Waldspaziergang

Umbau zu Mischwald: Feuchter Grüne informiert sich

Die Feuchter Grünen haben sich über die Holzernte im Reichswald informiert.
Die Feuchter Grünen haben sich über die Holzernte im Reichswald informiert. | Foto: Patrick Stepper2026/09/q84-f528x65-910x669-1.webp

FEUCHT – Rund um Feucht haben in den vergangenen Wochen Holzerntemaßnahmen der Bayerischen Staatsforsten stattgefunden. Die Feuchter Grünen nahmen dies zum Anlass, sich ein genaueres Bild von Art, Umfang und Ziel der Waldpflegemaßnahmen zu machen.

Der gebürtige Feuchter Markus Beier, der als Einsatzleiter bei den Bayerischen Staatsforsten tätig ist, erklärte sich bereit, ein Team der Feuchter Grünen bei einem Waldspaziergang über die Arbeiten und deren Hintergründe zu informieren. Vom Wendeplatz hinter dem Tierheim Feucht ging es rund zwei Stunden durch den Reichswald. Dabei wurden zahlreiche Aspekte der modernen Waldbewirtschaftung erläutert. Ein Thema waren beispielsweise die sogenannten Rückegassen. Diese werden in regelmäßigen Abständen angelegt und ermöglichen es den Holzerntemaschinen, an Bäume heranzukommen. Die Lage dieser Rückegassen ist digital erfasst und dokumentiert, so dass sie bei späteren Arbeiten wieder genutzt werden können.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Wiederbewaldung der Flächen, auf denen durch die Holzernte Lücken entstehen. Dabei kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz: von der Aussaat und Anpflanzung bis hin zur Auswahl und Förderung der natürlichen Verjüngung. Ziel sei insbesondere, die teilweise noch vorhandenen, überwiegend aus Nadelbäumen bestehenden Monokulturen Schritt für Schritt in stabile Mischwälder umzuwandeln. Dabei sollen Baumarten gefördert werden, die sowohl zu den jeweiligen Standortbedingungen als auch zu den erwarteten klimatischen Veränderungen passen.

Die Finanzierung dieses Waldumbaus erfolgt laut Markus Beier zu einem wesentlichen Teil über die Erlöse aus dem Verkauf des geernteten Holzes. Holznutzung und Waldumbau stehen damit nicht grundsätzlich im Widerspruch, sondern können miteinander verbunden sein.

Aufgabe für Jahrzehnte

„Der Umbau des Reichswaldes zu einem stabileren und vielfältigeren Mischwald wurde bereits in den 1980er Jahren angestoßen und ist leider kein Selbstläufer“, heißt es in einer Pressemitteilung der Feuchter Grünen. Es handele sich um eine langfristige aktive Aufgabe, deren Ergebnisse sich teilweise erst nach Jahrzehnten zeigen werden.

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde bei dem Waldspaziergang deutlich, dass die auf den ersten Blick mitunter unschönen Veränderungen im Wald nicht isoliert betrachtet werden sollten. Hinter den Maßnahmen steht das Ziel, den Reichswald langfristig gesund, widerstandsfähig und anpassungsfähig zu erhalten.

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