15-Millionen-Investition in Hersbruck

Psorisol will nun 2018 erweitern

Die weißen Gebäude sind der Bestand (oben links die TV-Turnhalle), das zackige Holzmodell ist die geplante Klinik-Erweiterung. | Foto: Michael Scholz2017/05/psorisol-plaene.jpg

HERSBRUCK – Schon lange ist von der Erweiterung der Psorisol-Klinik in Hersbruck die Rede. Aber wann ist es denn nun so weit? „Wir haben fest vor, im kommenden Herbst auszuschreiben“, sagt Geschäftsführer Herbert-M. Pichler zur HZ. Das würde bedeuten: Baubeginn für das 15-Millionen-Euro-Projekt wäre im Frühjahr 2018, ein Jahr später würde dann der Einzug folgen. Die Verzögerung hat auch etwas mit einem Eigentumswechsel zu tun.

Schon die Investitionssumme drückt aus, dass das Vorhaben kein kleines ist. Der Neubau im Osten der Sartoriusinsel mit der bisherigen Klinik bedeutet schlichtweg eine Verdoppelung. Und die ist dringend nötig, wie Pichler betont: „Es wird jeden Tag enger“, alleine der Speisesaal sei für eine viel geringere Patientenzahl ausgelegt.

Aktuell hat die private Hautklinik 153 Betten, dazu kämen dann noch einmal 31. Die Auslastung betrage derzeit übers Jahr gesehen 80 Prozent, sagt Pichler. Daran sind aber häufige Spitzenzeiten nicht zu erkennen. In den drei Sommermonaten herrsche in der Hautklinik gewöhnlich weniger Nachfrage, sonst aber eine sehr große.

Es ist bei verschiedenen Anlässen in der Stadt immer wieder zu hören und der Geschäftsführer bestätigt noch einmal: Die Psorisol läuft sehr gut. Wegen ihr kommen Patienten aus ganz Deutschland nach Hersbruck. Zu tun habe das mit ihrer Ausrichtung, erläutert Pichler. Der Schwerpunkt liege auf chronischen Krankheiten, hauptsächlich Schuppenflechte und Neurodermitis. Diese werden in Hersbruck nicht symptom-, sondern ursachenorientiert behandelt. „Haut und Seele“, beides stünde hier im Blickfeld der Ärzte und Psychologen. Ein gewisses Wohlgefühl mit Kreativangeboten und auch dem eigenen kleinen Schwimmbad gehöre bei der Therapie dazu.

Zu den bisherigen Disziplinen Chirurgie und konservative Behandlung kommt demnächst deshalb ganz offiziell eine weitere: die Psychosomatik. Wegen dieser seltenen Kombination kann Pichler sagen, dass die Zukunft der Psorisol vielversprechend sei. Anders wäre eine Erweiterung, wie die bevorstehende, auch kaum vor Kreditgebern zu begründen.

Zusätzlich zu den 15 Millionen für den Neubau braucht die Klinik noch weitere anderthalb Millionen für einen Umbau unter anderem des bisherigen Speisesaals zu Räumen für Labor, Psychologen, Lager und den Patientenaufenthalt.

Diese Millionen-Vorhaben stehen vor dem Hintergrund eines weiteren Kaufs größerer Art: Die Sartoriusmühle GmbH, die Pichler und seiner Frau Marlene Greil mehrheitlich gehört, erwarb Anfang 2016 die Pegnitzinsel samt Gebäude von der GbR mbH Sartoriusmühle, einem Fonds mit 140 Gesellschaftern, und zudem das östlich angrenzende 6000 Quadratmeter große Grundstück für die Erweiterung. Klinikmieter bleibt wie bisher die Psorisol GmbH.

In die Hersbrucker Privatklinik ist viel Bewegung gekommen. Mit dem Grund- und Immobilieneigentümerwechsel vor Jahresfrist ging auch die Trennung vom bisherigen Hausarchitekten einher. Sein Entwurf für das neue Gebäude (die HZ berichtete) soll aber weiterhin umgesetzt werden: ein dreigeschossiger Bau auf 800 Quadratmetern Grundfläche mit einem neuen Speisesaal samt Südseiten-Terrasse im Parterre, mit Operationssälen, Lüftungszentrale und Technik im ersten Stock und einer attraktiven Bettenstation darüber.

Die Pläne stehen lange, die Baugenehmigung liegt vor, ebenso die Finanzierungszusage der Banken — warum verzögert sich das Projekt? Pichler verweist auf die einige Zeit ungeklärte Eigentumssituation auf der Insel, die jetzt „auf stabilen Beinen“ stehe, auf die Architektenfrage und auf eine bessere Zuschusssituation 2018.

Der Anspruch auf eine Förderung nach dem Krankenhausgesetz sei gegeben, sagt Pichler. Aber bisher habe das bayerische Finanzministerium noch nicht die konkrete Höhe zusagen können. All das fließe in die Kalkulation ein und wirke sich auf die benötigte Kredithöhe aus.

Angesichts der angekündigten Krankenhausschließung in Hersbruck ist die Frage nach einer künftigen Zusammenarbeit der Psorisol mit den Beleg- beziehungsweise Fachärzten naheliegend. Die chirurgisch-orthopädische Praxis am Krankenhaus benötigt einen OP, die Psorisol will einen neuen OP bauen. Pichler: „Mögliche Berührungspunkte liegen auf der Hand, wir würden uns wertgeschätzt fühlen, bei den Gesprächen dabei sein zu dürfen. Wir sind jederzeit offen dafür.“ In die Bemühungen, den Standort zu stärken, „würden wir uns gerne einbringen“.

Langfristig denkt der Geschäftsführer auch daran, das hautärztliche Medizinische Versorgungszentrum, ebenfalls mit unter seiner Regie, von der Nürnberger Straße auf den künftigen „Psorisol-Campus“ zu verlegen.

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