Facebook und Co. als Werbekanäle

Landrat Armin Kroder begrüßt die Teilnehmer des Seminars „Social Media für den Einzelhandel“ im vollbesetzten großen Sitzungssaal des Landratsamts. Auf dem Podium die Referenten (v. l. ) Kai Schmidt, Götz Reichel und Jürgen Putzer sowie Frank Richartz von der Wirtschaftsförderung des Landkreises. Foto: List2012/02/38909_socialmediavortraglra_New_1330359364.jpg

NÜRNBERGER LAND (lra) — Soziale Medien wie Twitter und Facebook sind für den Einzelhandel die moderne Form der „Mund-zu-Mund-Propaganda“. Empfehlungen, die in sozialen Netzwerken von Kunden weitergegeben werden, sind besonders glaubwürdig – die Werbung entsprechend wirkungsvoll. Das und mehr erfuhren die Teilnehmer einer Infoveranstaltung zum Thema „Social Media für den Einzelhandel“, zu dem die Wirtschaftsförderung des Landkreises ins Landrats­amt eingeladen hatte.

Jürgen Putzer, Marketingleiter der Firma Création Gross aus Hersbruck, beleuchtete die sozialen Netzwerke von vielen Seiten und arbeitete Vor- und Nachteile heraus. Als moderne Form des Empfehlungsmarketings seien sie die effektivste Form der Werbung und eine Ergänzung zum klassischen Geschäfts- beziehungsweise Vertriebsweg. Traditionelles Ladengeschäft und Online-Shop richten sich an unterschiedliche Zielgruppen, machen sich also gegenseitig keine Konkurrenz, stellte er klar.

Indem ein Unternehmen selbst in sozialen Netzwerken aktiv werde, erreiche es vor allem die zahlungskräftige und ausgabenfreudige Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen, die meist online aktiv sind, sich untereinander austauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gruppen selbst gestalten.

Basis und Türöffner für Social-Media-Aktivitäten ist die eigene Website, unterstrich Putzer. Bei welchem Anbieter sozialer Netzwerke eine Firma sich präsentieren wolle, sei abhängig von der Zielgruppe. Darüber hinaus sei unerlässlich, firmenintern zu klären, mit welchen Themen man sich präsentieren wolle und wer dafür verantwortlich zeichnet. „Neben einem Plan braucht Social Media auch Zeit, wenn man es nutzbringend einsetzen will“, betonte Putzer. Vor- und Nachteil zugleich sind die kurzen Reaktionszeiten, sodass die Pflege der Auftritte mehrmals am Tag sinnvoll ist.

Kai Schmidt (Foto Steinbauer, Hersbruck) und Götz Reichel (Chairgo, Hersbruck) berichteten anhand von Beispielen von ihren Erfahrungen mit sozialen Netzwerken. Social Media könne auch von Einzelhändlern mit wenig Aufwand erfolgreich betrieben werden, unterstrichen sie. Maßstab seien nicht die Auftritte der großen Firmen, sondern die Erwartungen der eigenen Kundschaft. Im Sinne der Kundenbetreuung sei es wichtig, auch im Web die Kunden nicht anonym anzuschreiben, sondern ihnen persönliche Ansprechpartner zu präsentieren, die sich ihrer Wünsche annehmen. Dies verstärke die Bindung der Kunden ans Unternehmen. Auch ein persönlicher Rückruf-Service sei erfolgreicher als lediglich die Angabe der zentralen Rufnummer auf der Homepage, betonte Reichel.

Neben Blogs und der eigenen Facebook-Seite, die insbesondere von der jüngeren Kundschaft standardmäßig erwartet wird, seien Bilder auf der Website sehr informativ für Kunden. Dabei dürfe man nicht nur das Produkt präsentieren, sondern müsse den Kunden auch zeigen, was sie damit machen können, so Schmidt. Offenheit und Transparenz sei dabei ganz wesentlich. Deshalb lasse sich seine Facebook-Seite auch von nicht regis­trierten Usern aufrufen.

Landrat Armin Kroder hatte eingangs auf die Veränderungen hingewiesen, die soziale Medien in der Gesellschaft bewirkt hätten: Viele Menschen gäben heute freiwillig mehr von sich preis, als der Staat in sämtlichen Volksbefragungen wissen wolle.

Im Anschluss bestand die Möglichkeit zum regen Meinungs- und Informationsaustausch. Darüber hinaus präsentierten im Foyer zahlreiche heimische Internetspezialisten ihre Dienstleistungsangebote zum Thema. Die Präsentationen können unter www.nuernberger-land.de in der Rubrik Wirtschaft aktuell eingesehen werden.

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