Raiba-Weihnachten

Endlich geht’s auch bei Fußballfrauen wieder los

Ein Saisonstart ohne den FC Altdorf

Fußballerinnen oder Models? Die Neuzugänge des FSV Oberferrieden (von links): Jessica Bärnreuther, Jana Blum, Janina Joschko und Julia Kupfer. Nicht mit auf dem Bild: Catrin Porwik. | Foto: privat2017/09/FSV-Neuzugaenge.jpg

NÜRNBERGER LAND – An diesem Wochenende geht’s im Frauenfußball auch wieder um Punkte. Die negativste Meldung die sich zum Ende der Vorsaison herauskristallisierte, war die Tatsache, dass für den Frauenfußball beim 1. FC Altdorf die Lichter ausgingen und dies nach 21 erfolgreichen Jahren Juniorinnen- und Frauenfußball.

Zur Erinnerung: Anlässlich des 50-jährigen-Vereinsjubiläums wurde beim 1. FC Altdorf im Sommer des Jahres 1996 eine Juniorinnen- und Frauenmannschaft ins Leben gerufen, offiziell im Rahmen der Festwoche mit einem Freundschaftsspiel gegen die Frauen des FC Ezelsdorf. Ironie des Schicksals: Das letzte Match des FCA in der Bezirksoberliga war ebenfalls gegen den FC Ezelsdorf. Die Gründe für den Niedergang des Frauenfußballs beim FCA sind vielschichtig, aber in letzter Konsequenz war dieser Schritt unausweichlich. Die Nachwuchsförderung wurde in den letzten Jahren vernachlässigt und in der kommenden Saison wäre ein regelgerechter Spielbetrieb wohl nicht mehr möglich gewesen. Mit dem Rücktritt der Trainerin in der Vorrunde zeichnete es sich ab, dass es innerhalb des Kaders nicht mehr gestimmt hat. Einige Spielerinnen haben relativ vorzeitig erkennen lassen, dass sie den Verein wechseln wollen. Jedenfalls ist auch damit erklärbar, dass sich der Großteil des Kaders sehr schnell in alle Windrichtungen zerstreut hat und neue Vereine in und um Nürnberg herum gefunden hat.

Zweimal aufgestiegen

Dafür bleibt der FC Ezelsdorf nach wie vor sehr erfolgreich im Geschäft. Immerhin haben die Ezelsdorfer im Verbreitungsgebiet des „Boten“ dem lange Zeit im Frauenfußball führenden FCA den Rang abgelaufen und rangierten auch in den letzten Jahren immer mit an der Tabellenspitze in der Bezirksoberliga. Die zweite Mannschaft brachte das Kunststück fertig, in den letzten beiden Jahren aufzusteigen und spielt nunmehr in der Bezirksliga 2.

Im Trainer- und Betreuerteam des FCE hat sich wenig geändert. Nach wie vor sind Felix Bernhardt für beide Teams als Trainer und Alexander Sauber als Torwart-Trainer zuständig. Zusätzlich übernimmt Melinda Herfet einmal in der Woche das Training der Reserve. Susanne Buchner ist weiterhin Teammanagerin.

Back to the roots: Katharina Hampicke kehrt aus Weinberg in die Heimat zurück. | Foto: DV2017/09/Katharina-Hampicke.jpg

Ein echter Neuzugang für die Erste ist die aus Weinberg zurückgekehrte Katharina Hampicke. Maike Wintrich schloss sich nach langer Verletzungspause ebenfalls wieder dem FCE an und Laura Loos wurde fest in den Stamm des BOL-Teams hochgezogen. Neuzugänge bei der zweiten Mannschaft: Sigena Höppner (eigene Jugend) und Anna Schmidt (TSV Ochenbruck)

Bei der Ersten befindet sich derzeit Ronja Harmansa im Ausland und wird im Oktober zurückkehren. Paulina Warnhofer wird die Reserve ab Oktober für einen Auslandstrip für drei Monate verlassen, mit ihr wird wieder ab der Rückrunde geplant werden können, genauso Nicole Krause, die in der Vorrunde beruflich verhindert ist.

Ziel: „Oben mitspielen“

Beide Teams haben sich gut auf die neue Saison vorbereitet. Das BOL-Team hat immerhin in den Vorbereitungsspielen gegen die Landesligisten SpVgg Bayreuth (gecoacht vom Ex-Profi Ingo Walther) und 1. FC Nürnberg II mit 2:1 bzw. 1:0 gewonnen. Das Match gegen den Fast-Bayernliga-Aufsteiger SV Frensdorf wurde nach gutem Spiel mit 4:2 verloren, gegen Wallnsdorf und Sindlbach gab es hohe Kantersiege. Die Ergebnisse der drei Vorbereitungsspiele der Reserve waren durchwachsen.

Für den jungen und sehr engagierten Trainer Felix Bernhardt sind die Saisonziele klar: „Mit der ersten Mannschaft wollen wir nach zwei Vize-Meisterschaften auf alle Fälle wieder oben mitspielen. Einen Aufstieg kann man eh nicht planen, insofern wollen wir von Spiel zu Spiel schauen!“ Für die Zweite in der Bezirksliga wird es sicher bei drei direkten Absteigern in einer 12er-Liga nicht leicht, Saisonziel ist auf jeden Fall der Klassenerhalt. Als Meisterschaftsfavoriten fällt die Wahl in der BOL auf den Post SV Nürnberg und den Aufsteiger SG Nürnberg-Fürth, die sich beide extrem gut verstärkt haben. „Außerdem sollte man den TSV Mörsdorf und den TSV Brand nie ganz abschreiben. Die Bezirksliga wurde ja verhältnismäßig neu aufgestellt, doch Kalbensteinberg und die beiden Absteiger Segringen und Dittenheim werden sicher vorne mitspielen“, so Bernhard.

Veränderungen in Kreisklasse

In der Kreisklasse sind wie im letzten Jahr die (SG) FV Röthenbach/b.A. und der FSV Oberferrieden vertreten.

Christian Tischner ergänzt das Trainerduo mit Wolfgang Volkamer bei der (SG) FV Röthenbach/b.A.. | Foto: DV2017/09/Christian-Tischner.jpg

Die Röthenbacher mussten ihr erstes Match ferien- und urlaubsbedingt verlegen und starten erst in der nächsten Woche. Neu im Trainerstab ist Christian Tischner, der zusammen mit Wolfgang Volkamer das Team anleitet. Co-Trainer ist wie bisher Edwin Gspahn, Spielleiterin und Betreuerin Karin Roth. Im Spielerinnenkader gab es auch Veränderungen. Neuzugänge: Stefanie Neudert (TSV Obermelsungen), Katharina Lumpi (TSV Ochenbruck) und bereits seit der Rückrunde der Vorsaison Ines Hirschmann (SV Rasch). Die SG verlassen haben Britta Baumgartl (SV Leerstetten II), Melanie Kunze (Umzug nach Berlin), Lara Stritt und Elena Lubik (Karriereende).

In der Vorbereitung absolvierten sie drei Spiele, einen Sieg, ein Remis und eine Niederlage waren das Ergebnis. Äußerst gelungen war ein dreitägiges Trainingslager in Geißelwind, das zwar viel Schweiß gekostet hat, aber allen Beteiligten viel Spaß bereitet hatte. Das Saisonziel formulierte Wolfgang Volkamer recht zurückhaltend: „Wir wollen möglichst verletzungsfrei durch die Saison kommen und wenn’s geht oben mitspielen! Der Meisterschaftstipp ist schwer zu beantworten, die beiden Kreisligaabsteiger Weißenburg und Heuberg aber auch Katzwang und Oberferrieden dürften am Ende um die Meisterschaft ein Wörtchen mit zu reden haben.“

Trainer und Co-Trainer beim FSV Oberferrieden, der gleich am Samstag die erste Bewährungsprobe in Frickenfelden vor der Brust hat, sind weiterhin Frank Liebel und Andreas Lahm. Dafür drehte sich das Personalkarussell bei den Aktiven wesentlich intensiver. Zugänge: Mit Jessica Bärnreuther stößt eine Novizin zum Team, Janina Joschko und Julia Kupfer wurden reaktiviert. Von Auslandsaufenthalten zurückgekehrt sind Jana Blum und Catrin Porwik. Seit der Winterpause konnte Teresa Healey reaktiviert werden. Abgänge: Lisa Blum geht ins Ausland und Jessica Müller, Viola Dollinger, Anna Schütz und Sarah Wojack haben endgültig die Fußballschuhe an den berühmten Nagel gehängt.

Urlaubs- und ferienbedingt musste sich die Vorbereitung für die neue Saison ausschließlich auf intensive Trainingsarbeit begrenzen. Entsprechend bescheiden formuliert Frank Liebel auch das Ziel für die neue Saison: „Wir streben eine ordentliche Saison an und wären mit einem guten Mittelfeldplatz zufrieden! Als Meisterschaftsfavoriten sehe ich Katzwang, Röthenbach oder Büchenbach“.

N-Land Dieter Vogt
Dieter Vogt