SC Feucht muss gegen Cham eine Reaktion zeigen

Mehr Schweiß, mehr Erfolg?

Gegen ein Ergebnis wie im letzten Aufeinandertreffen haben die Feuchter sicherlich nichts einzuwenden: Im Toto-Pokal im August 2019 gewann der SC um Salim Ahmed (rechts) zuhause deutlich mit 5:1 gegen den ASV Cham. | Foto: Dirk Meier2021/10/SC-Feucht-AhmedSalim-gegen-ZollnerThomas-Cham.jpg

FEUCHT – Nach der Derby-Pleite gegen den ASV Neumarkt zieht SC-Trainer Florian Schlicker die Zügel an.
 Gegen den Tabellensechzehnten ASV Cham fordert er von seiner Mannschaft die „Grundtugenden“ – und einen Heimsieg.

Manchmal bedarf es nur weniger Worte, um dennoch viel zu sagen. Beispielsweise wenn Florian Schlicker davon spricht, dass die Niederlage in Neumarkt „erst verbal und dann auf dem Platz“ aufgearbeitet wurde und seine Mannschaft eine „anstrengende Trainingswoche“ hinter sich habe. Dann bedeutet das nicht weniger, als dass Feuchts Trainer die Zügel unter der Woche kräftig angezogen und die Intensität deutlich erhöht hat. „So könnte man es sagen, ja“, antwortet Schlicker schließlich auf die Frage, ob seine Spieler in den vergangenen Tagen mehr schwitzen mussten als in den Wochen zuvor. Auf gut deutsch: Schlicker erinnerte seine Mannen daran, dass es ohne die gern zitierten Tugenden nicht geht im Fußball. All das, was seine Spieler in Neumarkt in den ersten 45 Minuten nicht gezeigt haben, durften sie nun unter der Woche in den Trainingseinheiten nachholen.

Aus gutem Grund: Bei der 0:2-Niederlage am vergangenen Sonntag im Derby gegen den ASV Neumarkt ließen die Feuchter im ersten Durchgang so ziemlich alles vermissen, was es braucht, um in der Bayernliga erfolgreich zu sein. „Wille, Einsatz- und Laufbereitschaft haben gefehlt. Wenn wir die Grundtugenden nicht auf den Platz bekommen, dann können wir in dieser Liga nicht erfolgreich sein. So einfach ist das.

Veränderungen in der Startelf?

Im Anschluss an die Partie sprach Schlicker allerdings nicht nur von mangelnder Einstellung, sondern auch von „zu vielen Ausfällen arrivierter Spieler.“ Wird er nun personelle Konsequenzen ziehen und die Mannschaft heute Abend (19 Uhr) im Duell mit dem ASV Cham verändern? „Klar wirft so ein Spiel einige Fragen auf. Es ist durchaus möglich, dass wir auf der ein oder anderen Position Veränderungen vornehmen werden“, lässt sich Schlicker die Optionen auf Spielerwechsel offen.

Mit dem ASV Cham ist am Abend das auswärtsschwächste Team der Liga zu Gast in Feucht, in sechs Partien in der Fremde reichte es nur zu einem Punkt, fünfmal schlich die Mannschaft von Trainer Stefan Riederer als Verlierer vom Platz. Der hatte die Mannschaft nach der Entlassung von Christian Ranzinger und Josef Holler vor zwei Wochen übernommen, in seinem Debüt als Cheftrainer unterlag er dem Würzburger FV mit 0:1. „Uns hat in Würzburg die Durchschlagskraft nach vorne gefehlt. Wir hatten bei Ballbesitz zu wenig Ideen und daher haben sich für uns auch kaum Torchancen ergeben. Wir brauchen auch mehr Bissigkeit in den Zweikämpfen“, bilanzierte Riederer nach der Niederlage gegen den Abstiegskonkurrenten aus Unterfranken.

„Nicht stärker machen, als sie sind“

So ein Trainerwechsel braucht immer etwas Zeit, bis Veränderungen greifen. Daher ist Cham in der aktuellen Situation eine Wundertüte. Dennoch ist es unterm Strich eine gestandene Bayernligamannschaft. Es ist ein Spiel, das wir gewinnen wollen und müssen, da brauchen wir nicht drum herum zu reden. Wir müssen sie auch nicht stärker machen, als sie es in ihrer momentanen Situation sind“, stellt Feuchts Coach Florian Schlicker klar.

Im Duell mit den Oberpfälzern hat der Aufsteiger die Favoritenrolle inne, allen voran aufgrund der enormen Heimstärke, die die Zeidler bis dato auszeichnet: Fünf Siege und zwei Remis stehen nach sieben Heimspielen zu Buche. Eine Bilanz, die sie freilich auch in Cham kennen. Dennoch kündigt ASV-Coach Riederer selbstbewusst an: „Feucht hat eine gute Truppe, die es spielerisch lösen will. Das kommt uns entgegen, denn Würzburg hat nach der Führung doch sehr defensiv agiert. Uns ist auf keinen Fall angst und bange vor diesem Spiel. Wir sind positiv gestimmt und werden in der Lage sein, dort etwas zu holen.

An das letzte direkte Duell haben die Feuchter – mit Ausnahme von Florian Schlicker – jedenfalls gute Erinnerungen: Am 6. August 2019 empfing der SC, damals noch Landesligist, im Toto-Pokal den frischgebackenen Bayernliga-Aufsteiger und gewann am Ende deutlich und verdient mit 5:1. Schlicker selbst war an diesem Tag nicht anwesend, die Mannschaft wurde damals von Co-Trainer Adrian Milano gecoacht.

Von Daniel Frasch und Dirk Meier

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