Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Hygienemängeln

Abfüllanlage in der Wolfshöhe weiter dicht

Gebraut wird weiterhin in der Wolfshöhe (im Hintergrund das Malzvorratssilo und das Sudhaus), aber abgefüllt darf seit über vier Monaten nicht mehr werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit August. | Foto: Kirchmayer2017/12/Wolfshohe-Brauerei-Staatsanwaltschaft-Bier-1.jpg

WOLFSHÖHE — Auch vier Monate nach Bekanntwerden von Hygienemängeln darf die Brauerei Wolfshöhe ihre Abfüllanlage nicht verwenden. Gebraut wird weiterhin in der Wolfshöhe, das Bier wird seit Sommer in einer anderen Anlage abgefüllt.

Bereits seit August läuft nach Informationen der Pegnitz-Zeitung ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen die Geschäftsführung des Neunkirchener Betriebs. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, weil, so Oberstaatsanwältin Anita Traud, die Anschuldigungen „von der Qualität über eine Ordnungswidrigkeit hinaus“ gingen. Der Straftatbestand, um den es geht, ist ein Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz, im Amtsdeutsch das „Inverkehrbringen von zum Verzehr durch den Menschen ungeeigneten Lebensmitteln“, so Traud.

Am 10. Oktober hat die Staatsanwaltschaft die Brauerei durchsucht und dabei Hygienemängel festgestellt. Dem Gesundheits­amt waren solche Mängel bereits seit Langem bekannt, wie die Behörde der Pegnitz-Zeitung im August bestätigte. Im Sommer dieses Jahres hatten die Behörden reagiert: Am 31. Juli wurden sowohl die Flaschenwaschanlage als auch die Flaschenabfüllanlage versiegelt.

Wenn ein Verdacht auf eine Straftat vorliegt, ist das Landrats­amt verpflichtet, die Staatsanwaltschaft zu informieren. Dies ist also bereits im August so geschehen. Damals gab es auch eine Rückrufaktion von 0,5-Liter-Flaschen, weil in einer Teile eines Etikett gefunden worden waren.

Die Staatsanwaltschaft möchte jetzt herausfinden, ob verunreinigtes Bier in Umlauf gekommen ist oder nicht. Falls der Brauerei rechtswidriges Verhalten nachgewiesen werden kann, droht dem Verantwortlichen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

Beim Reinigungsprozess der Flaschen vor der Abfüllung wird Lauge verwendet. Um auszuschließen, dass diese oder andere Fremdstoffe mitgetrunken werden, gibt es den sogenannten Leerflascheninspektor. Die Maschine zieht verunreinigte Flaschen aus dem Verkehr, nur die sauberen werden befüllt.

Im Sommer beteuerte Geschäftsführer Stephan Weber gegenüber der Pegnitz-Zeitung, es gebe Protokolle, die zeigten, dass der Leerflascheninspektor reibungslos funktioniere. Dem widersprach Franz Bezold, Abteilungsleiter für öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt im August. Die Protokollierungen seien „unstimmig und nicht belastbar“.

Ein Sprecher der Brauerei Wolfshöhe war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer