Karate

Training bei Japans Superstar

Neben dem Training in Japans berühmtestem Karatezentrums blieb Jürgen Mayer Zeit für Sightseeing in Tokyo. | Foto: privat2018/01/8728651.jpg

TOKYO/POMMELSBRUNN – Bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo wird Karate erstmals eine offizielle Disziplin sein. Daher schaute sich Karategroßmeister Jürgen Mayer von der gleichnamigen Pommelsbrunner Schule zusammen mit seinem Schützling Norbert Heinrich in Japan um. Es war seine fünfte Reise in den Fernen Osten.

„Den Olympia-Hype bemerkt man sofort, wenn man sich in Tokyo bewegt“, erzählt Mayer. Man sieht Berichte im nationalen Fernsehen, auf Plakaten und TV-Screens in den Straßen und der U-Bahn. Kein Wunder, dass im Honbu-Dojo (Zentrale) der Japan Karate Association (JKA) im Stadtteil Iidabashi fleißig trainiert wurde. Mayer erläutert dazu: „80 Prozent des Karate, das man in Deutschland sieht, wurde von diesem Verband beeinflusst.“ Die JKA ist eine in über 100 Ländern vertretene Vereinigung für Karate im Shotokan-Stil mit Sitz in Tokio. Sie wurde 1949 gegründet und wurde 1957 die erste offiziell anerkannte Karate-Vereinigung in Japan.

Mayer nutzte die Chance und trainierte mit, als der neue JKA-Superstar die Abendeinheiten hielt. Das Training des 34-Jährigen, vor zum Teil internationalen Gästen, war rein basisorientiert. Man übte mit den japanischen Schwarzgurten Zuki (Fausttechniken), Abwehr- und Kontertechniken (Uke-Zuki) und verschiedene Fußtechniken (Mae-Geri, Yoko-Geri, Mawashi Geri).

Wichtig in der JKA ist die korrekte Ausführung im Verbund mit starker Hüftarbeit (Hüftstoß und Rotation) sowie einem starken, tiefen Stand (Körperschwerpunkt). Das ganze Training ist darauf ausgerichtet, den einen, entscheidenden Treffer „Ippon“, den „Killing Blow“, ausführen zu können. „Es wird nicht kurz vor dem Ziel gestoppt, sondern bis zum Ende gegangen“, weiß Mayer.

Außerdem herrscht dort eine strenge Hierarchie: Sensei, Sempai, Kohai (Meister, Hilfstrainer, Schüler) und Kleiderordnung regeln das Leben in und außerhalb des „Dojo“ (Trainingsraumes). Die JKA unterscheidet sich in der Philosophie und dem Regelwerk ihrer Wettkämpfe teilweise deutlich von anderen Verbänden. Ihr Motto: „Es gibt kein Karate als Sport, nur Karate als Kampfkunst“, berichtet Mayer.

Bereits beim Aufwärmen ging es in die Vollen, blickt er zurück. Längs- und Querspagat wurden vorgemacht und gefordert. Die Ausdauerbelastung war hoch bei zum Beispiel vier Technikbahnen zu zehn Wiederholungen der Kampfkombinationen. Schier endlose Ausführungen von „Froschhüpfen“ strapazierten nicht nur Herz, Lunge und Beinmuskulatur, sondern auch die Kniegelenke, gibt Mayer zu.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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