Trotz steigender Fallzahlen

Ostern findet auch in den Kirchen statt

Palmsonntag war gestern bereits ein Vorgeschmack auf das Osterfest – in St. Kunigund in Schnaittach gehört die Palmweihe fest dazu. Pater Ashok Antony Mathew hielt den Festgottesdienst. | Foto: Schuster2021/03/palmbuschel-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND — Trotz steigender Infektionszahlen auch im Nürnberger Land: Katholische wie evangelische Christen wollen an Ostern nicht nur auf Online-Angebote setzen.

Es ist das höchste christliche Fest – und in den meisten Kirchen im PZ-Verbreitungsgebiet werden an Ostern wie geplant Präsenzgottesdienste gefeiert, trotz weiterhin steigender Infektionszahlen. Für Wirbel hatte die von Bund und Ländern zuerst angekündigte und dann wieder zurückgezogene „Osterruhe“ gesorgt, die mit der von vielen als Forderung verstandenen Bitte verbunden war, auf Gottesdienste zu verzichten. Für viele Pfarrer, Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte war das in der vergangenen Woche Anlass für Sondersitzungen oder -videokonferenzen.

„Wir waren uns in dieser Frage aber schnell einig“, berichtet Stefan Alexander, der leitende Pfarrer im katholischen Seelsorgebereich Pegnitztal. Bis auf Ausnahmen wird das Gottesdienstprogramm in den Gemeinden nicht verändert. Die Ausnahmen haben vor allem mit der seit Samstag im Landkreis greifenden nächtlichen Ausgangssperre zu tun, die voraussichtlich auch in der Osternacht von 22 bis 5 Uhr gilt. 

In St. Otto in Lauf beginnt der Gottesdienst am Sonntag ohnehin erst um 5.30 Uhr, so dass die Besucher auf dem Weg zur Kirche nicht mit der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in Konflikt kommen und ein Bußgeld fürchten müssen. In Neunkirchen musste die Osternachtfeier aus diesem Grund jedoch von 21 auf 20 Uhr am Samstag vorverlegt werden. Und in St. Bonifatius in Röthenbach wird die Auferstehung des Herrn nicht bei Morgendämmerung, sondern um 6 Uhr gefeiert.

„Im vergangenen Jahr haben wir an Ostern auf Gottesdienste verzichtet“, erklärt Pfarrer Alexander, „aber wir halten unser Hygienekonzept für richtig“. Niemand werde in die Kirchen gezwungen, „es ist völlig in Ordnung, zu Hause zu bleiben, gerade wenn man Angehöriger einer Risikogruppe ist“. Die Entscheidung darüber aber selbst treffen zu können, sagt Alexander, „das hat für mich auch etwas mit Mündigkeit zu tun“. Er verweist auf die Religionsfreiheit: „Es geht hier nicht um Privilegien für die Kirchen, sondern es geht um ein Grundrecht.“

Evangelische Kirche feiert auch

Auch die evangelische Kirchengemeinde in Lauf, die lange auf Präsenzgottesdienste verzichtet und dies als Ausdruck von gesellschaftlicher Solidarität kommuniziert hat (die Pegnitz-Zeitung berichtete), wird an Ostern „in allen Kirchen“ Gottesdienste anbieten. Darauf hat sich der Kirchenvorstand am Freitag verständigt.

Allerdings gelten „besondere Bedingungen“, wie die Gemeinde ankündigt. Dazu gehört nicht nur eine – auch bei den meisten katholischen Gottesdiensten obligatorische – vorherige Anmeldung. Die Besucher werden außerdem dazu aufgefordert, selbst Schnelltests zu machen. Für Haupt- und Ehrenamtliche stellt die Kirchengemeinde solche Tests. Zudem wird die maximale Besucherzahl reduziert, Kindergottesdienste entfallen ganz. 


Auf Outdoor-Veranstaltungen ver­zichten die Laufer unter Verweis auf die Wettervorhersage, die an den Feiertagen kühle Temperaturen prognostiziert. Die Schnaittacher stört dies offensichtlich nicht – dort lädt die evangelische Kirchengemeinde zum Ostergottesdienst am Sonntag vor der Christuskirche ein, „bei jedem Wetter“. 

Online-Angebote gehören darüber hinaus in vielen Gemeinden längst zum Standard. Es wird sie auch an Ostern geben.

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