Bürgerinitiative

Was folgt auf das nächtliche Tempolimit auf der B 8 in Ochenbruck?

Symbolbild | Foto: nmann77/stock.adobe.com2022/08/AdobeStock_123570436-scaled.jpeg

SCHWARZENBRUCK – Nach jahrelangen Diskussionen soll nun auf der B 8 in Ochenbruck ein nächtliches Tempolimit kommen. Laut Bürgerinitiative Alptraum B ist das ein erster Schritt, der aber noch nicht ausreicht, um die Anwohner zu entlasten.

Bereits seit mehreren Jahren machten sich Anwohner für ein Tempolimit auf der B 8 stark – am liebsten von der Obi-Kreuzung bis zum Ortsschild Richtung Pfeifferhütte. Doch ein Tempolimit auf einer Bundesstraße ist ein schwieriges Thema, das nun zum Teil angegangen werden soll:

Innenminister Joachim Hermann hat sich für ein Pilotprojekt eingesetzt, das ein nächtliches Tempolimit auf der B 8 in Ochenbruck auf dem Streckenabschnitt von der Einmündung Frauenfelder Straße bis zur Einmündung Burgthanner Straße vorsieht.

Bürgerinitiative meldet sich

Dazu meldet sich nun die Bürgerinitiative Alptraum B 8 zu Wort und dankt zunächst Innenminister Joachim Hermann für dessen Unterstützung. Diese Entscheidung sei ein richtiger Schritt, die Anwohner an der B8 in Ochenbruck zu entlasten.

Die Sprecher der Initiative, Achim Hofmann, Norbert Dambaur und Reiner Dresel betonen aber, dass es sich hier nur um einen ersten Schritt handelt. Die Umsetzung durch die Straßenverkehrsbehörde gehe nicht weit genug, weil die Einschränkung auf die Zeit zwischen 22 und 6 Uhr den Sicherheitsaspekt nicht berücksichtige. Weiterhin müssten Kinder, Fußgänger wie Fahrradfahrer, Rollstuhlfahrer, Rollatorennutzer oder Mütter mit Kinderwagen die gefährlichen Querungshilfen nutzen, wo Tempo 50 gilt.

Noch mehr Lärm befürchtet

Durch die Begrenzung der Tempo 30-Zone auf die Strecke zwischen Einmündung Frauenfeldstraße und Einmündung Burgthanner Straße entstehe außerdem eine Lärmverschärfung, weil vor der Tempo 30-Zone abgebremst und danach beschleunigt werde. Auch außerhalb des geplanten Tempo-30 Abschnittes gebe es innerorts Anwohner der B8. Warum auf diese keine Rücksicht genommen werde, sei nicht nachvollziehbar.

Schließlich kritisiert die Bürgerinitiative, dass durch die Begrenzung der Tempo 30-Zone auf die kurze Strecke zwischen den oben genannten Einmündungen ein Schilderwald entstehe, der die Verkehrsteilnehmer verwirren könnte. Der 2. und 3. Schritt müsse Tempo 30 über 24 Stunden und für den gesamten Streckenabschnitt zwischen den Ortsschildern sein.Nun hofft die Bürgerinitiative, dass das nächtliche Tempolimit streng kontrolliert und Lärmmessungen durchgeführt werden.

Wie sinnvoll ist Flüsterasphalt?

Die für das Jahr 2025 geplante Sanierung des Flüsterasphalts auf der B 8 in Ochenbruck sehen Dresel, Hofmann und Dambaur kritisch. „Nach unseren Informationen ist es so, dass es keinen Flüsterasphalt gibt, der eine Lärmreduzierung auch bei 50 km/h bewirkt“, betonen sie und verweisen in diesem Zusammenhang auf eine Studie des Bundesumweltamtes. „Allerdings sind diese Deckschichten … aus akustischer Sicht noch nicht vollständig ausgereift. Sie sollten deshalb vorerst mit begleitender Forschung eingebaut werden“, heißt es in der Studie. Bei der dünnen Asphaltdeckschicht sollte die Dauerhaftigkeit des lärmmindernden Effekts untersucht werden, so das Umweltbundesamt.

„Wir appellieren daher noch mal an alle, dass wir uns gemeinsam für ein umfängliches – zeitlich wie räumlich – Tempo 30 auf der B8 einsetzen: Das bringt 3-4 dB Lärmreduzierung, kostet nahezu nichts, sorgt für Sicherheit, spart Sprit und entlastet die Umwelt“, heißt es in einem von Dambaur, Dresel und Hofmann unterzeichneten Schreiben.

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