Hirtenmuseum Hersbruck

Hersbrucker Kunstmuseum eröffnet neue Ausstellung

Im Bild „Facing uncertain Future“ von Melanie Hehlinger stehen sich zwei gegenüber, deren Zukunft ungewiss ist: ein kleiner Junge und ein Eisbär. | Foto: S. Baderschneider2020/10/VernissageUeberfluss-8284.jpg

HERSBRUCK – Unter Corona-Bedingungen wurde im Hirtenmuseum eine kleine, aber feine Ausstellung mit dem Thema „Überfluss“ eröffnet, die die Mitglieder des Kunstmuseums Hersbruck gestalteten. 29 Künstler aus der Region zeigen, wie vielfältig man sich dem Thema nähern kann.

2020 ist ein schwieriges Jahr für Künstler, da sind sich alle Laudatoren einig. Sich in Krisenzeiten mit dem Thema „Überfluss“ zu beschäftigen, liegt aber vermutlich nahe. Die Idee dazu, so erläuterte Ingrid Pflaum vom Hirtenmuseum, entstand bei der Vorbereitung der Aktion „Kunst im Fluss“ – gerne mit der Aufforderung, sich mal ganz wörtlich mit dem „Über-Fluss“ zu befassen.

Der thematische Schwerpunkt der eingereichten Werke liegt aber, so erklärte Laudator Horst Arndt-Henning, tatsächlich auf der Art und Weise, wie die heutige Gesellschaft mit dem Überfluss umgeht. Die Natur, so führte er aus, produziere schließlich auch Überfluss. Dieser aber werde in einem ewigen Kreislauf wieder zerlegt und zu neuem Überfluss zusammengesetzt.

Der Mensch hingegen neige dazu, einen Überfluss zu produzieren, den er nicht mehr los wird, der schädlich ist und im schlimmsten Fall die eigenen Ressourcen zerstört. Das sei der Unterschied zwischen Überfluss und Verschwendung. Ein Weg aus dieser Misere, so Arndt-Henning, sei die 100-prozentige Rückführung allen Überschusses in den natürlichen Kreislauf. Wir müssten sozusagen damit aufhören, den uns gegebenen Überfluss zu verschwenden.

Keramik bis Fotografie

Die Ausstellung zeigt einen ganz anderen Überfluss. Sowohl thematisch als auch technisch finden sich hier höchst unterschiedliche Ansätze und Interpretationen. Keramiken, eine Klanginstallation, Fotografie, Zeichnungen und Malerei – die Kreativität der teilnehmenden Künstler kennt zumindest keinen Mangel. Darunter findet sich die eine oder andere ganz greifbare Konsumkritik, wie zum Beispiel in der Collage „Kaffee und Kuchen Kontrolle“ von Christoph Gerling oder auch die Keramikgruppe „Kaufrausch“ von Gina Bauer. Diese knallbunten Gestalten wirken wie eine lustige kleine Karawane, die schwer bepackt, aber ziemlich ziellos durch die Konsumwelt irrt.

Andere Werke befassen sich mit den hässlichen Hinterlassenschaften der Konsumgesellschaft, wieder andere thematisieren die langfristigen Auswirkungen und den Kontrast zwischen Mangel und Verschwendung. In dem Bild „Facing uncertain Future“ von Melanie Hehlinger begegnen sich ein Eisbär und ein kleiner Junge, beider Zukunft ist durch die Verschwendung bedroht.

Die Ausstellung „Überfluss“ ist noch bis zum 20. Dezember 2020 im Hirtenmuseum zu sehen.

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