BI B8 veranstaltet Podiumsdikussion

Bürgermeisterkandidaten zum Thema B8

Angespannte Gesichter zum Beginn der Veranstaltung: Thomas Donhauser (links) moderierte die Diskussion mit den Kandidaten Markus Holzammer, Mario Rubel und Sebastian Legat. | Foto: privat2019/10/Schwarzenbruck-Podiumsdiskussion.jpg

SCHWARZENBRUCK – Blitzgeräte auf der Bühne und Tempo-30-Schilder: Die Kulisse für die Podiumsdiskussion in der Bürgerhalle passt zum Thema. Wie kommt die Gemeinde in Sachen B 8 weiter, wollen die Bürger an diesem Abend wissen.

Und sie sind neugierig, was die Bürgermeisterkandidaten zum Thema Verkehr zu sagen haben. Sebastian Legat, der für die SPD antritt, CSU-Kandidat Markus Holzammer und der parteilose Mario Rubel, der Bewerber der Grünen.

Angespannt wirken die drei auf dem Podium, was möglicherweise mit der Einleitung von Norbert Dambaur zu tun hat, der auf eine ein Jahr zurück liegende Veranstaltung verweist, bei der es ebenfalls um das Thema Verkehr in Schwarzenbruck ging (wir berichteten).

Hohe Erwartungen enttäuscht

Damals hatte die Bürgerinitiative hohe Erwartungen an die Politik geäußert und einen Staffelstab übergeben – in der Hoffnung, dass ganz schnell ganz viel umgesetzt würde. Aus Sicht der Bürgerinitiative ist dann aber nicht mehr viel passiert.

Lässt sich Tempo 30 durchsetzen? Können die Schwarzenbrucker stationäre Blitzgeräte an der Bundesstraße aufstellen? Legat ist bei diesen Fragen zurückhaltend. Für die Bundesstraße ist nicht die Gemeinde zuständig sondern das Staatliche Bauamt. „Mit dem müssen wir zusammen arbeiten“, sagt er. Ähnlich sieht das auch Mario Rubel, drückt sich nur anders aus: „Wenn man mit den Oberen Behörden redet, dann geht immer was.“

Thema Verkehr zur Chefsache machen

Das Thema Verkehr und B 8 will Rubel als Bürgermeister jedenfalls zur Chefsache machen, so sein Versprechen. Markus Holzammer weist darauf hin, dass die Schwarzenbrucker CSU in Sachen B 8 den Landtagsabgeordneten Norbert Dünkel eingeschaltet hat und dass man ständig Kontakt zur Bürgerinitiative halte. Es gehe darum, gemeinsam Konzepte zu entwickeln.

Rubel beklagt, dass nichts voran geht. Er ist aber optimistisch, dass man mit der Verkehrsproblematik auf der Bundesstraße weiter kommt, „wenn man es richtig anpackt.“

112 000 Euro investiert

Moderator Thomas Donhauser gibt auch Bürgermeister Bernd Ernstberger das Wort, der auf eine ganze Reihe von Maßnahmen verweist, die die Gemeinde ins Werk gesetzt hat. Die Dauerblitzer sind bislang noch nicht durchsetzbar, dafür hat Schwarzenbruck den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit mit dem Blitzen beauftragt.

Die Gemeinde hat ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, hat den Ziel- und Quellverkehr ermitteln lassen, eine Kundenbefragung durchgeführt und den Feinstaub an der B 8 messen lassen. „Und wir haben auch die Bürgerinitaitive unterstützt“, betont Ernstberger.

Alles in allem hat Schwarzenbruck laut Bürgermeister in Sachen B 8 in den vergangenen zwölf Monaten 112 000 Euro investiert. „Was möglich war, haben wir auf den Weg gebracht“, weist Ernstberger den Vorwurf der Untätigkeit zurück.

Ist noch mehr möglich?

Markus Holzammer verspricht, dass die B 8 für ihn eine zentrale Rolle spielen wird. Tempo 30, neuer Flüsterasphalt, Schallschutzfenster für Anlieger-Anwesen – das sind Stichworte, die zur Lösung des Problems aus seiner Sicht beitragen können.

Sebastian Legat spricht dann offen an, was viele in Schwarzenbruck immer wieder kritisieren: Das für die B 8 zuständige Staatliche Bauamt sei nicht wirklich gesprächsbereit. „Ich will deshalb keine Luftschlösser bauen.“ Der Kandidat der SPD sieht nur ganz geringe Chancen, auf der Bundesstraße in Ochenbruck Tempo 30 einführen zu können.

Straßen neu aufteilen

Einig waren sich die Kandidaten, dass der Busverkehr innerhalb der Gemeinde verbessert werden muss. Uneinig, was die Sicherheit im öffentlichen Verkehrsraum angeht. Während Holzammer und Legat darauf verweisen, dass es im Schwarzenbrucker Gemeindegebiet nahezu flächendeckend Tempo 30 auf den Gemeindestraßen gibt, will Rubel die Straßen neu aufteilen. „Kinder müssen wieder auf der Straße Fußball spielen können.“ Er verweist auch auf das Thema Carsharing, stößt damit aber auf Skepsis bei Legat.

Nach der Wahl

Die bemerkenswerteste Frage aus dem Publikum stellte zum Ende Christian Oertel: „Was machen Sie, wenn Sie Ihre Forderungen nach der Wahl nicht durchsetzen können?“ Immerhin versprechen die Kandidaten etwas, das möglicherweise nicht gehalten werden kann. Mario Rubel verweist darauf, dass es ihm immer um die Sache geht, nicht um Parteiinteressen. Markus Holzammer will nach der Wahl „das beste für die Gemeinde machen, das Vernünftige herausarbeiten“. Und Sebastian Legat will „umstrittene Entscheidungen mit den Bürgern erörtern“.

Dauerthema B8

Welchen Stellenwert die Themen B 8 und Verkehr in der öffentlichen Diskussion in Schwarzenbruck haben, ist durchaus umstritten. Für die Bürgerinitiative stehen sie natürlich ganz oben auf der Agenda, andere Bürger interessieren sie nur am Rande.

Vielleicht auch deshalb, weil viele den Eindruck haben, dass die B 8 am Ort in Dauerschleife läuft. Aus dem Publikum kam folglich der Wunsch nach einer weiteren Podiumsdiskussion mit den Kandidaten zu anderen Schwarzenbrucker Themen.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten