Interview mit Achim Schauer

Neuhauser Judo-Damen in 2. Liga

Ab Ende April stehen die Neuhauser Judo-Damen von Trainer Achim Schauer in der 2. Liga auf der Matte. | Foto: A. Pitsch2017/04/8048839.jpeg

NEUHAUS – Zweimal in Folge Rang eins samt direktem Aufstieg – dieser Leistung in Landes- und Bayernliga haben die Judo-Damen des SV Neuhaus den Aufstieg in das zweite deutsche Oberhaus zu verdanken. Am 29. April startet die Saison und Trainer Achim Schauer wirft einen Blick voraus.

Seit rund zehn Jahren trainieren Sie die Neuhauser Mädels. Ist die 2. Liga für Sie eine Premiere?
Achim Schauer: Ja, das ist es. Im Gegensatz zu mir haben einige Kämpferinnen bereits Liga-Erfahrung beziehungsweise haben als Einzelstarterinnen schon auf europäischer Ebene gekämpft. Daher musste ich im Training auch nichts im Hinblick auf die neue Saison verändern.

Der eigentliche Aufstiegskampf ging ja knapp verloren, doch im Nachhinein wurde doch noch ein Startplatz für Neuhaus frei.
Leipzig hatte sein Team zurückgezogen, so dass je ein Platz in der ersten und zweiten Liga frei wurde. Wir waren der erste Nachrücker. Und als der Anruf vom Deutschen Judo-Bund mit der Frage, ob wir den Platz annehmen würden, kam, war mir sofort klar, dass ich zusage. Schließlich ist es etwas Besonderes, das mit dem Heimatverein zu schaffen.

Was wird Ihre Mädels erwarten?
Die Konkurrenz ist viel ausgeglichener als in der Bayernliga. Ich denke, die Begegnungen werden keine eindeutigen Geschichten. Wir haben aber das Niveau, mitzukämpfen, nur dürfen bei unserem kleinen Team keine Verletzungen und zu viele Nominierungen für Einzelwettbewerbe vorkommen. Am ersten Kampftag fehlen uns beispielsweise gleich zwei Damen wegen des Europapokals.

Sie sprechen von einem „kleinen Team“. Was hat sich getan?
Unsere Mannschaft hat sich stark verändert und hat 17 Kämpferinnen – weniger als die Hälfte beim bisher kleinsten Team. Der Weggang der Grünewald-Mädels tut weh, da wir schon ewig zusammengearbeitet haben. Jetzt sind Yvonne und Sarah beim TSV Altenfurt und damit am 20. Mai unsere Konkurrenten. Jana Bauernfeind wird durch ihre Schwester Ina gleichwertig ersetzt. Nadine Grünauer und Isabell Pasquarelli haben aufgehört. Unsere Neuen, Anne Trappe, Manuela Schmidt und Leocardia Zheng, sind ganz sicher Verstärkungen für uns.

Wo sehen Sie die Stärken, aber auch die Schwächen Ihrer Kämpferinnen?
Neben der Tatsache, dass wir mit dem Kader Ausfälle schlechter kompensieren können, sind die jungen Frauen auch erfahrungstechnisch hinten dran und werden ab und an taktische Fehler machen. Jedoch sind wir in den Obergewichtsklassen gut besetzt und treten als Team geschlossen und harmonisch auf. Zudem will eine junge Truppe kämpfen.

Ziel ist daher …
… auf alle Fälle der Klassenerhalt, aber ich rechne nicht mit dem Abstieg, eher mit einem Mittelfeldplatz. Wir freuen uns nämlich aufs Kämpfen und wollen bei jedem Wettkampf mindestens einen Punkt erzielen. Dann sind wir sicher mit dabei.

Es wird vier Kampftage – jeweils ab 16 Uhr – mit je zwei Begegnungen für euch am 29. April, 20. Mai, am 24. Juni daheim in Auerbach und am 23. September in Sindelfingen geben. Das ist eine lange Saison.
Naja, die Mädels trainieren ja eh das ganze Jahr hindurch, denn Pausen kann man sich auf diesem Niveau nicht leisten. Immerhin sind drei Wettbewerbe bei uns in der Nähe, das macht es logistisch für uns einfacher. Ich wäre ja für ein weiteres Entzerren auf acht Kampftage, das wäre auch für Sponsoren attraktiver, aber die Einzeltermine müssen ja auch untergebracht werden.

Das hört sich insgesamt nach einer hohen Belastung an. Wie können Sie da als Coach überhaupt helfen?
Im Team ist die Anstrengung sogar geringer, da pro Athletin nur zwei Kämpfe anfallen, im Einzel sind es fünf bis sechs am Tag. Aber ich als Trainer stehe zwei Stunden am Stück unter Strom, weil ich versuche, jedem immer Tipps vom Mattenrand aus zu geben. Auch wenn das nicht bei jeder so ankommt. Die einen sind richtig im Tunnel, andere suchen bei jeder Pause den Kontakt zu mir.

Sie klingen insgesamt sehr zuversichtlich. Aber, was wäre wenn?
Klar beschäftigen wir uns auch damit. Dann würden wir halt versuchen, aus der Bayernliga gleich wieder aufzusteigen. Das Team müsste dann so zusammenbleiben. Aber ich bin mir sicher, dass dieser Fall nicht eintreten wird, denn wir haben es drauf!

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