Am Set in Winkelhaid

„Tatort“-Dreh im „Gasthaus zur Linde“

„Tatort“-Schauplatz: Die Wirtsleute am gemütlichen Kachelofen der Gaststube, die zum Drehort wurde.2015/07/winkelhaid_Drehort_Gaststube.jpg

WINKELHAID – In Nürnberg haben am Dienstag die Dreharbeiten für den zweiten „Tatort“ aus Franken, „Das Recht sich zu sorgen“, begonnen. Drehorte sind die Würzburger Universität, die Festung Marienberg, das Umland von Würzburg, Nürnberg und Umgebung. Das hatte der Bayerische Rundfunk zum Drehstart bekanntgegeben. Was offiziell aber nicht bekannt war: Ein Drehort liegt mitten in Winkelhaid, genauer im „Gasthaus zur Linde“.

Das „Gasthaus zur Linde“ (nicht zu verwechseln mit der nahegelegenen „Grünen Linde“) befindet sich seit vier Generationen im Familienbesitz, die jetzige Wirtin ist Barbara Thorak, geborene Liebel. Der älteste schriftliche Nachweis, der existiert, stammt von einem Lieferantenvertrag mit der Brauerei Tucher aus dem Jahr 1900.

Drehort Gaststube

Im Traditions-Gasthaus in Winkelhaid waren Ende Mai völlig überraschend die „Scouts“ der Produktionsfirma aufgetaucht, die sich zu dieser Zeit nach geeigneten Drehorten in der Region umsahen. Sie nahmen den Gastraum der „Linde“ unter die Lupe und machten Fotos, mit dem Hinweis, sie seien auf der Suche nach einer authentischen Wirtschaft für den neuen „Franken-Tatort“.

Einige Zeit später waren sie wieder vor Ort und teilten den Wirtsleuten mit, sie hätten sich entschieden, das „Gasthaus zur Linde“ sei das Objekt ihrer Wahl. Wirtin Barbara Thorak und ihrem Mann erzählten sie, dass vor allem der alte Kachelofen, die Fenster dahinter und die holzvertäfelten Wände genau die Raumstimmung vermittelten, die sie sich vorgestellt hatten.

Vor dem Drehtag am Freitag, der von Mittag bis in den späten Abend dauerte, waren dann noch etliche Male Mitarbeiter der Produktionsfirma in der Winkelhaider Gaststätte erschienen – von den Technikern, Kameramännern bis hin zum Regisseur – und hatten sich mit der Örtlichkeit vertraut gemacht. Die am Freitag dort gedrehten Tatort-Szenen spielen „nach Feierabend“ und „beim Frühstückstisch“ – mehr war nicht herauszubekommen. „Gott sei Dank gibt’s bei uns keinen Mord“, berichtete die Wirtin erleichtert.

Drei Fälle auf einmal

Wie vom BR in einer Pressemeldung bekanntgegeben, haben es die Ermittler im neuen „Franken-Tatort“ mit drei Fällen gleichzeitig zu tun. Der erste spielt rund um ein Gasthaus in einem Dorf im Umland von Nürnberg (genauer gesagt in Rockenbrunn), der zweite an der Universität Würzburg und der dritte unmittelbar vor der eigenen Haustür: auf dem Jakobsplatz vor dem Nürnberger Polizeipräsidium.

Zum Inhalt verraten die „Tatort“-Macher bereits so viel: „An einem frühen Sommermorgen findet Steffi Schwinn, die Tochter von Wirtsleuten, ihre Mutter erwürgt in der Gaststube liegen.

In der Knochensammlung des Instituts für Anatomie der Universität Würzburg stößt ein Doktorand auf einen fremden Schädel. Und vor dem Nürnberger Polizeipräsidium schlägt eine Frau ein Zelt auf, um dagegen zu protestieren, dass die Polizei sich weigert, ihren vermissten, erwachsenen Sohn zu suchen. Drei Fälle, die von der Sehnsucht nach dem Gegenteil von Einsamkeit handeln und vom Recht sich zu sorgen. Im Mittelpunkt steht dabei ein fast perfektes Verbrechen.“

Bewährtes Team

Nach dem großen Erfolg des ersten „Franken-Tatort“ mit über zwölf Millionen Zuschauern ermitteln wieder Dagmar Manzel als Hauptkommissarin Paula Ringelhahn und Fabian Hinrichs als Hauptkommissar Felix Voss mit Kommissarin Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid), Kommissar Sebastian Fleischer (Andreas Leopold Schadt) und dem Leiter der Spurensicherung Michael Schatz (Matthias Egersdörfer). Regie führt der Krimi erprobte Andreas Senn (Tatort: „Das verkaufte Lächeln“), das Drehbuch schrieb Beate Langmaack („Blaubeerblau“), Produzenten sind Uli Putz und Jakob Claussen (Claussen+Putz Filmproduktion), die Redaktion liegt bei Stephanie Heckner. Die Dreharbeiten sollen voraussichtlich bis Mitte August dauern. Die Ausstrahlung des „Franken-Tatort“ „Das Recht sich zu sorgen“ ist für das Frühjahr 2016 geplant. Erich W. Spieß

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