit „Mimi“ ein „Ohne Krimi geht die Bine nie ins Bett“ zu texten und den etwa 50 Zuhörern, die überwiegend mit eigenen Liegestühlen gekommen waren, unter problemlos möglicher Einhaltung des Mindestabstands auf der grünen Wiese ihre aktuellen Favoriten vorzustellen.

Skurril, witzig, ernst

Davor begrüßte Angelika Pflaum die Gäste und war sichtlich erleichtert ob des „super Wetters an diesem tollen Platz“, das sie und ihr Team von der „Spielkiste“ erwischt hatten. Außerdem bedankte sie sich bei der Stadt Hersbruck für die Genehmigung und lud das Publikum ein, auch dem Kulturbahnhof „Na und“ einmal einen Besuch abzustatten, dem die Überschüsse der Einnahmen aus der Lesung zukommen werden.

Sehr skurril, witzig und teilweise aber auch erschütternd ernst wurde es anschließend mit den ersten Buchvorstellungen. Aus dem mittlerweile von der Vielzahl an Geschichten überquellenden Krimi-Genre mit Geschichten, die reinen Unterhaltungswert haben, kulturell oder politisch Stellung beziehen können, oft sogar bewusst regionale oder landestypische Bezüge besitzen, hatte Sabine Hollermeier für jeden Geschmack eine Lektüre herausgesucht. Immer wieder las sie kleine Ausschnitte einzelner Buchtitel vor, die das krimibegeisterte Publikum oftmals zum Lachen brachten, gleichzeitig jedoch auch tiefe Einblicke in menschliche Abgründe boten.

Dabei reichte die Bandbreite von deutschen Krimis über den Schweizer „Gommer Sommer“, einen Lust auf die Provence machenden und dabei nette Unterhaltung bietenden französischen Krimi bis hin zur Mafia in Venedig und Drogenkartellen in Kalifornien mit Tess Sharpes „River of Violence“. Noch nicht einmal fertig gelesen und gerade erst erschienen, stellte sie daneben einen historischen Krimi, eher langsam erzählt, aus den letzten Tagen des Kaiserreichs vor.

Thriller aus dem Norden

Auch die im Gegensatz dazu oft sehr dunklen, schon eher im Thriller-Bereich angesiedelten – und daher nicht immer die zu empfehlende Literatur vor dem Einschlafen – Kriminalromane aus dem hohen Norden durften bei Hollermeiers Auswahl nicht fehlen. Ihre Favoriten hier: „Die Lüge“ vom schwedischen Autor Mattias Edvardsson, „packend erzählt in drei Perspektiven und mit der Auflösung auf der allerletzten Seite“; „Oxen“ aus Dänemark mit inzwischen vier Bänden, von denen wiederum drei aufeinander aufbauen, und einer isländischen Rückwärtstriologie aus der Feder von Ragnar Jonasson, die man „wunderbar weglesen kann“. Kein Wunder also, dass sie hier nach den Bänden „Dunkel“ und „Insel“ nun auf den letzten oder eigentlich ersten Teil wartet, der einige Jahre zuvor spielt und im September erscheint.

Neben den Leseproben und einigen Hintergrundinformationen zu der jeweiligen Geschichte im Allgemeinen gab die Buchhändlerin auch immer eine kurze Vorstellung der Autoren und erklärte zudem, warum sie gerade dieses Buch ausgesucht hatte. Und bei der schon erwähnten Vielzahl an unglaublichen und mal mehr oder weniger realistischen Möglichkeiten, jemanden (in Büchern) zu Tode kommen zu lassen, nahm es Hollermeier auch keiner übel, dass sie auf ihrem Lesesessel statt ihrer angekündigten „Top 10 der Kriminalliteratur“ ein paar Bücher mehr vorzustellen hatte.

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