Topspiel am Sportgelände Am Espen

Mit Burger und Bowling zum Aufstieg?

Ein Bild mit Seltenheitswert: Im Heimspiel gegen den TSV Winkelhaid II (5:1) ließ Oberferriedens Toptorjäger Tobias Haas (Mitte) eine Großchance im ersten Durchgang aus und traf nur den Pfosten. Im weiteren Spielverlauf traf er zum zwischenzeitlichen 4:1. Mit 15 Toren führt Oberferriedens Angreifer die Torschützenliste der A-Klasse Nord Ost an. | Foto: Daniel Frasch2021/11/FSV-Oberferrieden-Tobias-Haas-trifft-den-Pfosten-Winkelhaid-II-scaled.jpg

Spiel der Woche: In der A-Klasse Nord Ost empfängt der Spitzenreiter FSV Oberferrieden den Tabellenzweiten FC Wendelstein II.
 Spielertrainer Martin Wießler organisiert im Vorfeld einen Mannschaftsabend und sagt: „Wenn wir gewinnen, kann uns keiner mehr aufhalten“.

Am Sonntagnachmittag (14.30 Uhr) kommt es auf dem Sportgelände Am Espen zum Topspiel der A-Klasse Nord Ost: Der noch immer ungeschlagene Tabellenführer FSV Oberferrieden empfängt mit der Bezirksligareserve des FC Wendelstein den Tabellenzweiten. Vier Punkte trennen beide Mannschaften aktuell, die Gäste haben allerdings ein Spiel weniger absolviert (zwölf) als die Hausherren.

Die sportliche Ausgangslage ist klar: Gelingt der Mannschaft von Spielertrainer Martin Wießler der nächste Heimsieg – es wäre der sechste der laufenden Saison – würde sie sich vorübergehend mit sieben Punkten Vorsprung absetzen, die Tabellenführung ausbauen und ihre Aufstiegsambitionen untermauern. Im Falle einer Niederlage käme Wendelstein bis auf einen Zähler heran und könnte mit einem Sieg im Nachholspiel die Tabellenführung übernehmen.
Wießler jedenfalls ist zuversichtlich, dass sein Team den Nimbus der Ungeschlagenen auch am späten Sonntagnachmittag noch innehaben wird. „Die Jungs wissen, was los ist. Nachdem unter der Woche einige kranke Spieler zurückgekehrt sind, sind wir so gut wie komplett und haben alle Mann an Bord“, beschreibt er die personelle Situation vor dem Schlager und ergänzt: „Unsere Ausgangslage ist bombastisch. Ich bin davon überzeugt: Wenn wir dieses Spiel gewinnen, kann uns keiner mehr aufhalten.

Tobias Haas, das „Phänomen“

Die gute Ausgangslage hängt freilich auch mit Angreifer Tobias Haas zusammen. Mit 15 Treffern führt Oberferriedens Rückennummer acht die Torschützenliste an – zwei davon gelangen dem 30-Jährigen bereits im Hinspiel Anfang August, welches der FSV mit 3:2 für sich entschied. „Der Tobias ist ein Phänomen. Mit ihm zusammenzuspielen ist einfach nur geil. Wir verstehen uns super, jeder kennt die Laufwege des anderen“, sagt Wießler über seinen kongenialen Partner im Angriff und schiebt nach: „Er ist gut drauf und hat momentan megaviel Spaß am Fußball.“ Insgesamt kommt die Oberferriedener Offensive bislang auf 58 Treffer in 13 Partien. Klingt nach Spitzenwert, ist es aber nicht.

Noch gefährlicher präsentiert sich bislang nämlich der FC Wendelstein II, dem 59 Treffer in zwölf Partien gelungen sind. „Mit Wendelstein wartet natürlich ein Brocken auf uns, der uns wehtun kann“, weiß auch Wießler, der trotz der geballten Offensivpower des Kontrahenten nichts von Manndeckung oder einer defensiven Spielausrichtung hält. „Wir legen den Fokus immer nur auf uns. Wir versuchen in jeder Partie, unser Spiel durchzukriegen und es dem Gegner aufzuzwängen.

Ganz ähnlich geht es auch Wießlers Pendant auf der Gegenseite, Patrick Baierlein. Wendelsteins Coach stellt vor der Begegnung beim Tabellenführer klar: „Oberferrieden steht zu Recht da oben, sie punkten einfach sehr konstant. Das, was Martin Wießler in der kurzen Zeit in Oberferrieden aufgebaut hat, ist aller Ehren wert“, zollt Baierlein der Arbeit des 32-Jährigen Respekt. Anders als bei den Hausherren gestaltet sich die personelle Situation bei den Gästen jedoch sehr angespannt. Acht Spieler aus dem erweiterten Kreis der zweiten Mannschaft fehlen Baierlein am Sonntagnachmittag, dazu werden vier Akteure angeschlagen in die Partie gehen. Mit acht beziehungsweise zehn Spielern konnte Wendelsteins Coach unter der Woche nur trainieren – nicht die besten Voraussetzungen, dem Spitzenreiter ein Bein zu stellen. „Aber“, sagt Baierlein, „als Ausrede will ich das nicht gelten lassen. Denn die Quantität im Kader ist sehr hoch, ich habe 24 gleich starke Spieler.

Baierlein erwartet „heißen Tanz“

Der 34-Jährige erwartet einen „heißen Tanz“ und spricht von einem „interessanten und geilen Spiel.“ Auch, weil beide Mannschaften ihr Heil in der Offensive suchen werden. „Das Oberferriedener Spiel ist, wie unseres auch, offensiv ausgerichtet. Es sind zwei spielstarke Mannschaften, sich hinten reinzustellen, gehört nicht zu unseren Philosophien. Für uns wird es darum gehen, ob wir noch einmal um den direkten Aufstieg mitreden können oder ob wir uns am Ende mit der Relegation zufriedengeben müssen. Alles ist erlaubt, nur nicht verlieren“, lautet Baierleins Credo also.

Ein Leitsatz, den auch Martin Wießler unterschreiben würde. Um sich geschlossen auf das Topspiel einzustimmen, hat der FSV-Coach gestern einen Mannschaftsabend organisiert. Bei Burger, Spare Ribs und einem Bier ließ es sich die Mannschaft im neu eröffneten Restaurant Rodeo Drive gutgehen, beim Bowling wurde die ein oder andere ruhige Kugel geschoben. Neudeutsch würde man wohl von einer teambuildenden Maßnahme sprechen. Im Falle des FSV Oberferrieden wäre das jedoch Quatsch. Denn ein Team steht bereits seit einigen Monaten auf dem Platz, Zusammenhalt wird unter Wießlers Regie großgeschrieben. Vielleicht führt den FSV dieser Zusammenhalt schon bald in die Kreisklasse. Ein Sieg über Wendelstein würde die Chancen deutlich vergrößern.

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