Pflichtpraktikum

PPG-Schüler schnuppern in Arbeitsleben hinein

Tom Schaffer bein Aufpumpen von Fahrradreifen. | Foto: Lena Lampe2019/02/DSC_0241.jpeg

HERSBRUCK – Viele zog es für ihr Praktikum nach Nürnberg oder weiter weg. Teilweise sogar bis nach Frankfurt oder Karlsruhe, doch auch in Hersbruck verteilten sich Elftklässler des Paul-Pfinzing-Gymnasiums, um Einblicke in die Arbeitswelt zu bekommen. Lena Lampe und Kevin Irlbacher haben während ihres Praktikums bei der Hersbrucker Zeitung acht ihrer Schulkollegen bei deren Arbeit besucht.

Jakob Speigl verbringt sein Praktikum beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und begleitet einen Revierleiter bei der Arbeit. Der Tag begann mit einer Kontrollrunde durch die Wälder in Reichenschwand und Henfenfeld, um forstwirtschaftliche Aspekte wie zum Beispiel die Anzahl von Biotopbäumen zu überprüfen und die Fällung von Bäumen zu regulieren. Obwohl es bei dem Beruf weniger um handwerkliche Tätigkeiten als um Organisation geht, erklärt der Elftklässler, dass ihm die Arbeit in der Natur gefällt, weil es „kein reiner Bürojob“ ist. Insgesamt befürwortet Jakob das verpflichtende Berufspraktikum, weil er „sonst wahrscheinlich zu faul“ gewesen wäre.

Weiter geht es in der Bahnhofsapotheke, in der Silvia Herrmann ihr Praktikum macht. Weil sie vorhat, später selbst in der Medizin tätig zu werden, war die Apotheke ein naheliegendes Ziel. „Wenn aus Medizin nichts wird“, will sie im Bereich Chemie arbeiten, „und Pharmazie ist da auch nicht so weit davon entfernt.“ Sie erfährt viel darüber, wie es hinter den Kulissen aussieht, darf aber keine Kunden beraten und beim Herstellen von Rezepturen lediglich zuschauen. Dennoch beschreibt die Sechzehnjährige das Verhältnis von Arbeit und Zuschauen als ausgewogen(„fifty-fifty“). Zu ihren Aufgaben gehören Aufräumen, Rezepte einlesen und Abbuchungen vergeben.

Auf Verbrecherjagd
„Der Kaffee ist gut!“, kommentiert Hannah Schießl, die zusammen mit Lena Kapppelmeier den Beruf eines Polizisten kennenlernt. Das spielt immerhin in den meisten Berufen eine große Rolle. Doch nicht nur der Kaffee macht das Praktikum für die beiden spannend, sowohl auf Streife als auch in alten Fallakten und Täterprofilen bekamen sie viele verschiedene Eindrücke. Dennoch befinden sie sich während ihres Praktikums „in einem Hochsicherheitsbereich“, wo sie sie sich nicht unbeaufsichtigt bewegen dürfen. Ebenfalls waren Vernehmungen für die Praktikantinnen unzugänglich. Obwohl eine der Schülerinnen die theoretisch nötige Mindestgröße nicht erreicht, ist eine Karriere bei der Polizei für beide eine Option.

Montieren, reparieren, säubern, warten: Bei Tom Schaffer stehen die ganze Woche Fahrräder im Mittelpunkt. Er entschied sich für „Zweirad Teuchert“ vor allem, da der Hobby-Mountainbiker bereits einige Erfahrung mit dem Reparieren von Fahrrädern hat. „Ich kann mir nichts Besseres als Praktikum vorstellen“, erwiderte der Sechzehnjährige auf die Frage, ob ihm die Arbeit bisher gefällt. Außerdem kommt sein Praktikum dem eigentlichen Beruf sehr nahe, weshalb er es in Betracht zieht, später wirklich in diesem Bereich zu arbeiten. Leider konnte Tom keine Aussage zur Qualität des Kaffees machen.

Moritz Grund wird während seines Praktikums bei „CI Pencils“ in die Abläufe einer Firma eingeführt. Mit großem Interesse widmet er sich den Aufgaben, die etwa zur Hälfte aus Organisatorischem und zum anderen aus einfachen, praktischen Tätigkeiten wie zum Beispiel dem Verpacken und Etikettieren von Sendungen besteht. Für ihn erfordert das Praktikum ein hohes Maß an Konzentration, um Chaos beim „Papierkram“ zu vermeiden. Dabei freut er sich über die angenehme Atmosphäre, sodass er sich definitiv vorstellen könnte, weiterhin für die Firma zu arbeiten.

Kundenarbeit und Bücher
Charlotte Kayser findet es „schön, Menschen mit Büchern eine Freude zu machen“. Deswegen hat sie sich, wie auch Hannes Ruck, für ein Praktikum bei der Buchhandlung Lösch entschieden. Insgesamt gefällt ihnen die Arbeit mit Kunden, und die beiden finden es interessant einen Einblick hinter die Kulissen eines Ladens zu bekommen, wo sie viele unterschiedliche Aufgaben übernehmen dürfen. Dazu gehören Etikettieren und Einscannen von Büchern, Sortieren von Bestellungen, Kassieren, aber auch kreative Arbeit wie das Gestalten eines Schaufensters. Überrascht hat sie die große Menge an Kunden und die familiäre Stimmung, die in dem Betrieb herrscht.

Schreiben ist anstrengend
Auch bei der Zeitung gab es für die Praktikanten einiges zu tun. Im Folgenden schildern die beiden neuen Profis ihre Eindrücke von der Redaktionsarbeit.
Kevin Irlbacher: „ Zwar litt mein Ego aufgrund meiner Praktikums-Kollegin deutlich, dennoch gefiel mir die Zeit bei der Hersbrucker Zeitung . Die angenehme Arbeitsatmosphäre war definitiv gegeben, sodass es bei der HZ gleich Spaß machte. Am Anfang war es nicht einfach, sich einzufinden und die technischen Fähigkeiten zu erlernen , doch das wurde mit der Zeit auch besser. Es hätte auch länger sein dürfen.“

Lena Lampe: „Den Beruf als Journalistin hatte ich definitiv unterschätzt. Immerhin ein Teil von uns hat schnell verstanden, dass man in Zeitungsberichten keine Hochsprache verwendet, trotzdem sitzt man deutlich länger als erwartet an einzelnen Textabschnitten und Formulierungen. Die Fragen vorbereiten, unterwegs sein und vor allem alles danach aufschreiben war ziemlich anstrengend, aber hat mir sehr viel Spaß gemacht, und die Redaktion hat die Woche mit uns gut überstanden.“

Lena Lampe, 
Kevin Irlbacher

N-Land Hersbrucker Zeitung
Hersbrucker Zeitung