Karateabteilung des TV Hersbruck

Meister des Waffenkarate

Meister und Schüler: Klaus Oblinger (rechts) demonstriert hier Gernot Saubert, wie er mit der „Sai“, einer kurzen Eisengabel, den Angriff mit dem bis knapp zwei Meter langen „Bo“ abwehren kann. | Foto: J. Ruppert2018/04/IMG_0719.jpg

HERSBRUCK – Seit gut einem Jahr bereichert er das Angebot der Karateabteilung des TV Hersbruck um einen faszinierenden Zweig fernöstlicher Kampfkunst: Klaus Oblinger unterrichtet beim ältesten Sportverein der Cittaslow seit damals Kobudo, das sogenannte „Waffenkarate“.

Viele Jahre war Oblinger, der nach über 40 Jahren aktivem Kampfsport nicht nur den 5. Dan im Shotokan-Karate besitzt, sondern auch den gleichen Meistergrad im Kobudo sowie den 4. Dan im Kyusho-Jitsu (Vitalpunkt-/Nervenpunktstimulation), Karate-Abteilungsleiter beim SC Engelthal – bis 2016. Weil dort inzwischen keine Halle mehr zur Verfügung steht und sich ein negativer Trend bei den erwachsenen Teilnehmern abzeichnete, wechselte er zum TV Hersbruck und bereichert seitdem die dortige Karatesparte um einen traditionellen Zweig.

Kobudo entwickelte sich wie das Karate auf den heute zu Japan gehörenden, zwischen dem „Land der aufgehenden Sonne“ und Taiwan gelegenen Ryukyu-Inseln, zu denen auch Okinawa gehört. Kobudo (deutsch: „Alter Weg des Kriegers“), das manchmal auch als Kobujutsu („alte Kriegskunst“) bezeichnet wird, wurde im alten Okinawa vom mittleren Adel und den Bauern neben Karate zur Selbstverteidigung trainiert – mit verschiedenen Alltagsgegenständen wie dem „Bo“, einem Langstock von knapp zwei Metern Länge, dem etwas kürzeren „Hanbo“ oder der „Sai“, einer Eisengabel.

Von den in verschiedenen Quellen bis zu 45 aufgeführten Kobudowaffen haben manche nur noch historische Bedeutung, andere sind hierzulande verboten. Beim TV trainiert Oblinger deshalb neben den genannten Waffen mit dem „Tonfa“, einem als Einsatzstock der Polizei bekannten, gut unterarmlangen Holzstück mit Griffstück, sowie den „Kama“ (Sicheln).

Passend zur Philosophie von TV-Abteilungsleiter Joachim Schwarz legt Klaus Oblinger ebenfalls großen Wert auf die grundlegende Idee des klassischen Karate, das von seinem Wesen her zunächst defensiv ausgelegt ist. Auch der Inhaber des C-Trainerscheins für den Breitensport will seine Schüler die Geschichte und den Geist hinter dem fernöstlichen Sport hautnah erleben lassen.

Das Kobudotraining findet jeweils donnerstags von 18.30 bis 20 Uhr im Karate-Dojo in der TV-Turnhalle (ehemalige Bühne) statt. Am Montag, 7. Juni, beginnt zudem wieder ein Karate-Einsteigerkurs für alle Interessierten ab 16 Jahren. Die zehn Kursabende finden bis 23. Juli jeweils montags von 19.30 bis 21 Uhr ebenfalls im TV-Dojo statt. Kursgebühr: 45 Euro, verbindliche

Anmeldung erforderlich per E-Mail an [email protected]
Nähere Infos zu allen Kursen unter www.karate-tvhersbruck.de

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta