Massive Internet-Probleme in Feucht

Home ohne Office

Es ist zum Haareraufen: Seit etlichen Wochen klagen Vodafone-Kunden in Feucht über Probleme und Störungen im Kabelnetz, in Zeiten von Homeoffice ist das doppelt ungünstig. | Foto: lensw0rld/stock.adobe.com2021/02/Feucht-Internet-Probleme-Adobe-Stock-scaled.jpg

FEUCHT – Bürger beklagen seit mehreren Wochen Probleme im Kabelnetz ihres Internetanbieters Vodafone. Das Unternehmen kann jedoch keine „nennenswerte Störung“ feststellen und geht von einzelnen Beeinträchtigungen aus.

Und täglich grüßt das Murmeltier: Seit einigen Wochen beschweren sich immer wieder Bürger aus der Marktgemeinde über anhaltende Internet- und TV-Probleme. Insbesondere in den sozialen Medien mehren sich die Beschwerden entnervter Nutzer. Gemeinsam haben die Betroffenen eines: Sie alle sind Kunden des Kommunikationskonzerns Vodafone. Eine der betroffenen Personen ist Aykut Ercan, der sich schließlich an die Redaktion des Boten wendet.

In Feucht gibt es seit Weihnachten massive Beeinträchtigungen und Störungen im Kabelnetz des Anbieters Vodafone. Bei uns zuhause gab es in der ersten Januarwoche gravierende Probleme. Ein Service-Mitarbeiter sagte zu mir am Telefon, dass ich nicht der Erste sei, der aus Feucht anruft. Doch gerade durch das aktuelle Thema Homeoffice und Homeschooling ist eine verlässliche Internetanbindung wichtiger denn je. Nur bekommt Vodafone, wie sie es nennen, den Rückwegstörer nicht lokalisiert und behoben“, schreibt der Feuchter Einwohner.
Ercat berichtet, bereits vor Wochen von einem Techniker des Unternehmens über sogenannte Rückwegstörer als Ursache der Probleme informiert worden zu sein. Rückwegstörer können durch alte, defekte oder nicht legal betriebene Geräte entstehen, die an das Kabelnetz angeschlossen werden. Die Schwierigkeit liegt in der Lokalisierung des Störgeräts: Da der Fehler nur dann auftritt, wenn das Gerät eingeschaltet ist, ist eine Eingrenzung des Fehlers trotz Messungen schwierig. Nach Angaben etlicher Bürger halten die Störungen auch nach mehreren Wochen immer noch an. Überraschend ist jedoch: Das Unternehmen selbst scheint davon keine Kenntnis zu haben.

Doch nur vereinzelte Probleme?

Auf Nachfrage des Boten antwortet eine Pressesprecherin nach einer Überprüfung, „auf Anhieb keine nennenswerten Störungen im Kabel-
glasfasernetz in Feucht erkennen zu können“. Soll heißen: Die Störungen wären kein allgemeines, großflächiges Problem im Raum Feucht, sondern würden sich auf einzelne Standorte beziehungsweise Anschlüsse beschränken. Um die Ursache der Probleme beheben zu können, bedürfe es konkreter Kundenangaben wie Namen und Adressen. Kunden, die in Feucht und Umgebung von Problemen betroffen sind, mögen sich bitte an die Service-Hotline wenden, teilt die Sprecherin mit.

Betroffene beteuern jedoch, sich bereits mehrfach an das Unternehmen gewandt und ihre Probleme ausführlich geschildert zu haben. Immer wieder seien sogenannte Störungstickets erstellt worden. Eine dauerhafte Besserung sei bislang jedoch nicht eingetreten, die Problematik der Rückwegstörer sei noch nicht behoben. Mit erheblichen Folgen: Die Einschnitte der Internetnutzung scheinen zumindest temporär beträchtlich. Mit Screenshots dokumentieren erboste Kunden in Foren der sozialen Medien ihre Störungen.

Schlechte Werte bei Speedtests

Upload-Geschwindigkeiten von 0,7 Mbit/Sekunde, Downloads mit 5,2 Mbit/Sekunde, dazu Ping-Werte von 280 Millisekunden machen deutlich, wie langsam die Internetverbindung in einigen Feuchter Haushalten ist. In der Inneren Weißenseestraße, in der Aykut Ercan zuhause ist, liefert der Speedtest gelegentlich noch geringere Werte. „Zwei bis drei Mbit pro Sekunde beim Download, ein Upload ist teilweise gar nicht möglich“, sagt er. Auffallend: Pünktlich um 18 Uhr rauscht bei einigen Kunden die Down- und Uploadgeschwindigkeit in den Keller, wie Bildaufnahmen von Geschwindigkeitstests zeigen. Der Verdacht liegt nahe, dass besagte Rückwegstörgeräte zu dieser Zeit in Betrieb genommen werden und die Störungen verursachen.

Auch bei Aykut Ercan wächst der Frust über die anhaltenden Internetprobleme. Seine Situation steht dabei stellvertretend für viele Angestellte, die während der Pandemie ihrer Arbeit von Zuhause aus nachgehen und sich mit erschwerten Bedingungen wie Leitungsproblemen herumschlagen müssen. „Ich arbeite in der größten klinischen Einrichtung in der Gegend im Bereich IT und habe die Möglichkeit, meine Arbeit durch Homeoffice zu erledigen. Ich war bereits zweimal gezwungen, diese Homeoffice-Tage auszusetzen. Meine Freundin hatte diesbezüglich schon öfter die Tätigkeit im Homeoffice abgebrochen und konnte schlichtweg nicht arbeiten“, stellt er klar.

Soll die Ursache der Störung schnell gefunden und endlich behoben werden, müssen die Betroffenen also erneut aktiv werden. Um Anrufe bei der Service-Holtine des Kommunikationsunternehmens und neu erstellte Störungstickets werden sie nicht herum kommen.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren