Ex-Fußballprofi Paul Breitner als Investor

Mit Seniorenheim beginnt Steinberg-II-Bebauung

Die Bewohner des Karl Heller-Stifts am Speckschlag werden laut Bürgermeister Hacker in das geplante Seniorenwohnheim an der Werner von Siemens-Allee umziehen. Träger wird wieder die Stadtmission sein. | Foto: Buchner-Freiberger2016/10/karl-heller-stift-roth1.jpg

RÖTHENBACH — In wenigen Tagen fallen an der Werner-von-Siemens-Allee in Röthenbach die ersten Bäume. Die Rodung für das neue Baugebiet Steinberg II beginnt. Zunächst entsteht hier ein Seniorenheim, das von der Stadtmission betrieben wird und das mittelfristig als Ersatz für das Karl-Heller-Stift am Speckschlag dienen soll, dessen Bewohner umziehen werden. Über die Details informiert Bürgermeister Klaus Hacker am heutigen Montag, 10. Oktober, um 19 Uhr in einer Sonderbürgerversammlung in der Realschule.
Die Immobiliengesellschaft des Freistaats, der das Waldgelände im südöstlichen Teil der Werner-von-Siemens-Allee gehört, hat nun endgültig einen ersten Teilbereich verkauft. Vor einer Woche wurde der Notarvertrag unterzeichnet. Schräg gegenüber der Karl-Diehl-Halle entsteht auf einer Fläche von knapp 8500 Quadratmetern ein vierstöckiges Seniorenheim, das mit seiner halbrunden, in sich geschlossenen Form optisch der Wohnanlage direkt nebenan ähnelt. Gebaut wird es von der Breitner&Lotz Projektgesellschaft GbR um den Ex-Bayern-Fußballprofi Paul Breitner, die bundesweit in Seniorenwohnheime investiert. Betrieben wird es von der Stadtmission Nürnberg, die bislang das Karl-Heller-Stift am Speckschlag unterhält.
Pflegeplätze werden verlagert
106 Plätze für Senioren gibt es dort, diese werden komplett in die neue Einrichtung verlagert. „Die Erwartungen der älteren Menschen ans Wohnen haben sich in den letzten zehn Jahren komplett verändert“, sagt Wolfgang Tereick, Vorstandsmitglied der Stadtmission, und meint damit unter anderem Einzelzimmer, eigene Bäder, aber auch differenziertere Pfllegeangebote. Im 51 Jahre alten Karl-Heller-Stift, das vor 25 Jahren kernsaniert wurde, könne man diesen Bedürfnissen nicht gerecht werden, „auch wenn es rein optisch für den Laien noch gut aussieht“.
Neben 70 klassischen Pflegeheimplätzen entstehen in dem Neubau laut Wolfgang Tereick auch Bereiche mit 36 Appartements und 32 altengerechten Wohnungen, in die sich noch rüstige Senioren einmieten und – falls gewünscht – einen ambulanten Pflegedienst oder andere Angebote in Anspruch nehmen können. Im Erdgeschoß gibt es eine gerontopsychiatrische Abteilung mit zweimal elf Plätzen. Die dementen Bewohner wohnen künftig im Erdgeschoß mit eigenem Garten, „das ist ein riesiger Vorteil gegenüber der jetzigen Situation“, meint der Stadtmissions-Vorstand. Auch ein öffentlich zugängliches Restaurant soll es geben. „Insgesamt erhöht sich unsere Kapazität auf 166 Plätze“, sagt Wolfgang Tereick.
Wie das große, sechsstöckige Karl-Heller-Stift nach dem Auszug der Bewohner weiter genutzt wird, ist derzeit noch völlig offen. Bis zum Umzug, der schon im späten Frühjahr 2018 erfolgen soll, laufe der Betrieb völlig normal weiter. Baubeginn ist noch diesen November. Die Stadtmission wird in dem von Breitner&Lotz errichteten Gebäude Mieter.
Verkauft ist außerdem ein 3700 Quadratmeter großes Areal direkt hinter dem geplanten Altenheim, wo ein Kindergarten entstehen soll. Hier sollen bis zu 75 Kindergarten- und 25 Krippenkinder betreut werden. Die Stadtmission hat sich ebenfalls für die Trägerschaft beworben, eine Entscheidung steht aber noch aus. Zwischen dem neuen Seniorenheim und der bestehenden Wohnanlage an der Daimlerstraße wird die Stadt Röthenbach einen zusätzlichen Parkplatz bauen, um die Stellplatzproblematik im Viertel – speziell während der Veranstaltungen in der Karl-Diehl-Halle – zu entschärfen. Außerdem ist ein öffentlicher Spielplatz vorgesehen.
Vermutlich ab dem 14. oder 17. Oktober werden die Bayerischen Staatsforsten mit dem Fällen der Bäume beginnen, und zwar nicht nur im Bereich von Altenheim und Kindergarten, sondern entlang der ganzen südöstlichen Werner-von-Siemens-Allee, wo das Wohnquartier Steinberg II mit (Sozial-)Wohnungen, Reihen- und Einfamilienhäusern entstehen soll. Dieser weit größere Teil der Gesamtfläche ist bisher nicht verkauft, so Bürgermeister Hacker, das Bieterverfahren hierfür läuft noch. Doch wohl damit die schweren Maschinen nicht zweimal hintereinander anrücken müssen, hat die Immobiliengesellschaft des Freistaats die Freigabe zur Rodung des kompletten Areals erteilt.
Freilich werde die großflächige Rodung einigen Anwohnern nicht gefallen, räumt Hacker ein. „Doch die Pläne, das Gebiet zu bebauen, gibt es schon seit Jahrzehnten. Uns obliegt es jetzt, das Beste daraus zu machen“, sagt der Bürgermeister, der auf der Sonderbürgerversammlung am heutigen Montag in der Realschule umfassend informieren will.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger