Stimmen von Grünen, FW, CSU und SPD

Was sagen die Parteien zum Bürgermeisterwechsel in Lauf?

Gratulation über den Gartenzaun hinweg: Thomas Lang freut sich mit seiner Frau Susanne sowie den beiden Töchtern Helene und Antonia über den Wahlsieg. Das Coronavirus macht kaum ein anderes Bild möglich. | Foto: Haase2020/03/Lang-und-Familie-Lauf-Burgermeister.jpg

LAUF – Dass die Bürgermeisterstichwahl in Lauf knapp ausgehen würde, davon waren quer durch die Fraktionen alle überzeugt. Das Ergebnis selbst, mit einem Sieg des FW-Mannes Thomas Lang, war dann aber trotzdem eine Überraschung. Zur Freude von CSU-, FW-, FDP- und SPD-Fraktion auf der einen Seite, zum Leid für die Grünen, von denen diesen Ausgang tatsächlich keiner auf dem Schirm hatte.

Martin Grand (Grüne)

Stadtrat Martin Grand (Grüne), der nicht mehr antrat: Mir tut es furchtbar leid um Benedikt Bisping, das ist eine Katastrophe für ihn. Und ich weiß überhaupt nicht, warum die Laufer ihn abgewählt haben, Bisping war ein richtig guter Bürgermeister, der in den letzten zwölf Jahren viel zum Wohl der Stadt beigetragen hat. Und er hat auch keine großen Fehler gemacht. Dass Bisping in der jetzt größten Fraktion der Grünen bleibt, finde ich gut, sie braucht seine Erfahrung.

Erika Vogel (Grüne)

Stadträtin Erika Vogel (Grüne), wiedergewählt: Ich bin sehr traurig, nicht nur weil es für Benedikt Bisping, der ein starker Bürgermeister war, persönlich schlimm ist, sondern auch weil er für Lauf gute Arbeit geleistet hat. Die Stadt steht doch gut da. Das Leben aber geht weiter und wir als Grüne sind ja gestärkt aus der Wahl hervorgegangen und stellen jetzt die größte Fraktion. Dies sehen wir als Auftrag und bieten allen unsere Mitarbeit an. Vor allem auch, um die Corona-Krise zu bewältigen.

Hans Kern (Grüne)

Stadtrat Hans Kern (Grüne), er arbeitete 24 Jahre mit Bisping zusammen und trat nach 30 Stadtratsjahren nicht mehr an: Ich bin traurig und habe das so nicht erwartet. Ich bedanke mich bei Benedikt Bisping aber dafür, dass er mit Würde abtritt, wie erste Äußerungen zeigen. Er war ein guter Bürgermeister. Das Leben geht weiter, und wenn die Corona-Krise vorbei ist, werden auch wieder unsere Anliegen wie Umwelt- und Klimaschutz eine Rolle spielen.

Felix Locke (FW)

Felix Locke (FW), neu in den Stadtrat gewählt: Ich bin sprachlos und überwältigt vom Sieg Langs. Als ich vor sechs Jahren FW-Vorsitzender wurde, nannte ich als Ziele, den Bürgermeister zu stellen und die zweitstärkste Fraktion zu werden. Ich freue mich auch, weil unser Plan aufgegangen ist, mit der CSU, aber eben auch mit der SPD-Fraktion eine gute Zusammenarbeit schon im Vorfeld zu vereinbaren. Ich glaube, in der menschlichen Abwägung haben sich viele Wähler für den in Lauf verwurzelten Familienmenschen Thomas Lang entschieden. Und als unabhängiger Freier Wähler war er für viele wohl leichter wählbar als ein Mitglied einer Partei. Jetzt müssen wir als FW Verantwortung übernehmen und zeigen, dass wir beispielsweise in der Haushaltspolitik pragmatische und keine ideologischen Lösungen finden. Dabei würde mich nicht wundern, wenn der 2. und 3. Bürgermeisterposten an CSU und SPD gehen. Lang steht für Menschlichkeit und Sachpolitik und weniger für Parteipolitik, wie es in der Vergangenheit leider öfter passiert ist. Gute Ideen können auch von den Grünen kommen.

Adolf Pohl (FW)

Stadtrat Adolf Pohl (FW), er trat nach fast 24 Jahren nicht mehr an: Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Mit Bisping war die Zusammenarbeit schwierig, weil er zu viele Alleingänge unternommen hat und uns vor vollendete Tatsachen stellte. Hätten wir nicht mitgemacht, wären wir als Blockierer dagestanden. Auch seine Personalführung im Rathaus verdient ein Ungenügend. Thomas Lang wird alle gut mitnehmen und mit sicheren Mehrheiten in der zu erwartenden Krise mit vielleicht auch unangenehmen Entscheidungen gute Arbeit leisten.

Norbert Maschler (CSU)

Stadtrat Norbert Maschler (CSU), Bürgermeisterkandidat: Auf den Sieg von Thomas Lang haben wir in der Stichwahl hingearbeitet. Jetzt gibt es wieder eine konservative Mehrheit, die vor allem in der Krise die richtigen Entscheidungen, wie einen Nachtragsetat, fällen kann. Die Abwahl von Benedikt Bisping war klares Ziel, weil Stadtpolitik nicht ständig als persönlicher Erfolg verkauft werden darf. Da steckt doch mehr dahinter. Ich bin überzeugt, Thomas Lang holt die Leute mehr ins Boot.

Georg Schweikert (SPD)

Stadtrat Georg Schweikert (SPD), wiedergewählt: Ich freue mich für Thomas Lang und die Arbeit im Stadtrat, schließlich haben wir ihn ja als Fraktion empfohlen. Bisping hat zuletzt einfach zu viel Überaktionismus gezeigt. Bei Thomas Lang weiß ich, dass man sich auf sein Wort verlassen kann. Ich sehe gute Chancen, dass die Stadtpolitik jetzt wieder auf eine breitere Basis gestellt wird.

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