„Wir brauchen Regeln, die die Lebensrealität abbilden“

„Kein Mieterschutz“ in Altdorf: Schötz (Linke) übt scharfe Kritik

Evelyn Schötz (Die Linke).
Evelyn Schötz (Die Linke). | Foto: PR2025/08/17_Evelyn_Schoetz-nah-M.jpg

ALTDORF/BERLIN – Die Stadt Altdorf fiel Anfang des Jahres aus der bayerischen Mieterschutzverordnung. Ein Gutachten des Darmstädter Instituts für Wohnen und Umwelt hat im Auftrag des Justizministeriums unter anderem das rechnerische Wohnungsdefizit ermittelt, das Verhältnis von Leerstand zu Nachfrage und die jeweiligen Mietsteigerungen.

Altdorf erfüllt nur eines der Kriterien: Die Stadt weist eine Leerstandsrate von 3,9 Prozent auf und unterschreitet damit den Schwellenwert von 4 Prozent. Weitere Grenzwerte wie die Mietpreissteigerung (4 Prozent) oder die Wohnversorgungsquote (105,9 Prozent) reißt die Stadt jedoch nicht. Deshalb kam das Institut zu dem Schluss, Altdorf nicht länger in der Liste der Gemeinden „mit angespanntem Wohnungsmarkt“ zu führen.

„Altdorf ist nicht entspannt“

Evelyn Schötz (Die Linke), Bundestagsabgeordnete aus Schwaig und Kreistagsmitglied im Nürnberger Land, erklärt dazu: „Altdorf ist nicht ,entspannt‘ – Altdorf ist Teil eines Ballungsraums, in dem Menschen aus Nürnberg ins Umland ausweichen müssen. Wenn der Freistaat ausgerechnet hier den Mieterschutz streicht, ist das Politik gegen Mieter. Das trifft Familien, Azubis, Pflegekräfte und alle, die ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen.“

Auch der Deutsche Mieterbund widerspricht der Herausnahme und verweist auf den erheblichen Umland-Druck durch die Nähe zu Nürnberg. „Wenn Schutz nur dann gilt, wenn Kennziffern eine willkürliche Schwelle überschreiten, ist das kein wirksamer Mieterschutz“, betont Schötz, „wir brauchen Regeln, die die Lebensrealität abbilden – nicht solche, die Verdrängung erst anerkennen, wenn es zu spät ist.“ 

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