Siemens liefert die ersten 1,32 Millionen Testkits

Langer Weg zum Schnelltest

1,32 Millionen Testkits des erst vor wenigen Tagen zugelassenen Siemens-Schnelltests werden in dieser Woche an den Freistaat geliefert. | Foto: Fokussiert/stock.adobe.com2021/03/NL-Schnelltest-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Für Lehrkräfte, Kita-Mitarbeiter und Schüler über 15 Jahre werden Testkits zur Verfügung gestellt. Die ersten Lieferungen treffen ab heute an den Landratsämtern ein. Die Weiterverteilung an Schulen und Kindergärten übernimmt die Kreisverwaltungsbehörde.

Während im Nachbarland Österreich schon seit Monaten bundesweit Schnelltests zur Entdeckung von Corona-Infektionsketten eingesetzt werden, sollen die ersten Testkits für Schulen laut bayerischem Kultusministerium ab heute über das Technische Hilfswerk (THW) bei den Landratsämtern angeliefert und dann weiter verteilt werden. Der Freistaat will bayernweit für Lehrer und Erzieher sowie für Schüler ab 15 Jahren Tests zur Eigenanwendung zur Verfügung stellen. Kinder unter 15 Jahren sollen nicht getestet werden.

Die Firma Siemens liefert in dieser Woche 1,32 Millionen Testkits an den Freistaat. Diese sollen jetzt an Schulen, an Ausbildungssinstitute für Fach- und Förderlehrer, an schulvorbereitende Einrichtungen, Kitas und Heilpädagogische Tagesstätten verteilt werden. Das Kultusministerium hat die Planungen für die Selbsttests bis zu den Sommerferien projektiert. Auch während der Oster- und Pfingstferien soll getestet werden, um Lücken zu vermeiden.

Zehn Tests in fünf Wochen

An die Landratsämter werden heute Paletten mit jeweils zwölf Kartons geliefert, jeder Karton enthält 48 Testkits, jedes Kit mit 20 Einzeltests, bstehend aus 20 Röhrchen und zwei Pufferlösungsfläschchen. Für das Personal an Schulen und Kitas sind für die ersten fünf Wochen zehn Tests vorgesehen, für die Schüler ab 15 Jahren zehn Tests in zehn Wochen.
Das Ministerium kann nicht für alle Schulen und Kitas im Land zeitgleich Tests anbieten, da die Menge der benötigten Kits noch nicht zur Verfügung steht.

Um möglichst effektiv arbeiten zu können, beginnt man deshalb mit den Landkreisen und Städten mit den höchsten Inzidenzzahlen. Die Lieferreihenfolge steht noch nicht fest, soll aber in den nächsten Tagen an die Landkreise und kreisfreien Städte herausgegeben werden. Ob das Laufer Landratsamt heute bereits Testkits geliefert bekommt, war gestern noch offen. Die Testungen sind freiwillig, deshalb ist es für die Verantwortlichen schwer voraussehbar, wieviele Lehrkräfte und Schüler sich beteiligen werden und wieviele Kits letztlich vorgehalten werden müssen. Im Nachbarland Österreich jedenfalls erlebten die Gesundheitsbehörden eine böse Überraschung, als im vergangenen Herbst flächendeckend über mehrere Tage kostenlose Schnelltests für die Bevölkerung angeboten wurden. Lediglich 30 Prozent der erwachsenen Österreicher haben damals an den freiwilligen Reihentests teilgenommen.


Nicht so zuverlässig wie PCR-Tests

Für die Planungen im bayerischen Gesundheitsministerium ist Ministerialrat Gregor Jaburek zuständig. Er hält es für möglich, dass die Testungen an den Schulen noch ausgeweitet oder in der Frequenz angepasst werden müssen. Die Schnelltests sind nicht so zuverlässig wie PCR-Testungen und die Aussagekraft der Ergebnisse ist zeitlich begrenzt, sie stellt nur eine Momentaufnahme dar. Bei einem positiven Schnelltestergebnis ist immer eine Nachprüfung durch einen PCR-Test nötig, den dann das Gesundheitsamt organisiert.

Für jüngere Schüler und Kinder in den Kinderbetreuungseinrichtungen sollen zudem breiter angelegte Pilotprojekte durchgeführt werden, so Dr. Lilian Landes vom Bayerischen Gesundheitsministerium.
Innovative Testmethoden wie Gurgeltests und Pooling, wie an der Altdorfer Grundschule, sollen laut Landes in ausgewählten Schulen und Kindertageseinrichtungen angewendet werden, die sich dazu bereit erklären. Wie berichtet, waren die Tests an der Grundschule Altdorf nach nur einer Woche wieder eingestellt worden, aus organisatorischen Gründen, wie das kooperierende Labor Synlab aus Weiden auf Nachfrage des Boten mitteilte. Bei den Altdorfer Tests handelte es sich nicht um Schnelltests, sondern um die genaueren PCR-Tests.

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