NÜRNBERGER LAND – Nach dem großflächigen Stromausfall in Berlin und der daraus resultierenden Diskussion um die Krisenvorsorge in Deutschland betont das Landratsamt Nürnberger Land in einer Pressemeldung: Auf Landkreisebene wurden in den vergangenen Jahren umfangreiche Maßnahmen getroffen, um im Ernstfall handlungsfähig zu sein und die Bevölkerung bestmöglich zu schützen.
Als zuständige Katastrophenschutzbehörde hat das Landratsamt Routinen und Strukturen etabliert, die in außergewöhnlichen Lagen greifen. Dazu zählen regelmäßige Abstimmungstreffen zwischen Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Bayerischem Roten Kreuz, Bundeswehr und den zuständigen Fachstellen im Landratsamt. Ziel ist es, Abläufe einzuüben, Zuständigkeiten zu klären und im Notfall ohne Zeitverlust zusammenzuarbeiten.
Ein zentraler Baustein ist die Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landratsamts. Knapp 90 speziell geschulte Mitarbeitende stehen bereit, um bei größeren Schadenslagen die Situation zu beurteilen, Maßnahmen zu koordinieren, Ressourcen zu organisieren und die Bevölkerung zu informieren. Um die Zusammenarbeit weiter zu stärken, nimmt die Führungsgruppe regelmäßig an Fortbildungen und Übungen teil. Zuletzt wurde eine landkreisweite Rahmenübung mit dem Szenario eines länger andauernden Stromausfalls erfolgreich durchgeführt, weitere Übungen sind in Vorbereitung.
Darüber hinaus hat das Sachgebiet Katastrophenschutz einen umfassenden Katastrophenschutzplan für sogenannte Flächenlagen erarbeitet. Er enthält Handlungsstrategien für verschiedene Szenarien – von Unwettern bis hin zu einem länger andauernden Ausfall der kritischen Infrastruktur. Für diesen Fall haben die Städte, Märkte und Gemeinden gemeinsam mit dem Landratsamt Vorsorge getroffen: Bei einem länger anhaltenden Stromausfall können Versorgungszentren eingerichtet werden, die vom dem Gemeinden betrieben werden und insbesondere schutzbedürftigen Menschen als Anlaufstelle dienen.
Die Infobroschüre „Stromausfall“ kann beim Landratsamt heruntergeladen und beliebig oft ausgedruckt werden, so sind alle wichtigen Informationen im Ernstfall verfügbar. Zugleich appelliert das Landratsamt an die Eigenvorsorge der Bevölkerung. Auch wenn kritische Infrastrukturen bestmöglich geschützt werden, ist es wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger selbst vorsorgen – etwa mit Lebensmittel- und Wasservorräten sowie notwendigen Medikamenten. Umfassende Hinweise zur persönlichen Vorsorge, zu Verhaltensregeln im Notfall und zu Anlaufstellen im Landkreis sind auf der Homepage des Landratsamtes und auf den Seiten des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.
