Hoffnung für Hauttumorpatienten

Prof. Amon heißt Dr. Zoltan Szabo, operativer Oberarzt des neuen stationären Operationszentrums für Hauttumoren, offiziell willkommen. Foto: U. Meckler2011/03/5_2_1_2_20110305_AKTUELL.jpg

HERSBRUCK (um) – Fortschritt im Kampf gegen Hautkrebs: Die PsoriSol Hautklinik hat ein neues stationäres Operationszentrum für Hauttumoren. Das gab der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Klinik, Prof. Dr. Ulrich Amon, bekannt. Oberarzt der neuen Abteilung ist Dr. med. Zoltan Szabo.

Hauptgrund für die neue Station in der PsoriSol Hautklinik ist die um ein Vierfaches angestiegene Erkrankungsrate bei älteren aber auch bei jüngeren Patienten seit den 1970er Jahren, erklärt Amon. Dies sei unter anderem zurückzuführen auf eine erhöhte Sonnenintensität und eine größere Neigung der Bevölkerung zum Sonnenbaden. Die drei häufigsten Hautkrebsarten, das Melanom („Schwarzer Hautkrebs“), das Spinaliom („Weißer Hautkrebs“) und das Basaliom sind zwar im Frühstadium gut ambulant behandelbar. Ist der Tumor jedoch schon tief in die Haut vorgedrungen, bleibt keine andere Möglichkeit, als ihn stationär zu entfernen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Patienten im hohen Lebensalter mit zahlreichen Begleiterkrankungen und erhöhtem Risiko für ambulante Eingriffe.

Genau für diese Fälle wurde nun das neue OP-Zentrum eingerichtet. Amon freut sich, dass Dr. Szabo als Oberarzt für die PsoriSol Hautklinik gewonnen werden konnte. Neben seiner Ausbildung zum Hautarzt besitzt er außerdem die Facharztanerkennung als Allgemeinchirurg, so Amon. Die langjährige Erfahrung als operativer Dermatologe an den Universitätshautkliniken in Hannover und Göttingen qualifizierten den gebürtigen Ungarn zusätzlich für die neue Aufgabe in Hersbruck.

In der PsoriSol Hautklinik will Szabo nun seine stationären Patienten so „schmerzfrei“ wie möglich behandeln. Der sensible Umgang ist umso wichtiger, da das Thema Hauttumor oft mit vielen Ängsten besetzt ist. Das kommt nicht von ungefähr.

Denn die bösartigen Hauttumoren, das Melanom und das Spinaliom, können im Gewebe metastasieren und müssen daher frühzeitig entfernt werden. „Um alles zu erwischen, ist es wichtig, großzügig zu operieren“, macht Amon deutlich. Im Anschluss werden die Schnitt ränder dann im kooperierenden Zentrum in Heidelberg genau analysiert. Dies stellt sicher, dass der Tumor komplett entfernt wird. Auch um die Narben so unauffällig wie möglich zu halten, bringt Chirurg Szabo die notwendigen Techniken mit. „Eine davon ist, die offene Schnittwunde im Verlauf der natürlichen Falten, wie der Nasolabialfalte, wieder fein zu vernähen “, erklärt Szabo. Auf diese Weise wird die Narbe in der natürlichen Falte versteckt und ist kaum sichtbar. Das stellt für den Patienten eine große Erleichterung dar.

Spezielle Verfahrensweisen bietet die Klinik künftig auch bei der Operation von offenen Beinen an. Bei der sogenannten „Maschenoperation“ wird transplantierte Haut auseinandergezogen und dann wie ein Netz auf die Wunde aufgelegt und angenäht. Zudem hat Dr. Szabo die Methode der sogenannten Vollhaut transplantation bei offenen Beinen etabliert. Sie wird angewendet, wenn die betroffene Stelle nicht zu groß ist. Amon sieht bei dieser „nachhaltigen Methode“ gute Zukunftsperspektiven, weil die Abheilung meist „hervorragend“ verläuft.

Für Operationen wie die von offenen Beinen ist in Einzelfällen eine Vollnarkose notwendig. Dies gilt auch für manche Eingriffe bei Hauttumoren. Hier will die PsoriSol Hautklinik künftig verstärkt mit dem Hersbrucker Krankenhaus zusammenarbeiten.

Zudem ist es das Anliegen von Professor Amon, für das Thema Hautkrebs und Hauttumoren zu sensibilisieren. Der Spezialist empfiehlt ausdrücklich den dermatologischen „Check up“ zur Früherkennung von bösartigen Veränderungen an der Haut bei ambulant tätigen, niedergelassenen Hautärzten. Muttermale können Hautärzte etwa durch einen „Pigment-Check“ von Melanomen unterscheiden und auf diese Weise, durch einen vergleichsweise einfachen ambulanten Eingriff in der Praxis, schlimmeren Erkrankungen vorbeugen. Für Patienten, bei denen solche ambulanten Maßnahmen bei niedergelassenen Hautfachärzten nicht ausreichen oder bei denen das Risiko für eine ambulante Operation zu hoch ist, steht die PsoriSol Hautklinik künftig mit ihrem neuen OP-Zentrum und dem operativen Oberarzt Dr. Szabo zur Verfügung.

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