Feuchts Trainer plädiert für „sauberen Cut“

„Es hängt mehr dran als nur der Sport“

„Hör' mir auf!“ Der Feuchter Trainer Florian Schlicker würde seine Mannschaft lieber vorzeitig in die Winterpause schicken. Stattdessen trifft sie am Abend im Nachholspiel auf die DJK Gebenbach. | Foto: Sportfoto Zink2021/11/Schlicker-vor-Gebenbach-schimpft-scaled.jpg

Bayernliga: Vor dem Nachholspiel gegen Gebenbach kritisiert Feuchts Trainer Schlicker den Bayerischen Fußball-Verband.

Für offene Worte ist Florian Schlicker immer zu haben. So war es bereits vor etlichen Wochen, als er den bayerischen Fußball-Verband ob dessen straffer Spielplanung und vieler englischer Wochen kritisierte und von einer „Extremausbeutung“ an den Spielern sprach. Und so ist es auch heute. Nicht nachvollziehen kann der 40-Jährige, dass der Verband hinsichtlich der steigenden Infektionszahlen nicht die Reißleine zieht, die Vereine in die Winterpause schickt und damit ein Ansteckungsrisiko der Spieler minimiert. „Ich bin der Meinung, es wäre das Sinnvollste, jetzt einen sauberen Cut zu machen und geschlossen in die Winterpause zu gehen. Die zwei oder drei Partien könnte man dann ganz entspannt im neuen Jahr nachholen, das gibt der Spielplan auf jeden Fall her. Aber da bewegt sich der Verband keinen Millimeter“, sagt Schlicker.

Doch nicht nur das Nichtstun von Seiten des Verbands ärgert ihn, auch das Handeln mancher Vereinsoffiziellen bringt Schlicker auf die Palme. „Wenn ich höre, dass manche Mannschaften fünf oder sechs Coronafälle haben, der Gegner einer Spielverlegung aber trotzdem nicht zustimmt, kann ich das nicht nachvollziehen“.

Noch kein positiver Fall in Feucht

Beinahe überrascht zeigt sich Schlicker von der Tatsache, mit seinem Team bis dato vom Coronavirus verschont geblieben zu sein. „Wir hatten in unserer Mannschaft tatsächlich noch keinen einzigen Fall. Toi toi toi. Aber ich kenne fast niemanden mehr, der im engeren Umfeld, ob in der Arbeit oder in der Familie, nicht schon einen positiven Fall hatte. Man darf ja nicht vergessen, dass da mehr dranhängt als nur der Sport. Vor allem im Job brennt es bei vielen zum Ende des Jahres, da wäre es doppelt bitter, mit einer Infektion auszufallen“, blickt Schlicker über den Tellerrand des Fußballs hinaus und betont: „Wenn du es einmal in der Kabine hast, dann scheppert es richtig.

„Gebenbach gehört oben rein“

16 Tage sind seit dem letzten Bayernligaspiel des SC Feucht (0:1 bei Don Bosco Bamberg) vergangen, heute Abend (19 Uhr) steht die Nachholpartie gegen die DJK Gebenbach im Waldstadion an. „Gebenbach hat vor allem im Offensivbereich unheimliche Qualität, das ist auf jeden Fall oberes Bayernliganiveau“, lautete Schlickers Einschätzung des Gegners bereits vor elf Tagen. Vergangenen Freitag machte er sich auf zum ATSV Erlangen, wo Gebenbach spielte und beim 1:1 einen Zähler entführte. „Das war ein sehr ordentliches Spiel von Gebenbach. Ich bleibe dabei: Von der Qualität her gehört die DJK oben rein. Sie haben in den vergangenen Wochen sehr stabil gespielt, sie sind eine kompakte Mannschaft mit großer individueller Klasse.

Trotz der zweiwöchigen Spielpause hat sich die personelle Situation bei den Zeidlern nicht entspannt.Der eine kommt, der andere geht“, kommentiert Schlicker die Erkältungswelle, die sein Team erwischt hat. Ob es für zwei oder drei Ersatzspieler reicht, ist fraglich.

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