CSU kritisiert Bürgermeister Gumann

Wirbel um Simmelsdorfer Wasserwerk

Dieses unscheinbare Gebäude, das Simmelsdorfer Wasserwerk, ist in den Mittelpunkt eines Aufregers im Wahlkampf gerückt. | Foto: Schuster2020/02/wasserwerk-simmelsdorf-oberndorf-winterstein.jpg

SIMMELSDORF – Die Abgabe der Betriebsleitung des Simmelsdorfer Wasserwerks an die N-Ergie schlägt Wellen. Für die Kommune, so stellt es Bürgermeister Perry Gumann dar, ist die Wasserversorgung eine Aufgabe von vielen, die aber mehr Zeit und Energie kostet, als sie sollte. Daher entschloss sich Simmelsdorf, den Betrieb abzugeben. Der Beschluss fiel in der Gemeinderatssitzung im Dezember 2019, am gestrigen Montag wurde der Vertrag mit dem Nürnberger Energie- und Wasserversorger unterzeichnet.

Doch seitens der Simmelsdorfer CSU ist es damit nicht getan. In einer Pressemitteilung warnt die Partei um den Ortsvorsitzenden Timo Greger vor steigenden Kosten für die Bevölkerung, zudem wirft sie Gumann mangelnde Transparenz vor. Aufgrund des Kommunalabgabengesetzes müssten die Kosten auf die Bürger umgelegt werden, daher würden zwangsläufig die Wasserpreise steigen, so Greger im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung. Die Bürger seien darüber bis heute nicht informiert worden. Die CSU habe im Dezember einstimmig gegen den Beschluss votiert, doch mit 10:6 hätten sich damals die Befürworter durchgesetzt.

Timo Greger ist der Sohn des Simmelsdorfer Wassermeisters Günter Greger, dessen Zuständigkeitsbereich sich durch die Betriebsabgabe ändert. Er soll künftig mehr als bisher im Bauhof eingesetzt werden.

Steigende Kosten? „Das ist nicht wahr“

Gumann weist die Kritik der CSU im Gespräch mit der PZ zurück. Er hält den Vorstoß für Wahlkampfgeplänkel. „Das Wasserwerk bleibt Eigentum der Gemeinde Simmelsdorf“, auch die Abrechnung sei weiterhin Sache der Kommune, so Gumann. Dass die Kosten für die Bürger steigen, sei schlicht „nicht wahr“.

Der Wasserpreis bestehe nur zu einem geringen Teil aus Personalkosten, die intern verrechnet würden. Simmelsdorf zahle der N-Ergie künftig Geld für den Betrieb, dafür spare man sich Personalkosten, sagt Gumann. Unter dem Strich komme die Umstellung für die Gemeinde auf null raus, so Gumann. Auch seine Stellvertreterin Andrea Lipka (Unabhängige) sagt auf Nachfrage der PZ: „Für den Bürger ändert sich nichts“.

Timo Greger, der selbst nicht mehr im Gemeinderat sitzt, sagt, seine Parteikollegen hätten im Dezember darum gebeten, die Übernahme durch die N-Ergie zu prüfen statt vorschnell zu vergeben. Im Gremium habe Gumann lediglich gesagt, man bemühe sich um Kostenneutralität.

Ohne die Abgabe an die N-Ergie wären auf die Gemeinde höhere Kosten zugekommen, weil man einen zweiten Wassermeister hätte anstellen müssen, sagt Gumann. Greger widerspricht, das sei nach wie vor nicht notwendig. Das Thema dürfte die Gemeinde weiter beschäftigen – mindestens bis zur Wahl.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren