Uwe Nitzls Sixpak gastierte im Keller der Burgthanner Burg

Deutlich mehr als Mainstream und Fusion

Entlockte seinem Keyboard ein enorme klangliche uns soundtechnische Vielfalt: Pianist und Bandleader Uwe Nitzl. | Foto: Gisa Spandler2017/02/sixpak3.jpg

BURGTHANN – Als Mainstream und Fusion angekündigt war die Truppe um Uwe Nitzl im Keller der Burgthanner Burg, doch das war heftig untertrieben. Sein „Sixpak“, verstärkt durch Stargast Christoph Huber am Schlagzeug, der normalerweise beim großen Thilo Wolf den Rhythmus vorgibt, war ein Brett – nicht nur was die gefälligen Jazz-Weisen angeht.

Die beschränkten sich auf locker-leichte Latin-Rhythmen, mal Bossa, mal Chacha, doch auch die waren gespickt mit rasanten Soli der Profi-Musiker. Nein, auch wilde Nummern mit freien Improvisationen ließen das Publikum schon zu Beginn aus dem Häuschen geraten und machten auch dem bestens aufgelegten Bandleader Freude. Der entlockte seinen Keyboards enormen Klangfarbenreichtum, moderierte das feinfühlige Zusammenspiel aller Musiker, ergänzte den Gesamtklang durch eingespeicherte O-Töne und wechselte sich mit den Bläsern (ganzs stark: Kim Barth an der Flöte und den Saxofonen) ab, lieferte sich mal ein Duett mit dem temperamentvollen Paul van Lier am Vibraphon und ließ auch den hervorragenden Rhythmikern, neben Huber der dynamische Florian Leuthold an diversen Schlaginstrumenten, viel Raum. Einen zurückhaltenden, aber bodenständigen Bass zupfte Marin Alic und zum Publikumsliebling avancierte kurzfristig der schwer bop-lastige Posaunist Ralf Bauer, der mal mit einem Augenzwinkern, mal ekstatisch auf seinem Instrument wütet und gleichzeitig brilliant Virtuosität offenbart

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler