SC schießt ASV Cham 5:1 ab

Feuchts „Machtdemonstration“

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Jubel über das 1-0 für-den SC Feucht. | Foto: Meier2019/08/Jubel-ueber-das-1-0-fuer-den-SC-Feucht-li-Schuetze-WessnerNico.jpg

FEUCHT – Der 1. SC Feucht steht in der zweiten Runde des Bayerischen Toto-Pokal 2019/20. Am Dienstagabend setzte sich der Landesliga-Zweite im Heimspiel vor fast 200 Zuschauern im Waldstadion gegen den Bayernliga-Aufsteiger ASV Cham verdient und deutlich mit 5:1 (1:1) durch. Nico Wessner vor der Pause sowie nach dem Seitenwechsel je zweimal Philipp Spießl und Marco Weber erzielten die Treffer.

Beide Teams schonten einige Stammkräfte. Auf Seiten der Hausherren saßen Fabian Klose, Yasin Kaya und Maximilian Höhenberger zunächst nur auf der Bank. Im Tor erhielt Youngster Korbinian Zylka eine Chance, der seine Sache sehr gut machte und der auch am Freitag im Punktspielderby gegen Schwabach zwischen den Pfosten stehen wird.

Cham reiste gleich ohne fünf Stammkräfte an und ließ die anderen sechs Akteure nur jeweils eine Halbzeit lang spielen. Da Cham zur Pause drei sehr gut Leute rausnahm und Feucht für den zweiten Abschnitt Klose & Co brachte, verschob sich das Kräfteverhältnis deutlich zu Gunsten der Platzherren, was die Leistung der Feuchter aber keinesfalls schmälern soll.

Wessner bringt Feucht in Front

In den ersten 20 Minuten verlief die Partie noch relativ ausgeglichen. Bei einem weiten Ball in den Chamer Strafraum konnte deren Keeper, mit Tobias Auer stand nur die Nummer drei im Tor, gerade noch vor Philipp Spießl retten, der eine sehr gute Leistung bot (20.). Es folgte eine strittige Szene, als Tobias Berger im Strafraum Spießl wegschob und der zu Boden ging, doch der Elfmeterpfiff blieb aus (24.).

Der Dosenöffner: Nico Wessner (rechts) leitete mit seinem Treffer den Kantersieg seines SC Feucht gegen den ASv Cham ein. Foto: Meier2019/08/WessnerNico-SC-Feucht-rot.jpg

Cham hatte eine Gelegenheit, als Tobias Lehr-Kramer den Ball in den Fuß von Daniel Engl spielte, der aber im Abschluss zu untentschlossen war (39.). Dann die längst fällig Führung für die Heimelf. Einen Eckball von Mario Weber köpfte Nico Wessner aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (42.). Doch noch in der Nachspielzeit zirkelte Friedrich Lieder einen Freistoß aus 18 Metern über die Mauer zum 1:1 ins Netz.

Feucht nun deutlich überlegen

Zur zweiten Halbzeit erfolgte bei Feucht die Hereinnahme von Klose und Kaya, bei Cham gingen mit Lieder, Kapitän Franz Xaver Brandl und Daniel Engl drei Stützen vom Feld. Nun war Feucht deutlich stärker aufgestellt und das sollte sich auch auswirken, wenngleich es zunächst nur zu Torchancen reichte.

Ein tiefer Ball von Klose gespielt auf Wessner wurde vom ASV-Torwart gehalten (50.). Spießl setzte zu einem Solo an, doch bei seinem Abschluss war ein Chamer Bein im Weg (57.). Eine Ecke von Klose köpfte Wessner auf das Tor, doch erneut konnte der Schlussmann abwehren (62.). Klose hatte noch mit einem Schuss aus dem Rückraum Pech (67.).

Nun hatte sich der SC warm geschossen und stellte dann sein Visier besser ein, kam binnen einer Viertelstunde zu vier Treffern, womit die Gäste aus der Kreisstadt in der Oberpfalz noch deklassiert werden konnten. Eine Flanke von rechts von Klose konnte Spießl in Mittelstürmer-Manier eiskalt zum 2:1 verwerten (69.).

Nach einem Handspiel im Strafraum legte sich Marco Weber den Ball zurecht und schoss platziert zum 3:1 ein (77.). Weber legte nach, als er zwei Mann im Strafraum ausspielte und dann den Ball in die Lange Ecke zum 4:1 setzte (80.). Den Schlusspunkt setzte Spießl, nachdem ihm Klose die Kugel in den Lauf serviert hatte (84.).

Schwabacher Spione

Damit hatte der 1. SC Feucht nach 20 ausgeglichenen Minuten den eine Klasse höher spielenden Gast, der wie Feucht in der Vorsaison als Landesliga-Vizemeister 84 Punkte erreicht hatte, deklassiert. Und das war verdient, denn die Gastgeber spielten wie aus einem Guss.

Erfreulich war besonders, dass alle Spieler, auch die, die nicht immer von Beginn an spielen, gezeigt haben, dass man jederzeit auf sie bauen kann. Das ist ein deutliches Indiz dafür, dass der SC-Kader sehr ausgeglichen besetzt ist. Somit ist Feucht, es gab auch Schwabacher „Spione“ auf der Tribüne, gut gerüstet für das Derby am Freitag, das ab 19 Uhr ebenfalls im Waldstadion über die Bühne gehen wird.

Stimmen zum Spiel:

Andreas Lengsfeld (Trainer ASV Cham): „Wir hatten fünf Spieler zu Hause gelassen und sechs andere aus dem Stamm nur jeweils eine Halbzeit spielen lassen. Das war auch der Plan. Sicher hätten wir das eine oder andere Gegentor verhindern können. Aber Feucht hat bewiesen, dass sie einen sehr guten Kader haben, sie hätten schon zur Halbzeit führen können. Sie haben verdient gewonnen, Glückwunsch an den 1. SC Feucht. Für uns ist es kein Beinbruch, weil die Liga für uns oberste Priorität hat.“

Adrian Milano (Co-Trainer 1. SC Feucht): „Wir hatten bei der Kaderzusammenstellung darauf geachtet, dass wir alle Positionen doppelt besetzt haben. Heute haben die Jungs gezeigt, dass man jeden bringen kann. Alle haben ihren Mann gestanden, alle haben sich eingesetzt. Vor allem in der zweiten Halbzeit war es über weite Strecken eine Machtdemonstration. Wir hatten ja noch weitere Chancen, haben gute nach vorne gespielt und hinten sehr wenig zugelassen. Kompliment auch an unseren jungen Torhüter Korbi Zylka, der sich sehr gut präsentiert und der sich den Einsatz heute und den am Freitag gegen Schwabach verdient hat.“  

SC Feucht: Korbinian Zylka – Michael Kammermeyer (46. Yasin Kaya), Tobias Lehr-Kramer, Niklas Uhle, Patrick Tekeser, Junior Betsi Mbetssi (69. Maximilian Höhenberger), Tim Ruhrseitz, Philipp Spießl, Salim Ahmed (46. Fabian Klose), Marco Weber, Nico Wessner – Trainer: Adrian Milano.

ASV Cham: Tobias Auer – Daniel Kropf, Tobias Berger, Thomas Zollner, Marco Faltermeier, Michael Lamecker, Jonas Berzl, Franz Xaver Brandl (46. Mario Kufner), Friedrich Lieder (46. Alexander Schafberger), Daniel Engl (46. Michael Wich), Michal Hvézda – Trainer: Andreas Lengsfeld.

Schiedsrichter: Quirin Demlehner (Eggenfelden)
Zuschauer: 187.
Tore: 1:0 Nico Wessner (42.), 1:1 Friedrich Lieder (45. + 1), 2:1 Philipp Spießl (69.), 3:1 Marco Weber (77. Handelfmeter), 4:1 Marco Weber (80.), 5:1 Philipp Spießl (84.).

N-Land Dirk Meier
Dirk Meier