Stadtrat gibt grünes Licht für Skatepark-Sanierung

Altdorf macht den Drop-In

Drei Stationen in einer Flucht: Allein die Anordnung führt dazu, dass nur wenige Skater gleichzeitig die Anlage nutzen können. Mit den „518“-Graffitis nehmen die Jugendlichen Bezug auf ihre Heimatstadt, handelt es sich doch um die letzten Ziffern der Postleitzahl. | Foto: Christian Geist2021/10/Altdorf-Skatepark-Rampe-scaled.jpg

ALTDORF – Neuer Belag, neue Stationen, Sitzgelegenheiten und vieles mehr: 2022 baut die Stadt den Skatepark an der Weidentalstraße um. Auch für Ballsportler hat man sich etwas einfallen lassen.

Oben auf der Rampe. Das hintere Ende des Skateboards liegt auf einer schmalen Leiste, das vordere Ende steht in der Luft. Der Skater verlagert sein Gewicht mit einem Ruck nach vorn, lässt sich in die Rampe hineinfallen und schießt hinunter. Der Drop-In kostet Überwindung, gehört für Skater aber zu den absoluten Basics. Der Altdorfer Stadtrat hat seinen Drop-In gemeistert und am Montagabend die Sanierung des Skateparks ins Rollen gebracht. Bringen Lieferengpässe und Bauverzögerungen das Projekt nicht aus dem Gleichgewicht, hat Altdorf im September 2022 eine runderneuerte Skate- und Streetballanlage.

Kein Dach, kein Schatten, keine Bank und ein Asphalt so rau wie Schleifpapier. Kurzum: Der Skatepark befindet sich 20 Jahre nach seinem Bau in einem desolaten Zustand. „Er ist eigentlich gar nicht mehr bespielbar“, sagt Stadtbaumeister Ewald Roth und beschreibt die Brachfläche am Stadtrand als so einladend wie ein „Wohnzimmer ohne Wände“. Deshalb machte er sich Gedanken, entwarf einen groben Plan und präsentierte diesen bei einem Ortstermin im Juli rund 50 Jugendlichen, Eltern, Rollstuhlbasketballern und interessierten Bürgern. Auf Spickzetteln notierten die Teilnehmer allerlei Kritik am aktuellen Platz und formulierten Verbesserungsvorschläge und Wünsche nach neuen Geräten.

Jugendliche geben ihr Okay

Anschließend setzte sich Roth erneut an seine Skizzen, schob alte Geräte hierhin, neue dorthin. „Bislang können sich ja nur einer oder zwei gleichzeitig bewegen, die anderen müssen zuschauen“, kritisiert er die Anordnung der bestehenden Rampen und Stufen. Sein Ziel: einen Ort mit Aufenthaltsqualität schaffen. „Wo sich Jugendliche wohlfühlen, gehen sie gerne hin. Und wenn sie sich damit identifizieren, passen sie auch darauf auf“, meint Roth.

Darum präsentierte er den Skatern und Basketballern seine überarbeiteten Pläne noch einmal Anfang Oktober im Bürgertreff. Nach deren Okay legte er das Konzept Anfang der Woche dem Stadtrat vor. Die Resonanz dort war äußerst positiv. Sogar so positiv, dass man sich auf Vorschlag von Ernst Bergmann (SPD) dazu entschloss, alle neuen Geräte in 2022 anzuschaffen. Ursprünglich war diese Investition auf 2022 und 2023 gesplittet.

Alte Geräte werden auf dem Skatepark neu angeordnet, neue kommen hinzu. Die Streetballanlage befindet sich – durch einen Zaun getrennt – gleich nebenan. Bäume und Sitzgelegenheiten werden das Gelände umgeben. Grafik: Stadt Altdorf2021/10/Altdorf-Skatepark.jpg

Kosten von gut 220 000 Euro

So darf Roth schon jetzt alle neuen Geräte ordern, darunter ein Geländer, Stufenpodeste und mehrere Rampen, die die Skater für ihre Tricks mit Board und Scooter benötigen. Und für die Streetballfläche ein Bolzplatztor, über dem ein Basketballkorb hängt. Insgesamt nimmt die Stadt gut 220 000 Euro in die Hand. Ob es Fördermöglichkeiten gibt, muss die Verwaltung erst noch prüfen. Läuft alles nach Plan, werden ab April die Skatefläche betoniert, Bäume gepflanzt und Außenanlagen hergerichtet. Die Geräte sollen dann im Sommer folgen, zum Schuljahresbeginn im September könnte alles fertig sein.

Was dann noch fehlt, ist ein Trinkbrunnen und Beleuchtung in den Abendstunden während der dunklen Jahreszeit. Ob diese Wünsche der Jugendlichen auch noch in Erfüllung gehen, ist allerdings nicht gewiss. Über die Beleuchtung will der Stadtrat erst entscheiden, wenn sich zeigt, dass der Platz gut angenommen und sich gut benommen wird. Für den Trinkbrunnen müssen erst noch Auflagen geprüft und Gespräche mit den Stadtwerken geführt werden.

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