Nachruf

HZ-Altverleger Eckhardt Pfeiffer starb im Alter von fast 99 Jahren

Eckhardt Pfeiffer ist am 6. Dezember im Alter von 98 Jahren zuhause im Kreis seiner Familie gestorben. | Foto: Schoberfoto2022/12/HEB-Pfeiffer.jpeg

HERSBRUCK – Er war ein Chronist für Hersbruck und den Kreis: Eckhardt Pfeiffer, der über vier Jahrzehnte Verleger und Redaktionsleiter der Hersbrucker Zeitung war, ist am 6. Dezember im Alter von 98 Jahren zuhause im Kreis seiner Familie gestorben.

Besonders am Herzen lag dem leidenschaftlichen Zeitungsverleger und Hobby-Historiker das Schreiben. Sein letztes Buch „Das Beste aus der Heimat“ fasst die interessantesten Beiträge aus der Heimatbeilage der HZ zusammen, die Pfeiffer über 40 Jahre redigierte. Er veröffentlichte es mit fast 96 Jahren. Bei der weihnachtlichen Signierstunde 1996 im Verlagshaus standen seine Leser bis auf die Straße hinaus Schlange. Seine Expertise in Sachen Heimatgeschichte war gefragt und geschätzt.

Auf Wunsch der Stadt hatte Pfeiffer bereits 1976 das Buch „Tausendjähriges Hersbruck“ herausgebracht, ein lokalgeschichtlicher Meilenstein. Der damalige Landrat Helmut Lange hatte ihn daraufhin auch mit der Herausgabe des Landkreisbuches „Nürnberger Land“ beauftragt. Es dürfte hierzulande nicht mehr viele geben, die Hersbruck und den Kreis so gut kennen, wie ihn Eckhardt Pfeiffer kannte.

Am 29. Dezember 1923 wird Eckhardt Pfeiffer als erster Sohn von Johanna und Georg Pfeiffer im Wohnhaus und Verlagsgebäude in der Nürnberger Straße 7 sozusagen „hineingeboren“ in sein künftiges Arbeitsfeld, die Karl Pfeiffersche Buchdruckerei und Verlag, die sein Urgroßvater als 1848er Revolutionär gründete.

Lokale Geschichte fesselte ihn

Eckhardt Pfeiffer wuchs zu Zeiten der Weimarer Republik auf, in einem Hersbruck, das noch vom ausgehenden Hopfenanbau und seiner Rolle als Kreisstadt geprägt war, mit bedeutenden Ämtern und dem Kreiskrankenhaus. Neben den Weltgeschehnissen ist es besonders die lokale Geschichte, die ihn fesselt. Aber auch Kunst und Literatur begeistern ihn. Schon als Elfjähriger verschlingt er die Werke von Friedrich Schiller.

Diese Liebe zur deutschen Sprache wird auch in seinen eigenen Texten deutlich, die stilsicher und sprachlich klar formuliert sind, was ihn letztendlich zu einem geschätzten Blatt- und Textkritiker für die Redaktion macht.

Im Zweiten Weltkrieg wird Eckhardt Pfeiffer wegen eines gefährlich eiternden Granatsplitters im Arm vom Russlandfeldzug zurückgeschickt. Danach geht es für ihn in die andere Richtung – nach Frankreich, wo er als Übersetzer im „Feindesland“ Freundschaften schließt, die ein Leben lang halten.

In der Normandie nehmen ihn die Amerikaner gefangen. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse arbeitet er auch dort als Dolmetscher. Das Hören von Jazzmusik, die lockere Art der Amerikaner prallen mit dem Drill zusammen, den Pfeiffer seit seiner Jugend in der HJ erfahren hat. Er schwärmt von dieser Freiheit des Geistes. „Für mich ein wichtiger Entwicklungsschritt“, sagt er später. Nach noch einmal anderthalb Jahren in französischer Gefangenschaft studiert Pfeiffer an der Wiso im Nürnberg der Nachkriegszeit.

Frau war sein großes Glück

Der junge Diplomkaufmann wird Geschäftsführer einer bayerischen Heimatzeitungsverlegergenossenschaft. 1957 übernimmt er die Leitung der HZ-Redaktion, einige Jahre später auch die des Verlags. Für seine Mitarbeiter hat er dabei immer ein offenes Ohr. 1962 entscheidet er sich dann zusammen mit seinem Vater für den Anschluss an die Interessengemeinschaft mittelfränkischer Heimatzeitungen mit den Nürnberger Nachrichten. Darüber hinaus war Pfeiffer 20 Jahre Vorstandsmitglied im Verband Bayerischer Zeitungsverleger.

So leidenschaftlich er seinen Beruf auch ausübte, seine Familie stand für ihn letztendlich an erster Stelle. So bezeichnete er seine Frau Rotraut Reber, die er um mehr als 20 Jahre überlebte, als das größte Glück seines Lebens. Mit ihr hatte er drei Töchter. Auch seine Enkel und sein Urenkel bereiteten ihm große Freude. Bis zuletzt war Eckhardt Pfeiffer an vielem interessiert und diskutierte auch nach wie vor gerne über die aktuellen Ereignisse. Über sich selbst sagte er voller Dankbarkeit: „Ich hatte ein erfülltes Leben.“

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