HERSBRUCK – Die CSU Hersbruck hat in ihrer Reihe „Hersbruck erleben“ die Hewa, Tochter im Kommunalunternehmen der Stadt Hersbruck, besucht. Über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren laut Pressemeldung der CSU dabei.
Die Ortsvorsitzenden Peter Uschalt (CSU Altensittenbach) und Götz Reichel (CSU Hersbruck) begrüßten den Geschäftsführer des Kommunalunternehmens, Harald Kiesl, Hendrik Nijhuis, zuständig für die Wärmewende in Hersbruck, sowie Norbert Raum, den Verantwortlichen für die Fernwirktechnik zur Überwachung aller betriebenen Erzeugungs- und Verteilungsanlagen im Stadtgebiet. Uschalt bezeichnete die Hewa als „innovatives Unternehmen und Leuchtpunkt unter den Energieversorgern im Landkreis“.
Der Rückkauf der Hewa-Anteile von der N-Ergie 2013 sei strategisch richtig gewesen. „Die damals investierten 5,1 Millionen Euro waren gut angelegt“, so Uschalt. Götz Reichel ergänzte: „Die Gründung des Kommunalunternehmens war anschließend der folgerichtige Schritt und hat sich vollumfänglich bewährt, die Bilanz ist beeindruckend“.
Rundgang durch die Anlagen
Kiesl stellte die Hewa als „Vollsortimenter im Bereich der Energie- und Wasserversorgung“ vor. Zum Leistungsspektrum gehörten inzwischen auch Kanalisation, Kläranlage und IT-Dienstleistungen für die Stadtverwaltung sowie deren Tochtergesellschaften. Mit dem neuen Tochterunternehmen für den Glasfaserausbau und der zentralen Koordination von Tiefbauarbeiten würden Synergien gehoben und Kosten gespart. „Insgesamt verantwortet der Konzern rund 80 Millionen Euro Kapital für die Bürgerinnen und Bürger und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 25 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten ist von 32 Mitarbeitern im Jahr 2010 auf inzwischen 65 gestiegen“, so Kiesl.
Bei einem Rundgang besichtigten die Teilnehmer das Kundenzentrum, das Zentrallager und den Logistikbereich sowie die Leitwarte. Dort werden die Trinkwassergewinnungs- und Verteilungsanlagen (Brunnen, Quellen und Hochbehälter) und angeschlossene PV-Anlagen überwacht. Rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr wird durch einen Bereitschaftsdienst sichergestellt, dass auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten qualifiziertes Personal erreichbar ist.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand die kommunale Wärmeplanung. Hendrik Nijhuis erläuterte, dass Hersbruck bei der verpflichtenden Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung (bis 8/2028) schneller vorankomme, als es der Gesetzgeber vorgibt. Die durchgeführte Bestands- und Potenzialanalyse zeige vielfältige Möglichkeiten auf: Gewässer, Windkraft, Photovoltaik und Solarthermie, Abwasser, Industrieabwärme, Geothermie sowie Biogas und Biomasse. Vor allem die Pegnitz könnte als Wärmequelle genutzt werden. Gleiches gelte für das Abwasser der Kläranlage.
Die Wärmeplanung unterteilt das Stadtgebiet in 25 Quartiere und unterscheidet zwischen Verdichtungs- und Ausbaugebieten für bestehende Wärmenetze, Neubau- und möglichen Wasserstoffnetzgebieten sowie dezentralen Versorgungsgebieten. Aktuell arbeitet die Hewa an Transformationsplänen für bestehende Wärmenetze. Dabei wird geprüft, wie der bisherige Einsatz von fossilem Erdgas zukünftig durch erneuerbare Energie ersetzt werden kann. Auch das Projekt Raiffeisenstraße Süd stellte Nijhuis vor. Ein mittelwarmes Niedertemperatur-Wärmenetz wird dort alle 106 Wohneinheiten mit erneuerbar erzeugten Energien versorgen.
