NÜRNBERGER LAND - Seit dem Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestages im November 2025 gibt es grünes Licht für den Ausbau der ersten Teilstrecke der Franken-Sachsen-Magistrale. Im Februar hatte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter angekündigt, er rechne mit dem Planungsauftrag des Bundesverkehrsministeriums an die DB Infra-Go „um Ostern herum“. Bislang ist jedoch kein konkreter Termin bekannt.
Der Landkreis Nürnberger Land fordert daher, die Umsetzung des Bundestagsbeschlusses endlich einzuleiten. Der jüngst wiedergewählte Landrat Armin Kroder zeigt sich über die anhaltende Verzögerung irritiert: „Die Franken-Sachsen-Magistrale ist für unsere Region von existenzieller Bedeutung. Die Elektrifizierung der Strecke ist wirtschaftlich bestätigt, verkehrspolitisch notwendig und klimapolitisch geboten. Deshalb muss jetzt konsequent und vorausschauend gehandelt werden.“
Kritik aus dem Bundestag
Kritik kommt auch aus dem Deutschen Bundestag: Die Co-Vorsitzende des Parlamentskreises Franken-Sachsen-Magistrale, Paula Piechotta, spricht von einer Missachtung des parlamentarischen Haushaltsrechts, sollte der Maßgabenbeschluss nicht umgesetzt werden. Die Bedeutung der Strecke reiche weit über die Region hinaus.
„Die Franken-Sachsen-Magistrale ist Teil des transeuropäischen Kernnetzes und bildet ein wichtiges Bindeglied im internationalen Magistralen-Dreieck Dresden–Nürnberg–Prag. Auch die Partner in Tschechien drängen seit Jahren auf einen zügigen Lückenschluss“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt Nürnberger Land.
Gemeinsamer Appell
Im Rahmen der Infrastrukturkonferenz am 5. März im tschechischen Karlsbad unterzeichneten Vertreter der Wirtschaftskammern sowie der Karlsbader Regionsverwaltung einen gemeinsamen Appell zur Beschleunigung des Projekts. Das Schreiben soll die tschechische Regierung auf Gespräche mit der deutschen Bundesregierung vorbereiten.
„Unsere Nachbarn haben ihre Hausaufgaben längst gemacht und die Elektrifizierung auf ihrer Seite umgesetzt“, betont Kroder, „jetzt ist Deutschland am Zug. Für die Menschen, die Wirtschaft und den Klimaschutz in unserer Region ist der Lückenschluss von größter Bedeutung.“
