NÜRNBERGER LAND – Mittlerweile ist er eine Institution im Nürnberger Land geworden, hat seit seiner Premiere im Jahr 2000 viele Tausend im Nürnberger Land auf die Laufstrecke gebracht – der Landkreislauf. In diesem Jahr geht die 25. Auflage über die Bühne.
Gelaufen wird ungewöhnlich früh im Jahr am 25. April. Die zehn Etappen führen von Mosenberg im nördlichsten Eck des Kreisgebiets bis zum Zielort Kirchröttenbach, wo die Freiwillige Feuerwehr ihr Gründungsfest feiert. Und auch nach 25 Jahren gibt es Raum für Neuerungen: So dürfen heuer erstmals Läufer und Walker für ihr Team mehr als nur eine Etappe bestreiten.
Zusammengehörigkeit stärken
Als die Idee des Landkreislaufs geboren wurde – übrigens auch von Anfang an kräftig unterstützt von den drei Heimatzeitungen im Nürnberger Land – ging es nicht nur darum, eine weitere Breitensportveranstaltung ins Leben zu rufen. Es ging vor allem darum, das Zusammenwachsen des damals noch keine 30 Jahre bestehenden Landkreises zu fördern.
Dazu sollte die Begegnung der Laufteams aus allen Landkreisteilen beitragen und die ausgewählten Strecken den Läufern und Zuschauern auch die versteckter liegenden Ecken des Nürnberger Landes näherbringen. Die Erkenntnis, dass sich Sport und Spaß nicht ausschließen, gab es obendrein. Diesen Ansprüchen haben die Veranstalter des Laufs in den vielen vergangenen Auflagen des Landkreislaufs versucht, Rechnung zu tragen. Und auch in diesem Jahr, wenn die Läufer am Samstag, 25. April, die 51,5 Kilometer lange Strecke von Mosenberg bis Kirchröttenbach in Angriff nehmen, führt die Route wieder durch Ecken im Nürnberger Land, die nicht jeder kennt.
So ist auch Streckenmeister Gerhard Burkhardt, der seit mittlerweile 15 Jahren die Etappen gemeinsam mit dem Landratsamt und den Sicherheitsbehörden plant, sehr stolz auf die Etappen des Jahres 2026. Zum einen, weil fünf der zehn Strecken „Neuland“ sind, zum anderen, weil er „wieder wunderbare Routen durch unseren schönen Landkreis“ zusammenstellen konnte.
Gar nicht so einfach, denn die Routen sollen nicht nur schön für die Läufer sein, sondern auch die Auflagen der Behörden erfüllen; also nach Möglichkeit nur selten viel befahrene Straßen queren. Dazu muss es auch dem Zeitnehmerteam möglich gemacht werden, nach dem Start das Feld noch zu überholen, um rechtzeitig vor den schnellsten Teilnehmern am nächsten Zielort zu sein.
Der Startschuss fällt heuer am Feuerwehrgerätehaus in Mosenberg bei Neuhaus – eine Premiere für das kleine Dorf. Und eine kleine Reminiszenz an den ersten Landkreislauf, der auch in der Gemeinde Neuhaus startete. Ein kleines Dorf bei Schnaittach ist auch der Zielort: Die Freiwillige Feuerwehr Kirchröttenbach feiert am Laufwochenende ihr „125+5-jähriges“ Gründungsjubiläum. Eigentlich waren die Feiern zum 125-jährigen Bestehen bereits für 2021 geplant. Corona hat das allerdings verhindert. So wird die Feier eben jetzt nachgeholt.
Mehrfachstart möglich
Die Rahmenbedingungen des Landkreislaufs haben sich seit dem Jahr 2000 immer wieder geändert, wurden auch den Wünschen der Teilnehmer angepasst. Startete man anfangs als reine Laufveranstaltung über zwölf Etappen, darf seit 2010 auch gewalkt werden. Um die längeren Laufzeiten der Nordic Walker auszugleichen, wurde die Zahl der Etappen auf zehn reduziert.
Und auch in diesem Jahr gibt es Neuerungen. So ist es erstmals möglich, das Läufer oder Walker offiziell mehr als eine Etappe laufen. Das aber nur in einem engen Rahmen. Lediglich zwei Läufer oder ein Walker einer Mannschaft dürfen ein zweites Mal auf die Strecke – und das nur innerhalb ihres Vereins oder ihrer Organisation. So kann beispielsweise ein Laufteam mit nur acht Personen trotzdem alle zehn Etappen besetzen.
Die Walker starten in diesem Jahr an den ersten vier Etappen sowie bei der Schlussetappe. Dabei hat es bereits die erste Etappe in sich. Als „Königsetappe“ will sie Streckenchef Gerhard Burkhardt nicht bezeichnen, aber anspruchsvoll sei sie schon. Mit knapp sieben Kilometern die längste, dazu eine stetige Steigung, so dass am Ende über 100 Höhenmeter zusammenkommen – die Frühaufsteher sollten also richtig fit sein. Für am anspruchsvollsten hält Burkhardt die vorletzte Etappe. „Kurz, aber knackig“ sei die, mit über 140 Höhenmeter auf nur dreieinhalb Kilometern.
Wer sich für die Routen im Detail interessiert: Im Internet unter landkreislauf.de sind die Strecken bereits hinterlegt. Bis Anfang März will Gerhard Burkhardt mit seinem Helferteam auch die Markierung mit den Landkreislaufzeichen erledigt haben. Spätestens dann kann trainiert werden, um bis Ende April in Form zu sein.
Die Etappen im Überblick
- Mosenberg – Höfen (6,8 km)
- Höfen – Münzinghof (6,2 km)
- Münzinghof – Wallsdorf (4,8 km)
- Wallsdorf – Hormersdorf (3,5 km)
- Hormersdorf – Götzlesberg (6,4 km)
- Götzlesberg – Osternohe (6,5 km)
- Osternohe – Hedersdorf (3,4 km)
- Hedersdorf – Hüttenbach (6,4 km)
- Hüttenbach – Freiröttenbach (3,6 km)
- Freirötten. – Kirchröttenbach (3,9 km)
Von Patrick Bär
