NÜRNBERGER LAND – Mit Einbruch der Dunkelheit beginnt die spektakuläre Flugshow: An lauen Sommernächten schwärmen an vielen Orten im Nürnberger Land Fledermäuse aus und lassen sich mit etwas Glück am Abendhimmel beobachten. Leider sind die meisten der in der Region vorkommenden Arten gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht.
Am Wochenende von Samstag, 29., und Sonntag, 30. August, dreht sich deshalb alles um die faszinierenden Nachtjäger. In ganz Bayern lädt der bayerische Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) anlässlich der 30. Europäischen Fledermausnacht zu zahlreichen Veranstaltungen ein. „Mit Taschenlampen und Bat-Detektoren können Naturbegeisterte sich gemeinsam mit den Expertinnen und Experten vom LBV auf eine geheimnisvolle Entdeckungsreise machen und für einen Abend in die magische Welt der Fledermäuse abtauchen“, erklärt Thomas Aumer, Referatsleiter Artenschutz beim LBV.
Ab Ende August halten viele Fledermäuse, darunter Arten wie Abendsegler oder Mausohren, Ausschau nach geeigneten Winterquartieren, die ihnen während der kalten Jahreszeit Schutz und sichere Rückzugsorte bieten. In dieser Zeit lassen sich die faszinierenden Nachtschwärmer mancherorts besonders gut beobachten. „Allerdings ist es gar nicht so leicht, die dunkel gefärbten, wendigen Insektenjäger in der Abenddämmerung mit bloßem Auge auszumachen. Deutlich einfacher gelingt das bei einer geführten Fledermausexkursion mit Ultraschall-Detektoren“, erklärt Aumer. Die sogenannten Bat-Detektoren wandeln die für Menschen unhörbaren Ultraschallrufe der Tiere in hörbare Signale um. So können die Fledermäuse nicht nur leichter entdeckt, sondern auch bei der Jagd und Orientierung begleitet werden.
Eine gute Gelegenheit dazu bietet die Europäische Fledermausnacht (Batnight), die am Wochenende des 29. und 30. August stattfindet. In mehr als 35 Ländern organisieren Fledermausfreunde an diesem Wochenende Exkursionen und Veranstaltungen rund um die kleinen Säugetiere. Auch der LBV beteiligt sich bayernweit mit einem vielfältigen Programm. Dazu zählen unter anderem das familienfreundliche Fledermausfest im Englischen Garten in München, Führungen durch die Fasanerie in Aschaffenburg oder den Faberpark in Stein bei Nürnberg.
Kleine Nachtschwärmer in Not
Insgesamt über 25 verschiedene Fledermausarten konnten bisher in Bayern nachgewiesen werden. Darunter die vom Aussterben bedrohte Große Hufeisennase, deren letztes Vorkommen deutschlandweit sich im LBV-Fledermaushaus im oberpfälzischen Hohenburg befindet. Gefährdet sind viele Fledermausarten besonders, weil sie bei ihren nächtlichen Jagdflügen immer weniger Insekten finden, die ihnen als lebensnotwendige Nahrung dienen. Mit ein paar einfachen Tipps kann jedoch nahezu jede und jeder einen Beitrag zu ihrem Schutz leisten: „Ein naturnaher Garten mit heimischen Sträuchern oder einem Fledermausbeet mit nachtblühenden, nektarreichen Blütenpflanzen, wie Seifenkraut oder Nachtkerze, zieht nachtaktive Insekten an und kann den kleinen Nachtschwärmern helfen“, so Aumer. Wer Fledermäusen ein Zuhause geben will, kann Fledermausbretter oder Flachkästen sowie Höhlenkästen anbringen. Die meisten Fledermausarten sind außerdem sehr lichtscheu, da sie in beleuchteter Umgebung leichte Beute für andere Tiere wie Hauskatze, Steinmarder oder Waldkauz sind. Wer auf Dauerbeleuchtung im Außenbereich verzichtet, schafft den Tieren einen Flugkorridor durch die Nacht.
Info: Alle bayernweiten Fledermausveranstaltungen unter www.lbv.de/batnight.
