Über 200 Arbeitsstunden

Röthenbacher Schüler bauen 3D-Modell des Landkreises

200 Stunden investierten die Schüler bereits in das Relief-Modell unseres Landkreises: Geographielehrerin Ga­briele Brantl und René Herrmann kleben gerade eine neue Höhenschicht. | Foto: Spieß2018/05/Modell-Landkreis-Foto-Spiess.jpg

NEUNKIRCHEN — Eine Projektgruppe der Röthenbacher Realschule erstellt zurzeit ein Modell des Nürnberger Landes, das veranschaulicht, wie diese Landschaft entstanden ist.

Geographie-Lehrerin Gabriele Brantl und ihre Schüler René Herrmann, Tim Lochmann, Simon Zohsel und Andreas Pfeiffer aus den neunten Klassen, die derzeit noch am Modell arbeiten, gehen davon aus, dass mittlerweile etwa 80 Prozent des Modells geschafft sind. Angefangen haben sie Ende Oktober 2017 und seitdem gemeinsam rund 200 Arbeitsstunden investiert – und das in ihrer Freizeit.

Brantl erzählt, dass die Namengebung der Röthenbacher Schule als „Realschule am Fränkischen Dünenweg“ der Anlass dazu war, zu veranschaulichen, wie diese ganz besondere Landschaft entstanden ist. Denn auf den ersten Blick vermutet man Dünen ja in Wüsten und am Meer, nicht jedoch in Mittelfranken. Die Dünenbildung hierzulande, erklärt Brantl, sei ein Folgeprodukt der letzten Eiszeit, die Verwitterungsmaterialien aus den westlichen Mittelgebirgen, eben Sand, seien aufgrund des Westwindes entlang des Jura abgelagert worden. Diese „Sandachse“ und die damals entstandenen Höhen und Tiefen des Landkreisgebietes veranschaulicht das Reliefmodell.

Lasercutter und Wellpappe

Dass dieses in der Höhe maßstabgetreue Modell aus Wellpappe mithilfe eines Lasercutters entstehen konnte, ist nicht nur dem Einsatz der Lehrkraft und ihrer Schüler, sondern auch den computertechnischen Umsetzungen im FabLab und ­Brantls Ehemann zu verdanken. Der Elektroingenieur verwendete ein Satellitenfoto der NASA als Grundlage und bearbeitete das Graustufenbild mithilfe spezieller Computerprogramme, nämlich unter Verwendung von Open-Source-GIS-Tools, damit die unterschiedlichen Grauwertstufen in einzelne, freigestellte Höhenliniendateien umgesetzt werden konnten. Diese Linien haben die Schüler auf ihrem Bildschirm und lassen über den Lasercutter des FabLab Wellpappestücke der jeweiligen Höhenschicht ausschneiden, die sie dann akribisch genau aufeinanderkleben.

Jede Schicht entspricht dabei fünf Meter Höhenunterschied. So entsteht ein anschauliches Höhen-Modell unseres Landkreises, das das Gebiet von Fürth bis Hartmannshof und von Gräfenberg bis Schwarzenbruck zeigt. Nicht maßstabgetreu ist die Ausdehnung in der Fläche, da das Modell dadurch eine immense Größe erreicht hätte. Klar erkennbar, auch für den Laien, sind das prägende Pegnitztal und die markanten Höhen wie etwa der Brunner Berg südöstlich des Nürnberger Stadtgebietes oder die landschaftlich dominierenden Glatzenstein und Hansgörgl. Farbige Markierungen sollen am Ende dann die wichtigsten topographischen Merkmale hervorheben.

Aufgestellt wird es in der Röthenbacher Realschule und kann den Schülern dann eine konkrete, visuelle Vorstellung eines erdgeschichtlichen Vorganges und unserer Schichtstufenlandschaft vermitteln, der vorher nur theoretisch erörtert werden konnte. Und ermöglicht zusätzlich eine anschauliche Umsetzung von Zwei- in Dreidimensionaliät.

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