Versorgt Hackschnitzelanlage der Therme zukünftig weitere Großabnehmer?

Netz für Wärme

Die Naturenergie im Hersbrucker Osten mit dem großen Hackschnitzelheizwerk möchte über ein Fernwärmenetz in Richtung Stadt expandieren. Foto: J. Ruppert2014/10/5_2_1_2_20141029_NETZ.jpg

HERSBRUCK – „Wenn Ihr das schafft, kann ich Euch dazu nur beglückwünschen“, sagte Angelika Pflaum. Das Ratsmitglied im Zweckverband Sportzentrum Hersbruck zeigte sich beeindruckt von einer Art „Salamiprojekt“. Die Hackschnitzelanlage, die die Fackelmann Therme beheizt, kann über ein Fernwärmenetz weitere Großabnehmer wie das Schulzentrum an der Happurger Straße versorgen.

Bürgermeister Robert Ilg als Verbandsvorsitzender stellte das Konzept vor. Schon länger gibt es den Plan, das gesamte Areal mit Grundschule, Mittelschule, Realschule, Förderschule, Dreifachturnhalle und bald das Kinderkompetenzzentrum gemeinsam zu beheizen. Zuletzt wurde auf die Variante Blockheizkraftwerk (BHKW) in Verbindung mit einer Gas-Brennwert-Anlage gesetzt.

Die Naturenergie mit den Hauptabnehmern Fackelmann Therme und Finanzamt hat angeboten, Wärme aus ihrem Hackschnitzelwerk an der Amberger Straße über Leitungen zu liefern. Der Temperaturverlust ist angeblich gering. Den Verantwortlichen aus der Politik kommt so eine Variante sehr gelegen, da sie regenerative Energiegewinnung fördern möchte.

Vom Aufwand her würde sich das Vorhaben nur rechnen, wenn auf dem Weg ins Schulzentrum zwei weitere Abnehmer mitmachen: das Hersbrucker Gymnasium und die Psorisol-Klinik, die nächstes Jahr ihren Erweiterungsbau starten möchte. „Dann ist das Projekt interessant und wirtschaftlich sinnvoll für alle“, sagte Robert Ilg. Noch ist allerdings gar nichts in den berühmten trockenen Tüchern. Gespräche müssen mit den weiteren Beteiligten erst geführt werden.

Bis zu einer endgültigen Lösung im Schulzentrum reichen die beiden fast neuen Kessel der Realschule und des Sportstättengebäudes beziehungsweise die Lieferungen der Hewa mit Gasbrennwerttechnik.

Bruno Schmidt aus Reichenschwand hakte nach, wer bei den Leitungen investiert. „Wir bezahlen nur den Wärmepreis“, sagte Robert Ilg. Die Heizung betreibt die Naturenergie, die Leitungen verlegt die Hewa. Norbert Thiel strich hervor, dass auch private Haushalte an das entstehende Netz angeschlossen werden können.

Kreiskämmerer Werner Rapp signalisierte grundsätzlich Zustimmung. Landrat Armin Kroder ist bekanntlich ein Freund von Hackschnitzelnutzung. Allerdings wäre Bernd Rapp eine eigene Anlage im Schulzentrum vielleicht lieber gewesen. Dieses ursprüngliche Vorhaben musste aber zu den Akten gelegt werden. Es gab im näheren Umkreis wegen des Hochwassergebietes keine Möglichkeit, einen Hackschnitzelbunker zu bauen.

Die Rechungsprüfer des Zweckverbandes, noch unter der Regie von Peter Steif, haben im März zwei Nachfragen gestellt. Peter Dischner von der Hersbrucker Kämmerei teilte mit, dass die Trennvorhänge in der Dreifachturnhalle jedes Jahr auf ihre Sicherheit zu kontrollieren sind. Die Kosten einer Fachfirma betragen etwa 520 Euro. Außerdem gab es eine Klarstellung, wie die Arbeiten des Hersbrucker Bauhofs für die Abschlussfeiern des Paul-Pfinzing-Gymnasiums in dem Sportkomplex zu verrechnen sind.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert