SC Feucht gelingt zweiter Auswärtssieg

König macht den Unterschied

Ein Tor per Kopf, eines per Volleyschuss: Feuchts Torjäger Stephan König demonstrierte beim TSV Karlburg seine fußballerischen Qualitäten und schoss die Zeidler zum verdienten 2:0-Auswärtserfolg. | Foto: Zink2021/09/SC-Feucht-Koenig-Kopfball.jpg

FEUCHT – Im Auswärtsspiel beim TSV Karlburg muss Feuchts Trainer Florian Schlicker gleich fünf Stammspieler ersetzen.
Matchwinner beim 2:0-Sieg ist einmal mehr Torjäger Stephan König, der beide Treffer erzielt. Schlicker: „Was er abreißt, ist sensationell“.

Verletzungssorgen plagen Florian Schlicker seit Beginn der Bayernligasaison Ende Juli: Bislang verging kein Wochenende, an dem Feuchts Cheftrainer alle Spieler zur Verfügung hatte. Das hat freilich auch mit dem fragwürdigen, weil sehr straffen Spielplan im August zu tun. „Was man mit den Jungs hier macht, ist Extremausbeutung. Wenn ich mir den Spielplan anschaue und sehe, dass wir im August nur englische Wochen haben, im September dann aber keine einzige, dann frag ich mich schon, wer sich so etwas Verrücktes ausdenken kann“, kritisierte Schlicker bereits vor einigen Wochen die Entscheidungsträger im bayerischen Fußball-Verband.

Auch vor der Auswärtspartie beim TSV Karlburg vergangenen Sonntagabend erreichten ihn neue Hiobsbotschaften: Neben den feststehenden Ausfällen von Maximilian Höhenberger, Noah Mengi und Philipp Spießl musste Schlicker auch auf die beiden Stammkräfte Julian Schäf (verletzt) und Fabian Klose (krank) verzichten. Weil gerade einmal 13 Feldspieler in Unterfranken zur Verfügung standen, schlüpfte auch Schlicker in Hose, Stutzen und Fußballschuhe und stand als Notnagel mit auf dem Spielberichtsbogen. Sich selbst einwechseln musste er allerdings nicht, zu dominant agierte seine Mannschaft beim Tabellenvierzehnten über weite Strecken der Partie.

Zwei Treffer in zehn Minuten

Die Feuchter erwischten einen Start nach Maß und gingen bereits in der 6. Spielminute in Führung: Nach einer herrlichen Flanke von Tim Ruhrseitz von der rechten Seite setzte sich Stephan König clever von seinem Gegenspieler ab und nickte den Ball aus sechs Metern unhaltbar zum 1:0 in die Maschen. Nur zehn Minuten später stand erneut König im Mittelpunkt: Erst behauptete er im Mittelfeld den Ball und legte ihn auf Rechtsaußen, um sich sogleich auf den Weg zum Karlburger Strafraum zu machen. Nachdem der Schussversuch von Max Hering abgeblockt wurde, fackelte König nicht lange und hämmerte den Ball aus 22 Metern in den rechten Winkel.

Wie er den Ball Volley aus der Distanz da oben reinlegt, ist Wahnsinn. Es war definitiv das Tor des Monats“, schwärmte Schlicker über den achten Saisontreffer seines Angreifers, ohne dabei zu übertreiben. Mit perfekter Schusshaltung und der nötigen Entschlossenheit jagte König den Ball ins Tor und brachte seine Farben mit seinem zweiten Treffer auf die Siegerstraße.

„Ein positiv Verrückter“

Nicht nur aufgrund der beiden Tore hatte Schlicker tagsdrauf ein Extralob für seinen langen Weggefährten übrig, mit dem er bereits beim SV Seligenporten zusammenarbeitete: „Seine Einstellung ist vorbildlich, er ist ein positiv Verrückter. Er arbeitet auch neben dem Training viel, deshalb ist er auch von seiner Verletzung früher zurückgekommen, als alle dachten. Er schenkt weder sich noch den Gegnern etwas, so einen möchte man nicht als Gegenspieler haben“, sagt Schlicker und ergänzt: „Er hat eine unglaubliche Qualität in der Box und einen enormen Torriecher. Er ist seit 14 Tagen schmerzfrei, jetzt merkt man, dass er sich nicht auf seinen Körper, sondern auf das Spiel fokussieren kann.

Was König von vielen anderen Stürmern unterscheidet: Neben den Torjägerqualitäten bringt er auch die nötige Aggressivität auf den Platz, wenn es die Spielsituation erfordert, scheut sich König nicht davor, ein Zeichen zu setzen und den Gegenspielern unter die Haut zu gehen. „Er wandelt ab und an an der Grenze. Aber es ist alles im Rahmen, er ist kein unfairer Spieler und hilft uns mit seiner Art und Weise enorm weiter“, betont Schlicker.

„Beste erste Hälfte seit Langem“

Doch nicht nur mit seinem Stoßstürmer war Schlicker in Karlburg sehr zufrieden, die gesamte Mannschaft hat dem 40-Jährigen Spaß gemacht: „Es war eine sehr gute erste Hälfte von uns, die beste seit Langem.“ Zwar kamen die Hausherren in den zweiten 45 Minuten etwas besser in die Partie, zwingende Torchancen ließ die Feuchter Hintermannschaft jedoch nicht zu, so dass unterm Strich ein verdienter 2:0-Sieg stand. „Der einzige Vorwurf, den wir uns machen können, ist, dass wir nicht das dritte oder vierte Tor nachgelegt haben“, resümiert Florian Schlicker. Kommenden Freitagabend (19 Uhr) ist der Tabellensechzehnte, der Würzburger FV, zu Gast im Waldstadion.

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