Hersbrucker Firma Carl Gross startet Werbekampagne

Männer, willkommen im Club

HERSBRUCK – Ein grauer Container mit der Aufschrift „#maennerfreundschaft“? Darunter auf Englisch die Aufforderung: „Erzählt uns eure Geschichte“. Aber was ist die Story dieser Metallbox? Sie wartet auf ihren nächsten Auftritt bei der größten Werbekampagne in der 91-jährigen Firmengeschichte von Carl Gross. Der Textilfabrikant ist gerade dabei, die eigene Marke „Club of gents“ mit Aktionen in Großstädten, im „Playboy“ und auf allen Digitalkanälen massiv zu bewerben.
Anzugmode aus Hersbruck für junge Männer so bekannt wie Hugo Boss oder Benetton? Warum nicht. „Wenn wir eine Kampagne starten, dann richtig“, sagt Jürgen Putzer, der Marketingchef von Carl Gross. Es war ein großer Schritt für die Firma, das klingt an, wenn er und Geschäftsführer Peter Gross über die Entscheidung sprechen, die eigene Marke „Club of gents“ oder kurz CG entscheidend voranzubringen.
Bisher gab es bei dem Textilhersteller so gut wie keine Endverbraucherwerbung. Das war gar nicht nötig. Die Sakkos und Hosen waren im Fachhandel gut platziert. Ab und an schaltete Gross einmal Annoncen, zum Beispiel im Spiegel oder im Manager Magazin. Das war es aber auch. Mit der neuen jungen Marke CG, die etwa zeitgleich mit der Eröffnung des neuen, modernen Fabrikverkaufs in Hersbruck vor zehn Jahren auf den Markt kam, änderte sich das. Vorher gab es von Carl Gross zwar Anzüge von hoher Qualität, die durch das praktische „Baukastensystem“ Erfolg hatten, dies deckte allerdings nur den herkömmlichen Business-Bereich ab.
Mit CG, das seit fünf Jahren „Club of gents“ heißt und sich damit namentlich deutlicher von der Stammmarke löst, bekam die Anzugfabrik eine weitere Linie mit mehr Pep. Schlankere, sportlichere Schnitte, trendige Details — all das passte dazu, dass immer häufiger auch junge Männer, ob bei der Konfirmation, dem Schulabschluss oder den beruflichen Anfangsjahren, und auch Geschäftsleute gerne diese Anzüge tragen.
Ein großer Erfolg war da das Fotoshooting des Hersbruckers Michael Schober, der Schüler des Paul-Pfinzing-Gymnasiums als Models einsetzte (die HZ berichtete), vergangenes Jahr bereits zum zweiten Mal. Bei vielen der 400 Kunden — meistens mittelständische Modehäuser — kamen diese Plakate hervorragend an, berichtet Jürgen Putzer.
Dennoch ist ein Sprung nötig, wie im Gespräch mit der HZ deutlich wird — einfach, um konkurrenzfähig zu bleiben. Der Blick richtet sich dabei auf Mitbewerber wie Digel, Roy Robson, Drykorn, Strellson und S. Oliver. Keiner davon habe seine Anzüge bisher so offensiv beworben wie CG jetzt — das macht Putzer ganz deutlich.
Dafür nehmen die Hersbrucker Einiges in die Hand: 400 000 Euro ist es ihnen wert, „die Markenbekanntheit zu verdoppeln“ — so lautet das Ziel für dieses und nächstes Jahr. Das nach einem Wettbewerb von einer Agentur ausgetüftelte Rezept heißt: Da es keine eigenen CG-Läden gibt, muss die Marke für Händler unverzichtbar werden. Die Nachfrage muss geweckt werden.
Und wie geht das am besten? „Über Emotionen“, sagen Putzer und Gross aus voller Überzeugung. Das Unternehmen könne sich als familiengeführte Firma gut auf Werte berufen. Darum das Kampagnen-Schlagwort Männerfreundschaft, mit dem Hashtag-Kreuz vorneweg, das im Social-Media-Bereich für ein Schlagwort mit Wiedererkennungswert steht. Dort, auf Facebook und Youtube zum Beispiel, läuft ein 1:48 Minuten langer professioneller Clip, der sich möglichst weit verbreiten soll. Inhalt: Männer mit Gefühl teilen die Höhen und Tiefen des Lebens miteinander. Den „Club of gents“ weiter emotional aufladen, darum geht es.
Dazu kommt ein spezielles Casting: CG sucht fünf Mal zwei Freunde, die Teil der Herbst-/Winter-Kampagne werden sollen. Höhepunkt ist ein professionelles Fotoshooting mit Andreas Ortner, der mit Cosmopolitan oder Voque zusammenarbeitet. Unter den Bewerbern werden fünf Mal zwei Tickets für ein Männer-Wochenende in Las Vegas verlost. Angesprochen fühlen dürfen sich alle 20- bis 35-Jährigen, die etwas anfangen können mit Werten wie Zuverlässigkeit und den besonderen Momenten echter Männer-Erlebnisse.
Auch im wirklichen Leben geht CG auf Tour – in Stuttgart, Düsseldorf, Essen und in Nürnberg war der „Club“-Container schon. Und was verbirgt sich jetzt darin? „Anzüge aus der aktuellen Kollektion, Tablets, um die Online-Kampagne zeigen zu können, und eine kleine Bühne für die Bewerber“, antwortet Jürgen Putzer. Wenn sich der Kasten öffnet, „dann ist das wie ein kleiner Showroom“, ergänzt er. Für die CG-Models und für den Hersbrucker „Club of gents“.

Einige Internet-Links zur „Club of gents“-Kampagne „#maennerfreundschaft“:
Der Clip auf Youtube: https://youtu.be/v1Aa3_11FQ0
CG im Playboy: In der Mai-Ausgabe gibt es einen Bericht, zusätzlich online unter http://www.playboy.de/maennerfreundschaft
Und die offizielle Promo-Seite ist unter http://maennerfreundschaft.fashion zu finden.

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