LEINBURG - Mehrmals im Jahr treffen sich die ehrenamtlichen Beauftragten für Menschen mit Behinderung der Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis zu einem Erfahrungsaustausch und zum Planen gemeinsamer Aktivitäten. Gastgeber der jüngsten Zusammenkunft war die Gemeinde Leinburg.
„Ich schätze ihre ehrenamtliche Arbeit sehr und es ist wichtig, dass einem als Bürgermeister die Beauftragten auch immer wieder auf Schwachstellen hinweisen und mit Nachdruck auf Verbesserungen drängen. Außerdem finde ich, dass man als Kommune auch bestimmte Mittel dafür im Haushalt einfach einstellen muss. Zum Glück steht da bei uns in Leinburg der Gemeinderat auch voll dahinter“, sagte Leinburgs Erster Bürgermeister und Gastgeber Thomas Kraußer bei seiner Begrüßung.
Zu Beginn des Treffens berichteten die Anwesenden aus ihren Kommunen. Dabei kamen unter anderem der barrierefreie Umbau des Rathauses in Schwaig, die Umgestaltung des Laufer Marktplatzes, die Schwierigkeiten beim barrierefreien Bahnhofsausbau in Rückersdorf, die Initiative zur Errichtung einer barrierefreien Ampelanlage an der B 14 in Behringersdorf sowie die Fortschritte bei der barrierefreien Gestaltung des öffentlichen Raums in Altdorf zur Sprache.
Was Leinburg umgesetzt hat
Für die Gemeinde Leinburg stellte Behindertenbeauftragte Margit Dickas Verbesserungen zur Barrierefreiheit in der Kommune vor. So seien große Projekte in Leinburg wie das Gemeindezentrum von Beginn an barrierefrei konzipiert worden ebenso wie auch der neue, sich noch im Bau befindliche Kindergarten in Diepersdorf. Weitere kleinere Vorhaben, wie ein barrierefreier Friedhofseingang, Verbesserungen bei den Zugängen zu den Kirchen und zahlreiche Gehsteinabsenkungen seien in den vergangenen Jahren kontinuierlich umgesetzt worden.
Kraußer betonte in diesem Zusammenhang, dass man gerade mit kleinen, oftmals unkomplizierten und ohne großen finanziellen Aufwand umsetzbaren Vorhaben Gehsteigabsenkungen schnell Verbesserungen erreichen könne. „Davon profitieren ja nicht nur Menschen mit Behinderungen, sondern auch ältere Menschen und Familien. Bei anderen Themen wie der sicheren Straßenquerung am Kornmarkt in Leinburg oder in Unterhaidelbach muss man einfach hartnäckig dranbleiben und dem staatlichen Straßenbauamt immer wieder neue Vorschläge unterbreiten.“
Länger besprochen und diskutiert wurde bei dem Treffen in Leinburg auch eine Initiative zur Stärkung und Vernetzung der Belange von Menschen mit Behinderung im Landkreis. Ziel ist eine feste Koordinationsstelle am Landratsamt für die Arbeit für Menschen mit Behinderung, ähnlich der Stelle für Seniorenarbeit. Bislang wird alle Arbeit im Landkreis für Teilhabe, Inklusion und Barrierefreiheit in den Kommunen ausschließlich von Ehrenamtlichen geleistet. Für dieses Vorhaben habe man bereits einen Antrag an den Kreistag sowie einen Brief an die Kreisräte geschrieben und ein vielversprechendes Gespräch mit Landrat Armin Kroder geführt. „Wir hoffen nun sehr darauf, dass für diese angestrebte Stelle auch die entsprechenden Haushaltsmittel im Kreistag zur Verfügung gestellt werden“, sagte Angelika Feisthammel, die ehrenamtliche Behindertenbeauftragte des Landkreises.
