Appell

LBV: Weniger Torf für mehr Moore

Substrate aus Kompost, Rindenhumus und Holzfaser eignen sich laut LBV genau so gut für Hobbygärten wie torfhaltige Erde.
Substrate aus Kompost, Rindenhumus und Holzfaser eignen sich laut LBV genau so gut für Hobbygärten wie torfhaltige Erde. | Foto: Berger/Archiv2026/03/0ef79b0c7b68aa818fe1318fb8dc1039e2cec5a6_max1024x.jpg

NÜRNBERGER LAND - Der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) ruft Hobby-Gärtner dazu auf, beim Kauf von Blumenerde bewusst auf torffreie Produkte zu achten.

Denn in vielen Garten- und Blumenerden stecke Torf, der über Jahrtausende in Mooren entstanden ist. „Moore gehören zu den effektivsten natürlichen Klimaschützern. Wird Torf abgebaut, entweichen große Mengen des über Jahrtausende gespeicherten Kohlenstoffs in die Atmosphäre“, erklärt Franziska Back, Pressereferentin beim LBV.

Noch dazu sind Moore ein einzigartiger Lebensraum, der zahlreiche spezialisierte Tier- und Pflanzenarten vom Sonnentau bis zum Moorfrosch beherbergt. Obwohl der industrielle Torfabbau in Bayern inzwischen eingestellt ist, werde weiterhin Torf aus anderen Ländern, etwa aus dem Baltikum, importiert. Dort zerstört der Abbau immer noch wertvolle Moorlandschaften.

„Der über Jahrtausende entstandene Torf ist viel zu kostbar, um ihn nur für einen Sommer als Pflanzsubstrat zu nutzen und anschließend zu entsorgen“, sagt Back. Dabei gebe es längst Alternativen: Torffreie Substrate bestehen meist aus Mischungen aus Kompost, Rindenhumus und Holzfasern. Versuche aus Lehr- und Forschungseinrichtungen zeigten, dass sie für Hobbygärten ebenso gut geeignet sind wie torfhaltige Erde. 

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