Straßenfest in Röthenbach

Asylhelferkreis Altdorf feiert gelingende Integration

Bei bestem Spätsommerwetter füllten sich die Bierzeltgarnituren unter den Pavillons schnell: Nachbarn und Bewohner der Asylunterkunft kamen bei Essen und Trinken ins Gespräch.
Bei bestem Spätsommerwetter füllten sich die Bierzeltgarnituren unter den Pavillons schnell: Nachbarn und Bewohner der Asylunterkunft kamen bei Essen und Trinken ins Gespräch. | Foto: Beate Heinert2026/08/rothenbachstraenfest2__1.jpg

ALTDORF – Die regionale Röthenbacher Gruppe des Altdorfer Asylhelferkreises hat am Samstag, zum Straßenfest eingeladen – und fast die gesamte Nachbarschaft ist dem Ruf gefolgt. Gemeinsam mit den Asylsuchenden aus der örtlichen Unterkunft knüpften die Gäste Kontakte, genossen Kulinarisches und lebten damit ein weiteres Stück Akzeptanz und Toleranz.

Dass dem Helferkreis gerade solche Begegnungen wichtig sind, kommt nicht von ungefähr: „Wer Geflüchtete und ihre Familien als Menschen und nicht eben nur als Zahl oder Verwaltungsakt kennt, revidiert schnell vieles aus dem Hörensagen. Unsere neuen Nachbarn haben die gleichen Sorgen und Nöte wie alle anderen Menschen auch und sind ebenso unterschiedlich. Sie bringen zwar einen anderen kulturellen Hintergrund mit, aber da ist nichts Bedrohliches oder Unpassendes, sondern einfach nur Menschliches“, sagt Ulli Schneeweiß, der sich ebenfalls im Helferkreis engagiert.

Einsatz für eine resiliente Demokratie

Auch Altdorfs Dritte Bürgermeisterin, Karin Völkl, betonte in ihrem Grußwort die politische Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit: „Ihr leistet mit eurer Arbeit auch einen wertvollen Beitrag für eine resiliente Demokratie. Populisten schüren eine Migrationspanik und haben kein Interesse an Lösungen in diesem Bereich. Das ständige Hinweisen auf angebliche Probleme in diesem Bereich befeuert ja deren Aufstieg. Ihr im Asylhelferkreis durchbrecht diese Panikspirale, indem ihr ganz analog und nicht digital Hilfe, Unterstützung und Nähe anbietet.“

Der derzeit neunköpfige lokale Helferkreis verstehe sich dabei nicht nur als Unterstützer im Alltag, sondern ebenso als Gesprächspartner: „Die Leute kommen ja in ein völlig fremdes Land und kennen sich zunächst mit nichts aus“, sagt Schneeweiß. Insbesondere die deutsche Bürokratie lasse sie immer wieder hilflos zurück, sodass der Helferkreis hier unterstützen müsse, „jedenfalls solange sie nicht allein klarkommen“. Das könne einfach die Begleitung zu einem Arztbesuch sein, das Organisieren von Behandlungsscheinen dafür, Unterstützung bei Anträgen, aber auch einfach gemeinsame Spielenachmittage und Ausflüge, ergänzt Schneeweiß.

Für dieses Engagement gibt es auch Anerkennung von offizieller Seite: Dr. Carina Fiebich-Dinkel, hauptamtliche Integrationslotsin am Landratsamt, ist voll des Lobes: „Die Ehrenamtlichen sind sehr engagiert und den ankommenden Menschen eine große Hilfe. So eine Unterstützung aus der direkten Nachbarschaft ist Gold wert.“

Die Unterkunft nebenan

Die benachbarte Asylunterkunft wird seit Anfang September vergangenen Jahres belegt und beherbergt aktuell 21 Bewohner. Ausgelegt ist die Unterkunft auf bis zu maximal 45 Personen – eine Kapazität, die im Vorfeld bereits für großen Widerstand aus der Nachbarschaft gesorgt hatte: Manche Anwohner hätten das Haus lieber mit geringerer Auslastung in Eigenregie geführt. Dank der sinkenden Zahl an Geflüchteten kam es bislang jedoch nie zur Maximalbelegung; in der Spitze waren 30 Personen gleichzeitig dort untergebracht.

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