Rückersdorfer Gemeinderat beschließt Sanierung

Das Feuerwehrhaus wird teuer

Der Rückersdorfer Bauausschuss tagte ausnahmsweise im Feuerwehrhaus. Die Gemeinderäte berieten über den Umbau der Wache. Mit dabei waren auch die Kommandanten der Rückersdorfer Feuerwehr (rechts). | Foto: Cichon2017/03/Bauausschuss-Ruckersdorf-im-Feuerwehrhaus-ci.jpg

RÜCKERSDORF — Der Rückersdorfer Gemeinderat hat die Sanierung und den Umbau der Rückersdorfer Feuerwache genehmigt. Allerdings unter der Bedingung, mögliche Einsparungen zu prüfen. Der aktuelle Enwurft von Architekt Nobert Thiel sieht Kosten von rund 1,155 Millionen Euro vor. Das Konzept war eine Woche zuvor im Bauausschuss besprochen worden, der vor Ort im Feuerwehrhaus getagt hatte.

Das Rückersdorfer Feuerwehrhaus ist nicht mehr zeitgemäß und soll saniert und umgebaut werden. Ein erster Entwurf vom August 2016 sah Baukosten in Höhe von rund 800. 000 Euro vor (die Pegnitz-Zeitung berichtete). Aber der Entwurf gefiel nicht, so Bürgermeister Manfred Hofmann. Ein geplanter Anbau an der Südwestseite des Gebäudes wäre zu nah an den Wurzelbereich der dort stehenden alten Eichen gerückt, die dadurch hätten absterben können.

Deshalb wandte sich die Gemeinde an Kreisbrandrat Norbert Thiel. Er ist hauptberuflich Architekt und hat bereits Erfahrung mit dem Umbau von Feuerwehrhäusern, etwa dem in Schwaig. Er erstellte einen zweiten Entwurf, über den nun im Bauausschuss diskutiert wurde. Zu der Sitzung kam auch Thiel, um offene Fragen der Gemeinderäte zu beantworten.

Die Ausschussmitglieder waren sich einig darüber, dass Thiels Entwurf weiter verfolgt wird. Gemeinderat Alexander von Ciriacy-­Wantrup (SPD) nannte diesen im Vergleich zum ersten „einen Quantensprung“. Eine Woche später stimmte auch der Gemeinderat Thiels Entwurf einstimmig zu. Allerdings mit dem Hinweis, weitere Kosteneinsparungen zu prüfen.

So strich der Gemeinderat unter anderem den Aufzug, den Thiel in seinem Entwurf vorgeschlagen hatte und der einen barrierefreien Zugang zum Obergeschoss ermöglichen sollte. Durch diese Entscheidung verringern sich die Umbaukosten um etwa 104. 000 Euro. Außerdem kann durch den Verzicht auf den Ausbau der barrierefrei zugängliche Bereitschaftsraum, der im Erdgeschoss neu entstehen soll, um 25 Quadratmeter vergrößert werden. Auch dieser Punkt wurde vom Gemeinderat einstimmig beschlossen – nachdem es im Bauausschuss noch Bedenken auf Seiten der SPD gegeben hatte.

Ebenfalls einstimmig fiel die Entscheidung des Gemeinderats aus, dass die Wohnung im Feuerwehrhaus erhalten wird. Über diesen Punkt hatten die Bauausschussmitglieder eine Woche zuvor noch heiß diskutiert und die beiden SPD-Räte hatten noch dagegen gestimmt.

So hatte Alexander von Ciriacy-Wantrup von der SPD angemerkt, dass man durch den Verzicht auf die Wohnung Baukosten und somit das Geld des Steuerzahlers sparen könne. Doch Theodor Pleyer von der CSU hielt dagegen, dass sich die Mehrkosten durch die Miet­einnahmen amortisieren würden und auch darüber hinaus Geld bringen. Dem stimmte auch der stellvertretende Kommandant Michael Lauerer zu: „Ich bin nicht nur Feuerwehrmann, sondern beruflich auch Ökonom. Und aus dieser Sicht macht es keinen Sinn, auf die Mieteinnahmen durch die Wohnung zu verzichten.“ Und Kommandant Heiko Kampf hatte betont, dass ein bewohntes Feuerwehrhaus nicht nur eine stete Einnahmequelle sei, sondern auch immer jemand da sei, der schon einmal das Licht anschalten oder die Türen aufschließen könne.

Das Projekt wird vom Freistaat Bayern mit Fördergeldern in Höhe von 68. 000 Euro bezuschusst. Allerdings fallen noch 43 .000 Euro für die Verlegung der Bauhofzufahrt an. Erst muss eine neben der bisherigen Einfahrt stehende Übergabestation abgerissen werden. Deren Dach entfernt die Freiwillige Feuerwehr in Eigenleistung. Dadurch bleiben der Gemeinde 6000 Euro erspart. Für den restlichen Abbruch der Station fallen etwa 18 000 Euro an. Danach wird auf einer Fläche von 200 Quadratmetern die neue Zufahrt zum Bauhof angelegt. Das kostet noch einmal 25 .000 Euro.

Andreas Ellner (RUW) forderte, die Umbaukosten ganz genau aufzuschlüsseln, um herauszufinden, ob man noch etwas sparen könne. Auch die SPD-Fraktion sah es als sinnvoll an, weitere Einsparungen zu prüfen.

N-Land Anne Cichon
Anne Cichon