Hersbrucker Rosenzauber

Andrea Gonze und Sonngard Wudy-Kühnhakl erzählen im Hirtenmuseum

Ausdrucksstark erzählt Andrea Gonze ihre Märchen. | Foto: H. Neitz2019/06/gonze.jpg

HERSBRUCK – Im Rahmen der Hersbrucker Rosenwochen sorgten die Erzählerinnen SonngardWudy-Kühnhakl und Andrea Gonze im Hirtenmuseum für große Gefühle bei ihrem Publikum. Mit ausdrucksstarker Gestik und erkennbar großer Leidenschaft lockten sie die Besucher im voll besetzten Scheunenraum ins Reich der Märchen und Sagen.

Auch wenn die meisten Gäste weiblich waren, empfahl Andrea Gonze bei ihrer Begrüßung den wenigen Männern genau hinzuhören, denn: „Sie können bestimmt im Verlauf des Abends so einiges über Frauen erfahren.“

Und in der Tat berichteten die fantastischen, geistreich und witzig vorgetragenen Geschichten allesamt von Müttern, Ehefrauen und Töchtern, wie sie durchs „Abenteuer Leben“ schreiten und auf ganz besondere Weise, klug und einfühlsam, prickelnde Situationen meistern.

Von Riesen, Hexen und Zauberei hörten die angespannt und manchmal auch amüsiert zuhörenden Märchenfreunde. Da war unter anderem die ortsbekannte Magierin, die nach ihrer Verhaftung auf den Schwingen einer Krähe aus dem Kerker entkam und danach nie mehr gesehen wurde. Oder die ältere Dame auf einem romantischen Balkon in Venedig, die einen Jüngling erst hinters Licht führte um dann am Ende doch in jugendlicher Schönheit noch viele Jahre mit ihrem Adonis zu verbringen.

Mutter aus dem Fluss

Erzählt wurde auch von einer Obstgartenkundigen Schönheit, die es nach anfänglicher Skepsis doch in den himmlischen Garten der Frau Holle schafft, um deren Apfelbäume zu pflegen. Wie ein junges Waisenmädchen nach schwerer Kindheit doch noch zu einem von der „Flussmutter“ prophezeiten glücklichen Leben kam? Die Besucher des märchenhaften Abends konnten es eindrucksvoll erfahren.

Zwischen den einzelnen Märchen, die jeweils im Wechsel von SonngardWudy-Kühnhakl und Andrea Gonze erzählt wurden, erfreute die Musikerin Liu Nestler mit einfühlsamen Melodien die Zuhörer. Mit wohlverdientem Applaus für die drei Künstlerinnen endete ein wunderbarer, kurzweiliger Abend der jeden Cent des Eintrittsgeldes wert war.

N-Land Helmut Neitz
Helmut Neitz